Besonders attraktiv ist derzeit der japanische Aktienmarkt, aufgrund seiner günstigen Bewertungen und des positiven Ausblicks hinsichtlich des Gewinnwachstums der Unternehmen. Allen voran profitieren japanische Aktien weiterhin von der lockeren Geldpolitik. So hat die Schwäche des Yen nicht nur die heimische Wirtschaft gestützt, sondern wirkt sich auch positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportindustrie aus.

Zudem findet im Unternehmenssektor ein Wandel statt. Japanische Aktiengesellschaften sind bereit, Aktionärsvergütungen in Form von Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufen zu verbessern. Dazu ist jedoch die Verbesserung der im Vergleich mit anderen G7-Nationen eher dürftigen Corporate Governance nötig. Um dies zu erreichen, trat im Juni ein neuer Corporate Governance Code in Kraft, dank dem die strategischen Gründe für Beteiligungen detaillierter und transparent dargelegt werden sollen, denn eine Hauptkritik an den Überkreuzbeteiligungen im Land liegt im ineffizienten Kapitaleinsatz. Viele Firmen sitzen auf hohen Cash-Beständen, die durch die Auflösung der Verflechtungen effizienter eingesetzt werden könnten.

Japan – mehr Value für die Sharholder

Als weiterer Fortschritt gilt die von Premier Abe angestossene Initiative für die Einführung eines Verhaltenskodexes für institutionelle Anleger, des sogenannten Stewardship Codes. Im Februar letzten Jahres hat Japan als erstes asiatisches Land einen solchen verabschiedet. Japanische wie auch internationale Grossinvestoren sollen auf den effizienten Kapitaleinsatz «ihrer» Unternehmen achten und ihren Einfluss entsprechend geltend machen.

Die Börse Nippons honoriert die Bemühungen um Verbesserungen der Corporate Governance. Japanische Aktien sind für Schweizer Anleger deshalb eine nähere Betrachtung wert, trotz dieser vielversprechenden Entwicklungen sind Rückschläge am Aktienmarkt aber natürlich nie ausgeschlossen. Daher gilt es einige Aspekte zu beachten.

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Weniger Risiko durch breite Streuung

·         Eine breite Diversifikation ist unerlässlich, da bei einer möglichen Abschwächung der chinesischen Wirtschaft insbesondere exportorientierte Unternehmen negativ beeinflusst werden. Hier lohnt es sich, kollektive Anlageformen zu berücksichtigen, bei denen ein Anleger mit einer Transaktion von einer breiten Diversifikation profitiert.

·         Im aktuellen Tiefzinsumfeld braucht es Finanzprodukte mit einer tiefen Kostenstruktur wie etwa ETFs unbedingt. Börsengehandelte Indexfonds kosten in der Regel bedeutend weniger als aktiv gehandelte Fonds.

·         Da Fremdwährungen langfristig keine positive Rendite generieren, macht eine Absicherung gegen Fremdwährungsrisiken Sinn. Heute können Anleger effizient Exposures im japanischen Aktienmarkt eingehen und äusserst flexibel agieren. Und vor allem für Franken-Anleger lohnen sich Investments wie währungsbesicherte ETFs, bei denen das Fremdwährungsrisiko ausgeschaltet wird.

Sven Württemberger, Leiter iShares Deutschschweiz