Gazprom Plus 20 Prozent, bei Rostelecom waren zwischenzeitlich sogar schon Plus 23 Prozent drin und das RTS-Indexzertifikat (ISIN: NL0000804243) bringt aktuell ein Plus von 24 Prozent: Die Empfehlungen von stocksDIGITAL am 11. November gingen bisher voll auf. Auch die damals prognostizierte Story scheint sich jetzt zunehmend herauszukristallisieren: Das baldige Aus der Sanktionen des Westens gegen Russland und damit verbunden eine Wiederbelebung und ein Wirtschaftsaufschwung im Riesenreich im Osten. 

Schon vor seiner Wahl zeigte der designierte US-Präsident Donald Trump Sympathien für Russlands Präsident Wladimir Putin. Nun, nach der Wahl, hat sich dieser Eindruck bestätigt und sogar verstärkt. Nicht einmal die aktuellen Anschuldigungen des US-Geheimdienstes gegen Russland – ein russischer Geheimdienst würde Trump mit verfänglichen Fotoaufnahmen oder Videos erpressen wollen, scheint  da etwas zu ändern. Trump bleibt bei seinem Pro-Russland-Kurs und bezeichnet die Sympathie, die Putin im wohl entgegen bringt, als Asset, als klaren und willkommenen Vorteil.

Russland-Sanktionen – hohe Kosten in der EU

Wie von der Redaktion von stocksDIGITAL nach der Wahl Trumps Anfang November erwartet, scheint die Beendigung der Russland-Sanktionen durch die USA vielleicht schon in wenigen Monaten vor diesem Hintergrund zusehends wahrscheinlich. Aber auch aus ökonomisch könnte die Anti-Russland-Front insbesondere in der EU langsam immer mehr zerbröckeln. 

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Wie das österreichische Institut für Wirtschaftsforschung in einer aktuellen Studie Ende Dezember errechnet hat, könnten die Sanktionen gegen Russland in der EU alleine in 2015 eine Belastung der Bruttowertschöpfung von 17,6 Milliarden Euro verursacht und 400'000 Arbeitsplätze gekostet haben. 

Österreich will die Sanktionen jetzt aber lockern

Da die Erfolge von Sanktionen generell ohnehin als gering oder nicht messbar angesehen werden, wundern auch die aktuellen Aussagen des österreichischen Aussenministers Sebastian Kurz wenig. Der Politiker hat zum Jahreswechsel den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übernommen und will nun einen Versöhnungskurs mit Russland einschlagen und dabei die Sanktionen schrittweise lockern. 

Das Säbelrasseln gegen Putin könnte bald in Harfenklänge umschlagen. Möglicherweise nämlich entwickelt sich unter dem Gespann Trump/Tillerson eine ganz starke wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland. Beide sind Unternehmer und Rex Tillerson als designierter neuer US-Aussenminister hatte in seiner Funktion als Chef des grössten börsennotierten Energiekonzerns weltweit – Exxon – gute Beziehungen nach Moskau und zu Putin. Möglicherweise läuft es deshalb zwischen USA und Russland schon bald so gut wie noch nie und Russland könnte einen neuen Wirtschaftsboom erleben.

Hohes Nachholpotential an der Börse Moskau

Das heisst: Die Kurse an der Börse Moskau dürften dann noch höher steigen und auch der russische Rubel weiter an Wert gewinnen. Nachholpotential besteht. So notiert der breite russische Aktienindex RTS noch rund 20 Prozent unter dem Niveau von vor Beginn der Ukraine-Krise und der Rubel hat sogar noch ein Drittel aufzuholen.

Die eingangs erwähnten Aktien und das Partizipationszertifikat bleiben also trotz der schönen und schnellen Gewinne seit November nach wie vor interessant. Wer auf Titel setzen will, die im aktuellen Kursaufschwung der Börse Moskau ganz besonders gut laufen – also ein starkes Momentum besitzen –, der sollte sich einmal Rosneft (ISIN: US67812M2070) ansehen. Der Ölkonzern ist in den letzten Wochen hochgeschossen und besitzt einen RSL-Wert von 1,18. 

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Warum Anleger jetzt auf den RSL setzen

RSL – die relative Stärke nach Levy – nutzt eine altbekannte Börsenweisheit: the trend is your friend:  Wer auf einen bestehenden Trend setzt, kann oft überdurchschnittliche Resultate erzielen. Der US-Analyst Robert Levy entwickelte diese Kennzahl vor 50 Jahren. Der Börsenexperte nahm damals die Kursentwicklung von 200 Aktien an der New York Stock Exchange im Zeitraum 1960 bis 1965 genau unter die Lupe und entdeckte einen Zusammenhang zwischen einer positiven Performance in der Vergangenheit und einer positiven Kursentwicklung der folgenden Monate und Quartale. 

Der Zusammenhang war dabei umso deutlicher, umso weiter der RSL über 1 lag. RSL-Werte über 1 signalisieren Anlegern relative Stärke und damit eben auch, dass eine Aktie derzeit überdurchschnittlich gut läuft. 

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Starker Lauf: Rosneft, Sberbank, Severstal und Tatneft

Rosneft auf jeden Fall notiert auf dem höchsten Stand seit drei Jahren und zum 2013er-Hoch fehlen nur noch 15 Prozent. Seit der Wiederbelebung der Börse Moskau Anfang November entwickeln sich aber auch Sberbank (ISIN: US80585Y3080) und Severstal (ISIN: US8181503025) stark. Beide konnten in den letzten zwei Monaten jeweils rund 25 Prozent an Wert gewinnen und zeigen jeweils einen RSL von 1,19.

Mit 1,29 zeigt Tatneft (ISIN: US8766292051) sogar noch mehr relative Stärke. Die Aktie des Öl- und Gaskonzerns bringt es in den letzten acht Wochen auf ein Kursplus von mehr als 30 Prozent und sie notiert inzwischen mit klarem Vorsprung auf einem Allzeithoch. Behält Finanzexperte Levy Recht, dann könnte es mit der Aktie auch noch einige Zeit weiter nach oben gehen.

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