Jahrelang herrschte ein Gleichlauf unter den grossen Notenbanken rund um den Globus: Geldhahn auf, um die Wirtschaft anzukurbeln. Doch der konjunkturelle Aufschwung, der mittlerweile zustande gekommen ist, läuft regional mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ab. Tempo aufgenommen, haben die USA und Grossbritannien. Hingegen zeigt sich der Euroraum als Nachzügler und die Wirtschaft in Japan als relativ volatil. Diese unterschiedliche Entwicklung hat wiederum Einfluss auf die Geldpolitik.

Während die Fed mit der langsamen, aber stetigen Reduzierung der Anleihenkäufe dem Markt Liquidität entzieht und die Bank of England (BoE) bereits mit einer Zinserhöhung liebäugelt, setzt die japanische Zentralbank (BoJ) ihre Anleihenkäufe unvermindert fort, und die Europäische Zentralbank (EZB) hat sogar einen historischen Zinsschritt nach unten gemacht. «Ausgehend von einem höheren Wirtschaftswachstum, höheren Zinsen und einer restriktiveren Geldpolitik in den USA spricht vieles für einen Anstieg des US-Dollar», sagt Kapitalmarkt-Experte Asoka Wöhrmann von der Deutsche Asset & Wealth Management.

Pfund gewinnt an Attraktivität

Nicht nur der Greenback steht im Fokus, die Divergenzen bei den Notenbanken geben auch dem britischen Pfund Auftrieb. Vor allem seit sich BoE-Gouverneur Mark Carney Anfang Juni zur Aussage hinreissen liess, dass die Zinsen schneller steigen könnten, als es die Märkte erwarten würden. Ein absehbares Ende der ultralockeren Geldpolitik verstärkte die Nachfrage nach Pfund deutlich, und diese Währung wertete in den vergangenen vier Wochen gegenüber dem Euro um weitere 1,3 Prozent auf. Das Devisenpaar GBP/EUR steht sogar kurz vor einem neuen Drei-Jahres-Hoch. Gegenüber dem US-Dollar kratzt das Pfund sogar am Sechs-Jahres-Hoch.

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Eine baldige Zinserhöhung der BoE vom derzeitigen Rekordtief bei 0,5 Prozent scheint angesichts der Fundamentaldaten nicht abwegig zu sein. Das Wirtschaftswachstum liegt bei 3 Prozent, die Arbeitslosenrate fiel zuletzt auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Zudem treibt der Immobilienboom den Notenbankern Sorgenfalten auf die Stirn. Die Häuserpreise verteuerten sich im April binnen Jahresfrist um 9,9 Prozent – der höchste Anstieg seit vier Jahren. Tradingorientierte Anleger, die auf eine weitere Aufwertung des britischen Pfund spekulieren möchten, finden mit Mini Futures ein adäquates Finanzinstrument.

Euro in der Bredouille

Auch die USA ist gerade dabei, sich von der expansiven Geldpolitik der vergangenen Jahre zu verabschieden. «Während wir Zinserhöhungen der EZB und der BOJ 2015 als eher unwahrscheinlich erachten, könnte die US-Notenbank bereits im dritten Quartal 2015 mit diesen starten», sagt Investmentbanker Wöhrmann. Verdichten sich die Anzeichen für dieses Szenario, könnte das Währungspaar EUR/USD seine seit Herbst vergangenen Jahres andauernde Seitwärtsbewegung nach unten auflösen.

Gegenüber dem australischen Dollar hat die europäische Gemeinschaftswährung bereits seit längerem das Nachsehen. Nachlassende Spekulationen auf eine weitere Lockerung der australischen Geldpolitik geben der Währung auf dem fünften Kontinent Auftrieb. Glenn Stevens, Chef der Reserve Bank of Australia (RBA), teilte jüngst mit, dass im gegenwärtigen Konjunkturumfeld eine «Periode der Stabilität bei den Zinsen» das Sinnvollste sei. «Die Erklärung war überraschend wenig taubenhaft», urteilt Anlagestratege Prashant Newnaha von TDSecurities. Im Börsenjargon werden Befürworter einer lockeren Geldpolitik als Tauben bezeichnet.

Spekulation auf EUR/YEN

Die aktuelle Pattsituation der EZB und der BoJ, beide überschütten die Märkte mit Geld, führt auch am Devisenmarkt zu einem Gleichstand. Seit Ende vergangenen Jahres schmiegt sich der Euro eng an den Yen bei der 140er-Marke. Wer sich diesen Umstand zunutze machen möchte, kann mit Inline-Optionsscheinen auf eine weitere Stagnation des FX-Duos setzen. Doch Vorsicht: Es locken nicht nur attraktive Gewinne, auch das Risiko ist dementsprechend hoch. Bei der Verletzung einer Schwelle des vorgegebenen Kurskorridors verfällt das Produkt wertlos.

Das Hebel-Produkt der RBS setzt auf eine weitere Aufwertung des britischen Pfund gegenüber dem Euro und verfügt über einen Multiplikator von 6,2. Die Stop-Loss-Marke liegt bei 1,089 Euro und befindet sich damit 13 Prozent vom aktuellen Kursniveau entfernt.

Mit einem konstanten Hebel von 5 können Anleger auf eine Tauchfahrt beim FX-Duo EUR/USD mit dem Faktor-Zertifikat der Commerzbank wetten. Ein Knock-out ist in dieser Struktur nicht zu finden. Das Produkt verfügt zudem über eine Endloslaufzeit. Die Managementgebühr beträgt 0,5 Prozent p.a.

Aufgrund neuer Aussagen der Notenbank decken sich Investoren, die auf eine weitere Abwertung des australischen Dollars gewettet haben, derzeit wieder damit ein. Mit dem Put-Optionsschein der ZKB lässt sich gehebelt auf eine weitere Verteuerung des australischen Dollars setzen. Die Laufzeit endet am 18.12.2014.

Der Inline-Optionsschein der Commerzbank ist auf eine weitere Seitwärtsbewegung des Währungspaares EUR/JPY ausgerichtet. Werden die Schwellen bei 137,50 und 147,00 Yen bis zum 23. Juli nicht verletzt, bekommen Anleger 10 Euro je Schein zurück. Das entspricht einer Gewinnchance von aktuell 36 Prozent.