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Januar-Effekt – die Favoriten für den Spurt zum Jahresstart

Swissquote: Die Aktie des Finanzdienstleisters könnte im Januar zu den Top-Titeln zählen. Keystone

Unsere Favoriten für Januar 2014 schafften eine Outperformance von 9,5 Prozent. Auch Studien bestätigen: Small Caps laufen im Januar besonders gut. Warum das so ist und worauf Anleger jetzt setzen.

Von Georg Pröbstl
am 11.12.2014

Das war ein Treffer! Zwar brachte die Aktie von Repower im vergangenen Januar nur ein Plus von 3,3 Prozent, doch Myriad Group kletterte im selben Monat um 6,6 Prozent, und Publigroup lieferte sogar ein Plus von 29,2 Prozent – in einem einzigen Monat! Lediglich Edisun Power bescherte in jenen vier Wochen einen Verlust von 6,3 Prozent. In Summe brachten die vier Top-Picks, die stocksDIGITAL vor einem Jahr als Favoriten für eine Januar-Rally empfohlen hatte, ein Kursplus von 8,2 Prozent – wie gesagt: In nur einem Monat! Der SMI lief beim Jahresstart sogar eher verhalten und rutschte in den ersten vier Wochen des Jahres mit 1,3 Prozent ins Minus. Damit liegt die Outperformance unserer genannten vier Januar-Top-Aktien bei 9,5 Prozentpunkten.

Diese Entwicklung scheint eine alte Erkenntnis zu bestätigen: Langfristig betrachtet laufen Small Caps im Januar deutlich besser als Blue Chips, und sie bringen zwischen dem letzten Handelstag im Dezember und dem letzten Tag im Januar die höchste Outperformance gegenüber den grossen Standardwerten.

Small Caps laufen im Januar besonders schnell

Das belegt auch eine Studie der Florida International University und der University of Louisiana at Lafayette. Wie die Wissenschaftler dieser Universitäten herausgefunden haben, brachten die 10 Prozent der kleinsten US-Titel zwischen 1926 und 1963 im Januar eine durchschnittliche Performance von 9,9 Prozent. Die 10 Prozent der grössten US-Aktien kamen hingegen nur auf ein Plus von 0,9 Prozent. Und auch für den Zeitraum von 1963 bis 2004 ermittelten die Experten der beiden Universitäten eine starke Performance der kleinen Werte im Januar. Sie lag in diesen 40 Jahren im Durchschnitt bei 7,4 Prozent bei den 10 Prozent der kleinsten Small Caps im Vergleich zu 1,6 Prozent bei den 10 Prozent der grössten Titel.

Dabei war der Januar auch in diesem Zeitraum für die kleinen Werte der beste Monat überhaupt. Denn während die 10 Prozent der kleinsten Aktien im Januar in den genannten Zeiträumen 1926 bis 1963 und bis 2004 wie geschildert auf 9,9 und 7,4 Prozent Kursgewinn gekommen sind, hat es in den restlichen elf Monaten ohne Januar nur monatliche Steigerungen von durchschnittlich 1,0 und 0,7 Prozent gegeben.

Gründe für die Outperformance: Psychologie und steuerliche Verluste

Eine Outperformance der Börsenzwerge im Januar entdeckte auch Wirtschaftsnobelpreisträger Eugene Fama zusammen mit seinem Professorenkollegen Kenneth French. Die beiden Experten ermittelten für diesen Monat im Zeitraum zwischen 1926 und 2011 für die kleinsten 10 Prozent der US-Small-Caps ein durchschnittliches Plus von 7,9 Prozent und für das restliche Jahr pro Monat nur 0,9 Prozent.

Für diesen Effekt werden auch steuerliche Gründe genannt wie etwa der, dass Anleger Aktien, die gegen Jahresende im Minus sind, aus dem Depot werfen. Dadurch realisieren sie steuerliche Verluste. Sie steigen dann gleich im Januar wieder ein. Eine andere Erklärung bietet die Börsenpsychologie. Bringt ein Titel gegen Jahresschluss Verlust, werfen Anleger diesen aus mentalen Gründen aus dem Depot und steigen dann im neuen Jahr bei den Werten sofort wieder mit neuem Mut ein.

Auf die Verlierer setzen

Da Verkäufe und Käufe bei den kleinsten Aktien mit ihren in der Regel geringen Handelsvolumina an der Börse die grössten Kurseffekte haben, wäre damit der starke Anstieg der Börsenzwerge im Januar gut erklärt. Diese These geht zurück auf den US-Ökonomen Donald Kiem.

Es könnte sich auch jetzt, wie schon im vergangenen Januar, wieder lohnen, die schwächsten 52-Wochen-Performer im SPI genauer unter die Lupe zu nehmen, denn Publigroup, Myriad, Repower und Edisun zählten vor einem Jahr mit Kursverlusten von jeweils rund 40 Prozent zu den Verlierern des Börsenjahres 2013.

Die vier Januar-Top-Picks 2014 widerlegen den Januar-Effekt übrigens in einem Punkt: Sie liefen nicht nur im Januar gut, sondern das gesamte Jahr über. Während nämlich der SMI seit dem Jahresstart bisher ein Plus von 10,0 Prozent abgeworfen hat, bringen es die vier Titel zusammen im Durchschnitt auf 87,9 Prozent und damit annähernd auf eine Verdopplung. Schwach lief lediglich Repower mit  minus 14,3 Prozent. 33,3 Prozent Gewinn brachte Edisun, 139,3 Prozent Kurssteigerung schaffte Publigroup und bei Myriad Group waren es sogar 193,4 Prozent – fast eine Verdreifachung!  

Januar-Effekt – die neuen Favoriten

Zwahlen & Mayr Aigle (ISIN: CH0002661731). Nach roten Zahlen im 2014 könnte 2015 wieder der Sprung in den schwarzen Bereich glücken.

Meyer Burger (ISIN: CH0108503795). Beim Solarzulieferer ziehen die Geschäfte an, zudem sind ab 2015 hohe Einsparungen geplant.

Swissquote (ISIN: CH0010675863). Der Finanzdienstleister konnte im ersten Halbjahr operativ noch zulegen. Zwar hat es in den ersten sechs Monaten infolge Übernahme der MIG-Bank gestiegene Betriebskosten gegeben, doch im nächsten Jahr ist mit Synergien zu rechnen.

Phoenix Mecano (CH0002187810). Der Gehäusehersteller enttäuschte zwar die Erwartungen im dritten Quartal, doch immerhin hat es in den drei Monaten auch Steigerungen im Auftragseingang gegeben. Zudem wurden die Prognosen bestätigt.

Anleger warten vor dem Einstieg ab, ob es in den nächsten zwei Wochen zu einem Window-Dressing kommt, da die  genannten vier Titel zu den Worst-Performern 2014 im SPI zählen, mit Kursverlusten seit Jahresanfang von 20 bis 45 Prozent. Möglicherweise werden einige Anleger ihr Depot bis zum Jahresende um diese Verlustbringer bereinigen.

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