«Hackerattacke auf Deutschen Bundestag», «Polnische Airline lahmgelegt» und «Cyberangriff auf Personalverwaltung der US-Regierung» sind nur drei von vielen Schlagzeilen, die allein in den vergangenen Wochen über die Ticker liefen. Sogar die Sicherheitsfirma Kaspersky ist Opfer von Cyberkriminalität geworden. Nach Einschätzung des Viren-Experten Mikko Hypponen von F-Secure ist damit ein ganz neues Niveau erreicht worden: «Wir sind heute das Ziel der Feinde, die wir bekämpfen wollen.»

Marktanalytiker Juniper Research geht davon aus, dass aufgrund der rasanten Digitalisierung die Datenschutzverletzungen in Zukunft exponentiell zunehmen werden. Die Experten beziffern die dafür anfallenden Kosten für das Jahr 2019 auf 2,1 Billionen Dollar. Das wäre eine Vervierfachung der geschätzten Belastungen im 2015. Das Aufrüsten hat bei Regierungen und Unternehmen damit längst begonnen. Markets and Markets geht davon aus, dass der Cyber-Security-Markt 2015 ein Niveau von knapp 77 Milliarden Dollar erreichen wird, was einem Zuwachs von etwas mehr als 8 Prozent entspricht. Die Steigerungsrate wird sich in den kommenden Jahren beschleunigen. 2019 soll der Markt bereits ein Volumen von 156 Milliarden Dollar erreichen, das entspricht einem durchschnittlichen Plus von mehr als 10 Prozent pro Jahr.

Kosten steigen, Ausgaben steigen – die Profiteure

Der IT-Security-Branche dürfte also eine glänzende Zukunft bevorstehen. Wachstumsstarke Unternehmen sind vor allem in den USA zu finden, wie zum Beispiel Palo Alto Networks. Dem Unternehmen traut der Analystenkonsens zwischen 2015 und 2017 ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 90 Prozent pro Jahr zu. Dies kommt bei Anlegern gut an: Seit Anfang 2014 hat sich der Kurs nahezu verdreifacht.

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Gerade im Trendwechsel befindet sich Konkurrent FireEye. Das auf Netzwerke, E-Mails und die mobile Sicherheit von Behörden und Firmen spezialisierte Unternehmen tritt nach einer kurzen Übergangsphase wieder den Weg nach oben an – an der Börse wie auch operativ. Aufgrund der starken Nachfrage zum Jahresauftakt hat FireEye ihre Prognose sogar erhöht. Anleger beklatschen die Entwicklung mit einem Kursplus von 51 Prozent seit dem Jahresbeginn.

Hohe Renditen mit teilgeschützten Anlagen

Anleger müssen aber nicht das Risiko eines Direktinvestments eingehen, um sich in dem wachstumsstarken Sektor zu engagieren. Die Emittenten verfügen hierzulande auch über interessante Teilschutzprodukte, wie zum Beispiel Leonteq. Die Bank hat dieses Jahr bereits zwei Multi Barrier Reverse Convertibles auf das Aktien-Trio EyeFire, Imperva sowie Palo Alto Networks auf den Markt gebracht. Das eine Papier (ISIN CH0266704672) verfügt über einen hohen Coupon von 18,00 Prozent p.a. Allerdings steht der Briefkurs des BRCs bereits bei knapp 105 Prozent, was sich in der Renditechance bemerkbar macht. Diese beläuft sich aktuell zwar immer noch auf 11,5 Prozent p.a., doch Vorsicht: Es besteht die Gefahr, dass der BRC frühzeitig zurückgezahlt wird.

Aufgrund der Callable-Funktion kann Leonteq den BRC am 6. August kündigen. Das gilt nicht für den zweiten BRC (ISIN CH0266707220), allerdings hat sich auch dieser bereits seit der Emission verteuert und ist zudem anfänglich «nur» mit einem Coupon von 10 Prozent p.a. ausgestattet worden. Die niedrigere Gewinnchance geht aber mit höherer Sicherheit einher. Bei einem klassischen Multi BRC reicht es, wenn ein Titel die Barriere verletzt, um den Worst-of-Mechanismus in Gang zu setzen. Beim Produkt von Leonteq gilt dies nicht. Dort müssen mindestens zwei Valoren die Barriere touchieren, damit sich die Rückzahlung am Ende der Laufzeit nach dem schwächsten Mitglied richtet.

Cyber Basket – auf IT-Sicherheit setzen

Leonteq hat aktuell auch noch einen neuen Multi BRC (ISIN CH0281544442) auf drei IT-Sicherheitsvaloren am Start. Bestückt ist dieses Produkt mit Cyberark Software, FireEye und Symantec. Der BRC mit einer Laufzeit von 15 Monaten geht mit einem hohen Coupon von 16 Prozent p.a. sowie einem komfortablen Puffer von 41 Prozent ins Rennen. Wie die anderen beiden genannten Produkte auch, verfügt der neue Multi über eine Quanto-Funktion.

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Ende vergangenen Jahres haben wir an dieser Stelle auf das damals brandneue Tracker-Zertifikat (ISIN CH0236515489) der Credit Suisse auf einen Cyber Security Basket aufmerksam gemacht. Mit diesem Partizipationspapier lässt sich breit diversifiziert auf die Branche setzen, allerdings ohne Risikopuffer. Der Basket ist in zwei Gruppen aufgegliedert: «Spezialisierte» und «diversifizierte» Unternehmen. Während Titel wie FireEye, Foritnet oder Palo Alto Networks den Aktienkorb nach vorne bringen, bremsen insbesondere Hewlett-Packard und Rovi die Entwicklung. In der Spitze lag das Produkt bereits um mehr als 12 Prozent vorne, aktuell sind es noch rund 4 Prozent. Die Laufzeit endet im Dezember 2016, es bleibt also noch genügend Zeit für steigende Gewinne.