Dem stationären Internet in den 1990er-Jahren und der mobilen Welle in den 2000er-Jahren folgt nun eine neue, vielleicht noch stärkere Entwicklungswelle: «Internet of things» oder zu Deutsch «Internet der Dinge». Dabei geht es zum Beispiel um Kühlschränke, die eigenständig Milch nachkaufen, oder um Waren, die sich unabhängig ihre Lieferwege suchen. Im Internet der Dinge werden Objekte intelligent und können über das World Wide Web untereinander Informationen austauschen. Letztendlich ist das Ziel, die virtuelle mit der realen Welt zu vereinen.

Die US-Bank Goldman Sachs hat die neuesten Entwicklungen in der Branche zum Anlass genommen, um eine umfangreiche Analyse zu diesem Thema zu verfassen. Dabei beschäftigen sich die Analysten mit zwei stark betroffenen Sektoren: Mit der Kommunikationstechnologie sowie mit der Halbleiterindustrie. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind Autos, das Eigenheim, Städte, tragbare Geräte sowie die Industrie. Für die Kommunikationstechnologie-Branche sehen die Experten beispielsweise zwei zentrale Wachstumstreiber. So soll WLAN – also die schnurlose Internetverbindung – als führende Verbindungstechnologie bis zum Jahr 2020 um die Hälfte zulegen und der Breitbandmarkt durch neue Mobilkommunikation um mehr als 15 Prozent expandieren.

«Internet of things»: Geduld und Nerven sind gefragt

Goldman Sachs hat in ihrem Researchbericht unter anderem Unternehmen wie Atmel, Broadcom, InvenSense und Microchip in ihre Empfehlungsliste aufgenommen. Alle diese Titel und noch mehr befinden sich ebenfalls in dem von Jud&Partner entwickelten «Internet der Dinge»-Basket. Diesen 30 Unternehmen umfassenden Aktienkorb haben sich mit UBS und Leonteq gleich zwei Emittenten ausgesucht, um darauf ein Tracker-Zertifikat zu lancieren. Beide Produkte haben nicht nur den gleichen Basiswert, auch die Laufzeit ist mit drei Jahren bis März 2017 identisch. Zudem notieren beide Papiere in US-Dollar. Anleger können sich daher nach persönlicher Präferenz für einen Emittenten entscheiden. Beide Geldhäuser verfügen bei Moody’s über ein A2-Rating.

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Aber auch in dieser Zukunftsbranche gilt: Wer investieren möchte, sollte ein starkes Nervenkostüm mitbringen, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass es in Hype-Branchen immer wieder zu empfindlichen Rückschlägen kommen kann. Jüngstes Beispiel ist der 3D-Sektor. Nach einem immensen Höhenflug büsste beispielsweise der Börsenwert des Marktführers 3D Systems seit dem Jahresbeginn einen Drittel an Wert ein.

Google mischt mit

Doch zurück zum Internet der Dinge. Zwar ist mit Austriamicrosystems, kurz AMS, auch ein an der SIX kotiertes Unternehmen in der Basket-Auswahl von Jud&Partner vertreten, dominiert wird die Zusammensetzung aber von US-Unternehmen. Die Internet-Supermacht Google darf dabei natürlich nicht fehlen. Deren führendes Betriebssystem Android ist schon länger nicht mehr nur auf Smartphones zu finden. Mittlerweile gibt die Google-Plattform auch in TV-Geräten, Uhren und neuestens sogar in Autos den Ton an. Zu Jahresbeginn baute der US-Konzern mit der Übernahme des Rauchmelder- und Thermostate-Herstellers Nest seine Reichweite zudem in den Haushaltsbereich aus.

Auch wenn das «vernetzte Haus» noch Zukunftsmusik ist, der Konzern Google stellt mit dem Zukauf klar, dass er ebenso beim Thema «Internet der Dinge» Schrittmacher in der Branche sein möchte. Wer teilgeschützt in den innovativen US-Konzern investieren möchte, für den bietet der frisch emittierte Barrier Reverse Convertible der Bank Vontobel eine konservative Anlagemöglichkeit.

Halbleiterbranche profitiert

Einen entscheidenden Anteil am Erfolg des Mega-Themas hat die Halbleiterindustrie. Deren Chips sorgen dafür, dass die Prozesse möglichst schnell und reibungslos ablaufen können. In der Branche haben sich bereits einige Player wie die britische ARM Holdings, die österreichische AMS oder auch die deutsche Dialog Semiconductor herauskristallisiert. Die beiden letztgenannten sind gerade dabei, sich zusammenzuschliessen.

Ob es tatsächlich zu einer «Ehe» kommen wird, ist aber offen. Noch sind die Gespräche in einem frühen Stadium. Geplant ist aber eine «Fusion unter Gleichen». AMS muss sich bis zum 24. Juli entscheiden, ob sie ein Angebot abgeben will. An der Börse stehen die Valoren der Österreicher bereits seit längerem hoch im Kurs. Der Titel verteuerte sich auf Sicht von einem Jahr um 112 Prozent.

Investments in das Internet der Dinge

Das Partizipationspapier der UBS bietet einen breit diversifizierten Zugang zu diesem Mega-Thema. Der 30 Mitglieder starke Basket ist starr, daher fallen keine Managementgebühren an. Die Laufzeit endet am 3. März 2017.

Das Tracker-Zertifikat von Leonteq verfügt über exakt den gleichen Basiswert wie das oben genannte Papier der UBS. Die Produktkonditionen sind die gleichen, und auch das Laufzeitende ist identisch.

Das Produkt hat einen Coupon von 4,62 Prozent p.a. Die Rückzahlung des Nominalwertes ist hingegen an die Kursentwicklung des Basiswertes gebunden. Bleibt die Barriere bei 445,06 US-Dollar unversehrt, ein Puffer von rund 20 Prozent, erzielt der BRC die Maximalrendite von derzeit rund 4,1 Prozent p.a. Laufzeit bis zum 17. Juli 2015.

Eine Renditechance von aktuell 5,9 Prozent p.a. sowie ein ordentlicher Risikopuffer von 35 Prozent sind die wesentlichen Merkmale des BRC von der UBS. Am 15. Mai 2015 endet die Laufzeit des Produkts. Sollte der Valor bis dahin die Barriere verletzen und bei Fälligkeit unter dem Startwert notieren, kommt es zu einer Aktienlieferung.