Bis vor Kurzem war es Kaffee. Der Preis für die schwarze Bohne hatte sich wegen Ernteausfällen infolge Dürre in Brasilien zwischen Ende Januar und Mitte März in nur sechs Wochen auf rund 2,20 Dollar je Pfund fast verdoppelt. Nach längerem Desinteresse sorgte das Gewächs damit für eine Wiederbelebung der Aufmerksamkeit der Anleger für Rohstoffe.

Nachdem Kaffee nun seit dem Kursschub im Februar seit Wochen kaum mehr vom Fleck kommt, haben sich jetzt andere Rohstoffe in der Liste der Top-Performer ganz nach oben geschraubt:  Derzeit verbuchen einige Industriemetalle kräftige Preissteigerungen. So konnte der Preis für Nickel seit Februar um 30 Prozent zulegen und dabei von 14'000 auf 18'500 Dollar je Tonne steigen. Aluminium schoss im April um rund 10 Prozent auf bis zu fast 1900 Dollar je Tonne nach oben. Bei Palladium, einem Edelmetall mit intensiver Verwendung in vielen Bereichen der Industrie, gab es in den letzten zwei Monaten Preissteigerungen um 15 Prozent auf 800 Dollar je Unze.

Industriemetalle – Spekulation auf ein höheres Wirtschaftswachstum

Höhere Preise – wenn auch nur um etwa 3 bis 5 Prozent – gibt es seit einigen Wochen auch bei Kupfer, Zink und Zinn. Als Erklärungsmodell für die steigenden Notierungen der Metalle wird die Spekulation auf den erwarteten globalen Wirtschaftsaufschwung genannt. Einige aktuelle Konjunkturdaten deuten auf eine zunehmende Dynamik der Wirtschaft hin. Zwar wuchs beispielsweise die US-Wirtschaft im vierten Quartal infolge des strengen Winters mit lediglich 0,1 Prozent – Ökonomen hatten ein Plus von 1,2 Prozent erwartet –, aber das ist eben infolge der Witterung eine Sonderkonjunktur, die von der Bedeutung her weniger gewichtet wird. Dafür stieg nun die Zahl der Beschäftigten im April in den USA um 220'000 und damit stärker, als von Ökonomen erwartet.

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Generell gehen die Ökonomen 2014 und 2015 von einer Beschleunigung der konjunkturellen Gangart rund um den Globus aus. So rechnen die Experten des internationalen Währungsfonds IWF für die weltweite Wirtschaft in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,7 Prozent. 2015 soll sich der Zuwachs auf 3,9 Prozent steigern. 2013 lag das Wachstum lediglich bei 3,0 Prozent, 2012 waren es 3,1 Prozent.

Metalle – teilweise monopolartige Stellung Russlands

Nun spielt neben der Spekulation auf Preissteigerungen infolge Konjunkturaufschwung ein anderer Faktor mit: Die Krise in der Ukraine und mögliche Sanktionen gegen Russland. Anders als offensichtlich von vielen Sanktionsbefürwortern vermutet, gibt es in Russland nämlich nicht nur Öl und Gas – bei diesen beiden Energieträgern könnten Sanktionsfolgen möglicherweise teilweise und relativ zeitnah durch Lieferungen aus anderen Ländern ersetzt werden.

Russland hat zusätzlich bei einigen Metallen teilweise eine monopolartige Marktstellung. So liegt der Weltmarktanteil des Landes bei Palladium beispielsweise bei 41 Prozent – produziert von Norilsk Nickel in Krasnojarsk in Sibirien. Dabei hat das Unternehmen aus dem hohen Norden bei weiteren Metallen einen hohen Weltmarktanteil. Bei Nickel etwa 17 Prozent und bei Platin 11 Prozent. 

