Die Eurozone kommt mehr und mehr zur Ruhe. Nachdem die Region infolge Schuldenkrise jahrelang in der Rezession gefangen war, belebt sich die Konjunktur in den Euroländern wieder. War die Wirtschaft der 19 Mitglieder im 2012 und im 2013 mit -0,7 und -0,5 Prozent noch auf Schrumpfungskurs, so schaffte der Euroraum 2014 bereits ein Plus von 0,8 Prozent. In diesem und im nächsten Jahr werden noch grössere Steigerungen erwartet.

Die Beruhigung der Region zeigt sich stark am Aktienmarkt. Der EuroStoxx 50, mit den 50 grössten Titeln der Währungsunion, notiert jetzt nicht nur auf dem höchsten Niveau seit 2008, auch die Volatilität des Index als Indiz für das Risiko geht mehr und mehr zurück. Liegt die Fünf-Jahres-Volatilität noch bei 21,9 Prozent und die Drei-Monats-Volatilität sogar bei 22,7 Prozent, so beträgt die Schwankungsbreite des Index auf Sicht von einem Monat nur noch 12,1 Prozent.

Spanien mit starkem Turnaround

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Zu den stärksten Turnaround-Staaten im Euroraum zählt Spanien. Nach fünfjähriger Rezession hat es 2014 mit 1,4 Prozent das erste Wachstum seit 2009 gegeben. Und für 2015 stehen die Konjunkturampeln noch intensiver auf Grün. Nachdem Ministerpräsident Mariano Rajoy für dieses Jahr bisher ein Wirtschaftswachstum von 2,0 Prozent in Aussicht gestellt hatte, hat der spanische Regierungschef seine Prognose vor wenigen Tagen auf 2,4 Prozent nach oben geschraubt.

Von der Erholung soll auch der Arbeitsmarkt stark profitieren. Zwar sind derzeit mit 5,5 Millionen Spaniern noch 23,7 Prozent ohne Job, doch Rajoy erwartet in diesem Jahr 500‘000 neue Stellen in seinem Land. Mehr Jobs bedeutet auch mehr Konsum – das könnte der Wirtschaft zusätzlichen und unerwarteten Auftrieb geben. Vor einem Jahr hatte stocksDIGITAL bereits die spanische Börse als vielversprechend empfohlen. Seither kletterte das damals genannte Indexzertifikat (ISIN: CH0225227112) auf den Leitindex IBEX 35 schon um 15 Prozent.

IBEX 35 – wichtige Charthürden sind erreicht

Während die Börse Madrid wegen der verbesserten fundamentalen Aussichten für das Land zumindest auf Sicht von einigen Quartalen weiter steigen sollte, besteht nach den Kursgewinnen jetzt auch kurzfristig erhöhte Phantasie im Index, denn wichtige Chartmarken sind nun erreicht. So konnte der IBEX 35 schon vor zwei Wochen die viel beachteten gleitenden Durchschnitte der 100- und 200-Tage-Linie nach oben durchbrechen und so ein weiteres Kaufsignal generieren. Und dann ist obendrein die psychologische Marke von 11'000 Punkten und damit der zähe Widerstand aus 2010, 2011 und 2014 um 11‘100 Punkte zum Greifen nah.

Kurzfristig orientierte Anleger setzen deshalb mit einem Call mit vergleichsweise hohem 10er-Hebel (ISIN: DE000UZ39G53, Laufzeit endlos, Knock-out und Basis jeweils 10028,0848 Punkte, nicht währungsgesichert) auf den Sprung über die Marke und danach auf einen schnellen Schub in Richtung der nächsten Hürde bei 11‘500 Punkten vom April 2010. Tritt dieses Szenario ein, verspricht das genannte Produkt ein Plus von rund 30 Prozent. Konservative Anleger mit mittlerem Zeithorizont bleiben hingegen mit dem Indexzertifikat an Bord oder steigen ein.

Iberdrola und Fomento – vielversprechende Charttechnik

Wer auf Einzelwerte setzen will, sollte sich beispielsweise Iberdrola (ISIN: ES0144580Y14) ansehen. Die Aktie des Versorgers bietet nicht nur hohe Dividenden und ist in einem schönen Aufwärtstrend, sondern notiert auch am Widerstand aus 2011 im Bereich von 6,0 Euro. Klappt der Sprung über die Hürde, scheinen schnell weitere 10 Prozent Potenzial drin zu sein.

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Fomento De Construcciones Y Contratas (ISIN: ES0122060314) läuft zwar seit 2013 überwiegend in einer Seitwärtsrange zwischen etwa 10,50 und 13,0 Euro, doch derzeit notiert die Aktie im unteren Bereich der Handelsspanne. Da könnte ein Rebound bevorstehen. Obendrein besteht Hoffnung auf bessere Geschäfte infolge Konjunkturaufschwung in Spanien. Immerhin scheinen Investoren interessiert zu sein. Eine Kapitalerhöhung Ende 2014 war neunfach überzeichnet.