Das aktuell tiefe Zinsniveau kann Fusionen und Übernahmen begünstigen. Dabei lohnt sich auch ein Blick auf eine ganz entgegengesetzte Aktivität: Die Unternehmensabspaltung, den sogenannten Spin-off. Denn es ist eine Art «Spin-off-Effekt» festzustellen, der spezifische Anlagechancen eröffnet.

Kursperformance besser als beim Mutterkonzern

Während der ersten Phase nach dem Spin-off sind die Töchter, von denen sich der Mutterkonzern trennt, zunächst «verwaist». Das heisst, es kommt nicht selten vor, dass die Anteile des neu entstandenen Unternehmens in grosser Zahl wieder veräussert werden. Typischerweise gerät der Aktienkurs der Tochter in dieser Phase unmittelbar nach der effektiven Abspaltung erst einmal unter Druck.

Empirische Studien haben gezeigt, dass sich aber die Kurse der abgespaltenen Tochtergesellschaften in den meisten Fällen danach besser entwickeln als die ihrer Mütter. Allerdings kommt dem Timing und dabei den ersten 27 Tagen nach dem Spin-off eine besondere Bedeutung zu.

Neuer Index mit 20 Spin-off-Firmen

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Für Investoren, welche von diesem interessanten Anlagethema profitieren möchten, kann der neu lancierte und bislang einzigartige «Solactive Global Spin-Off Performance-Index» attraktive Renditeaussichten bieten. Der hohe Analyseaufwand lässt sich vermeiden, denn der Index reflektiert systematisch die Kursentwicklungen von 20 gleichgewichteten weltweiten Aktien, welche von ihrer Muttergesellschaft abgespalten worden sind, und wird dabei vierteljährlich angepasst. Die jungen Indexmitglieder müssen, bevor sie in den Index aufgenommen werden können, mindestens 30 Tage lang an der Börse notiert haben. Auf diesen Index gibt es erste strukturierte Produkte.

 

Eric Blattmann ist Head of Public Distribution Financial Products bei Vontobel, Zürich.