Er steigt und steigt und steigt: Gemeint ist der Yen. Die japanische Währung legte trotz aller Gegenmassnahmen der Notenbank in den vergangenen Wochen merklich zu gegenüber dem Euro und dem US-Dollar. Dabei ist es nun zu wichtigen charttechnischen Signalen gekommen.

Das Währungspaar USD/JPY durchstiess die untere Begrenzung des monatelangen Seitwärtskurses im Bereich von 101,00/101,50 JPY. Ein ebenso starkes Signal lieferte das Duo EUR/JPY mit dem Durchbruch der Marke von 140 JPY nach unten. Gegenüber dem Franken konnte der Yen seinen Abwärtstrend nach oben durchbrechen.

Konträre Zinspolitik in den Ländern

Woher kommt diese plötzliche Yen-Stärke? Die Aufwertung hat viele Gründe. Zum einen gilt die japanische Devise, ebenso wie beispielsweise der Schweizer Franken, seit jeher als «sicherer Hafen». Die schwelende Krise in der Ukraine und die Furcht vor grösseren Auseinandersetzungen zwischen Ost und West lässt Investoren derzeit in den Yen flüchten. Zum anderen befinden sich die USA in einem anderen Zinszyklus als Nippon. Denn während die japanische Notenbank an ihrer lockeren Geldpolitik festhält, versucht die Fed derzeit, die Geldhähne zuzudrehen.

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Die Bank of Japan (BOJ) beschloss zuletzt, den Kauf von Wertpapieren in der Höhe von 60 bis 70 Billionen Yen pro Jahr – rund 500 Milliarden Franken – fortzusetzen. Anders die USA. Die amerikanische Notenbank hat Ende 2013 damit begonnen, ihre zur Konjunkturbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe zu verringern. Sollte die Fed das eingeschlagene Tempo halten, dürften die Käufe Ende Jahr komplett eingestellt werden. Mit einer Zinsanhebung wird Experten zufolge  im Jahr 2015 gerechnet.

Lockere Geldpolitik soll die Preise treiben

Nach Ansicht von Charles Plosser, regionaler Fed-Präsident von Philadelphia, könnte es auch schneller gehen. «Meine Meinung ist, dass wir unsere Politik angesichts der Annäherung an unser Inflationsziel von 2 Prozent und des sich bessernden Arbeitsmarkts entsprechend anpassen müssen», sagte er kürzlich in Washington und führte weiter aus: «Das könnte uns dazu bringen, mit Zinsanhebungen eher früher als später zu beginnen.» In Japan ticken die «Zins-Uhren» hingegen anders. Die Notenbank der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt möchte mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik erreichen, die Inflationsrate an die Marke von 2 Prozent zu bringen. Japan steckt seit rund 15 Jahren in einer Deflation.

Dies spricht eigentlich gegen eine Yen-Stärke. Aber: Überraschenderweise könnte nun die Geldflut stoppen. Notenbankchef Haruhiko Kuroda äusserte sich nämlich zuversichtlicher zu Japans Konjunkturaussichten und dämpfte damit Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik. Seiner Ansicht nach zeigen die getroffenen Maßnahmen die erwünschten Effekte. Zudem hat die Bank von Japan in ihrer Erklärung die Aussage, dass sich Japan in einer Deflation befindet, gestrichen. Der starke Yen wirkt sich auch auf die Wirtschaft aus. So sind die japanischen Importe im Aufwind. Im April kletterten sie um 3,4 Prozent, im März zogen die Einfuhren um 18,1 Prozent an. Zwar haben auch die Exporte im vergangenen Monat wieder ein Plus verzeichnet, doch lagen die Ausfuhren erneut unter den Einfuhren. Damit war der April der 22. Monat in Folge, in dem Japan mehr Waren und Dienstleistungen importierte als exportierte.

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EZB dreht Geldhahn auf

Dass die japanische Notenbank alles dafür tut, um den Yen zu schwächen, ist im Markt längst bekannt und dadurch auch weitgehend eingepreist. Hingegen ist die Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch keine ausgemachte Sache. Doch verdichteten sich zuletzt die Anzeichen, dass das Team um EZB-Chef Mario Draghi schon bald an der Schraube drehen wird. Dies wiederum begünstigt den Yen, der sich in den vergangenen vier Wochen gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung um 2 Prozent verteuerte.

Das Abtauchen unter die 140er-Marke lieferte ein eindeutiges Verkaufssignal beim Euro. Mit einem Mini Future Short auf das Währungsgespann EUR/JPY können Anleger auf eine weitere Abwertung des Euro wetten. Wer aber davon ausgeht, dass die nächste Unterstützung im Bereich von 136 JPY halten wird und dass das Währungspaar wieder in seine lethargische Phase zurückkehren wird, kann mit einem Inline-Optionsschein gute Gewinne erzielen – bei entsprechend hohem Risiko, das versteht sich.

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Wie Anleger auf den Aufschwung des Yen setzen können

Mit diesem Call setzen Anleger auf einen weiteren Anstieg des Yen gegenüber dem Franken. Nachdem der Yen den Abwärtstrend vor rund einer Woche nach oben durchbrochen hat, gewinnt Nippons Devise möglicherweise weitere Dynamik. Knock-out: 0,0072. Finanzierungslevel: 0,007. Laufzeit: Endlos.

Der Taucher unter die Marke von 101,00 JPY eröffnet beim Währungs-Duo USD/JPY eine Short-Chance. Ein entsprechendes Produkt bietet die Bank Vontobel. Der Mini Future verfügt über einen Hebel von 18, die Knock-out-Schwelle liegt bei 105,61 JPY und damit 4,5 Prozent vom aktuellen Wechselkurs entfernt.

Das Derivat der ZKB hebelt die Kursbewegungen des Währungspaares um den Faktor 17. Der Stop-Loss-Level befindet sich bei 144,236 JPY. Erreicht der Basiswert dieses Niveau, verfällt das Produkt augenblicklich, und Anleger bekommen nur noch einen minimalen Restwert zurück (Finanzierungslevel: 146,2320 JPY).

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Mit diesem Korridorprodukt der Commerzbank können Anleger auf eine Seitwärtsbewegung bei EUR/JPY wetten. Die obere Kursgrenze befindet sich bei 148,00 JPY, die untere bei 135,00 JPY. Innerhalb dieser Spanne darf sich das Devisengespann frei bewegen. Kommt es zu keiner Berührung bis zum Laufzeitende am 23. Juni 2014, zahlt die Emittentin 10 Euro pro Schein zurück. Dies entspricht aktuell einem Renditepotenzial von 33 Prozent. Andernfalls verfällt der Schein wertlos.