Sanktionen gegen Russland und Preisexplosion bei Metallen

Kommt es zu Sanktionen gegen Russland, dürfte auch der Palladium-, Nickel- und Platin-Strom aus Norilsk versiegen. Das hätte katastrophale Folgen. Palladium beispielsweise ist ein wichtiger Katalysator in der chemischen Industrie und wird in Katalysatoren für Autos verwendet. Verwendet wird das Metall auch in der Schmuck- und Elektroindustrie und in der Medizin.

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Bei Nickel hat Norilsk nicht nur einen hohen Marktanteil – das Unternehmen fördert auch deutlich günstiger als die Konkurrenz und bietet eine bessere Qualität. Norilsk kann bei Nickel die Preise um einige Prozentpunkte über den üblichen Standards der LME London Metal Exchange – der grössten Metallbörse weltweit – durchsetzen. Ein Ausfall von 17 Prozent der weltweiten Produktion hätte natürlich auch heftige Preisausschläge des Metalls nach oben zur Folge.

Globaler Wachstumsschub – deutliches Preispotenzial bei Metallen

Aber unabhängig davon: 2013 und 2012 schwächelte weltweit die Konjunktur – 2011 lagen die Zuwächse noch mit 3,9 Prozent auf dem vom IWF erwarteten Level für 2015. 2011 waren bei gleichen Wachstumsraten wie 2015 Industriemetalle aber noch deutlich teurer als im Moment. Nickel kostete damals rund 26'000 Dollar je Tonne, Kupfer notierte bei rund 10'000 Dollar je Tonne und damit 50 Prozent höher als heute. 50 Prozent teurer waren beispielsweise auch Aluminium und Zinn.

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Auch wenn eine Beruhigung an der Russland-Front vorübergehend Kursabschläge bei den genannten Metallen bringen könnte – mittelfristig, bei Beschleunigung der globalen Wachstumsraten, scheinen höhere Preisniveaus gut möglich zu sein. Eskaliert der Konflikt um die Ukraine aber, könnte allein die Angst vor Sanktionen und vor  Lieferengpässen, vor allem bei Nickel und Palladium, ganz schnell weit höhere Kurse bringen. Kaffee als Preistreiber an der Rohstofffront dürfte damit auf jeden Fall abgelöst sein.

Metalle spielen – Zertifikate und Aktie

Mit dem Tracker-Zertifikat (CH0026074952, Laufzeit endlos, nicht währungsgesichert) setzen Anleger auf einen weiteren Preisanstieg bei Palladium.

Ein Tracker-Zertifikat (NL0000307882, Laufzeit endlos, nicht währungsgesichert) auf den Nickel-Preis bietet bei Verschärfung der Ukraine-Krise und bei Erholung der Weltwirtschaft schöne Kurschancen. Nickel ist dabei im Moment sogar charttechnisch gesehen interessant. Der Widerstand aus 2012 und 2013 liegt im Bereich von 18'500 Dollar. Der Sprung über diese Marke könnte technisch orientierte Anleger zum Einstieg locken und wie schon 2011 und 2012 schnelle Preissteigerungen bis in den Bereich von 20'000 oder gar 22'000 Dollar je Tonne auslösen.

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Mit dem Mini-Future (CH0187207110, Laufzeit endlos, nicht währungsgesichert, Abstand zum Knock-out 14,1 Prozent) spekulieren Anleger auf eine kräftigere Erholung beim Kupfer-Preis.

Das ADR auf Norilsk Nickel – das die Norilsk-Aktie im Verhältnis 1:10 abbildet – präsentiert sich seit längerem mit einer relativen Stärke. Während der russische Leitindex RTX seit Monaten fällt, schaffte das ADR Kurssteigerungen von 20 Prozent.

Norilsk – vier Chancen für Anleger

- Globaler Wirtschaftsaufschwung mit steigenden Metallpreisen

- Wiederentdeckung Russlands durch Investoren nach dem Mittelabfluss der letzten Zeit

- Erholung beim Rubel-Kurs

- Wertsteigerungen bei Norilsk, infolge der neuen Strategie: Mit dieser wird gezielt auf deutlich höhere Dividenden und  auf Exploration und margenträchtigere Produkte fokussiert.

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