Für die Fans des europäischen Club-Fussballs beginnt in der kommenden Woche die heisse Phase der Saison. Ab Dienstag stehen die Viertelfinal-Begegnungen der Champions League an. Gleich am ersten Spieltag kommt es mit der Partie Manchester United gegen Bayern München zu einem Klassiker. In der Europa League beginnt die Runde der letzten acht Vereine am Donnerstag.

Dann tritt der FC Basel im heimischen Joggeli gegen den FC Valencia an. Allerdings können die Anhänger der Rot-Blauen das Spiel nur im Fernsehen verfolgen. Da einige Chaoten bei der letzten Auswärtspartie in Salzburg einen Spielunterbruch provoziert hatten, griff die Uefa durch. Der europäische Fussballverband verhängt neben dem Geisterspiel eine hohe Geldbusse gegenüber dem Club.

Highlight Communication mit hoher Dividende

Während der FCB der einzige sportliche Vertreter der Schweiz im Europapokal ist, zieht ein Unternehmen aus der Rhein-Metropole im Hintergrund wichtige Fäden. Die Agentur Team, eine Tochtergesellschaft der Highlight Communications AG, vermarktet die beiden Clubwettbewerbe sowie den Super Cup. Dabei geht es vor allem in der Königsklasse um gigantische Summen. Die Uefa rechnet damit, dass die Champions League in der laufenden Saison einen Umsatz von mehr als 1,4 Milliarden Euro einfahren wird. Damit würden sich die grösstenteils von den übertragenden TV-Sendern stammenden Erlöse innerhalb von zehn Jahren weit mehr als verdoppeln.

Anzeige

Highlight Communications profitiert stark von dieser Entwicklung. Obwohl sie nur für rund 16 Prozent der Konzernumsätze verantwortlich war, steuerte die Vermarktungssparte im 2012 knapp 90 Prozent zum Ergebnis bei. Im vergangenen Jahr brach der Gewinn des Segments jedoch um 40 Prozent ein. Highlight verweist auf eine geänderte Geschäftsbeziehung mit der Uefa. Offensichtlich möchte der Verband mehr vom grossen Kuchen haben. Da die Medienholding auch im Kerngeschäft Film Rückgänge verbuchte, überrascht es nicht, dass die aktuelle Zahlenvorlage für einen Kursrücksetzer von mehr als 6 Prozent sorgte. Im laufenden Jahr rechnet das Management bestenfalls mit einem moderaten Gewinnanstieg. Daher dürfte der in Deutschland kotierte Small Cap an der Börse weiter im Abseits stehen. Dafür bekommen Anleger hier seit längerem hohe Dividenden von mehr als 5 Prozent.

Borussia Dortmund – Aktie im steilen Aufwärtstrend

Ganz anders Borussia Dortmund: Vor dem Viertelfinale in der Champions League gegen Real Madrid bewegt sich die Aktie des deutschen Clubs im Bereich von vier Euro. Vor fünf Jahren fristete das Papier noch ein Dasein als Penny-Stock. Doch der zwischenzeitlich am Rande des Ruins stehende Verein hat sportlich und finanziell die Trendwende geschafft. 2011 und 2012 holten sich die Schwarz-Gelben die deutsche Meisterschaft. Vor knapp einem Jahr unterlagen sie zwar gegenüber dem FC Bayern im Finale der Champions League, doch das tat den hohen Einnahmen aus der Königsklasse keinen Abbruch. 55,6 Millionen Euro spielte das Team von Trainer Jürgen Klopp in der vergangenen Saison ein.

Selbst, wenn Dortmund nun an Real scheitern sollte, kann der Club auch für die laufende Spielzeit mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag rechnen. Für die Aktie ist daher kurzfristig die Leistung in der Bundesliga entscheidend. Hier sicherte sich der Erzrivale aus München bereits die Meisterschaft. Für die Dortmunder gilt es aber, die direkte Qualifikation für die Champions League im kommenden Jahr zu schaffen. Die Aktie ist in einem steilen Aufwärtstrend und notiert auf einem Zehnjahreshoch. Klappt der Sprung über die 4 Euro-Marke, könnte das einen weiteren Schub auslösen.

Neuer Grossinvestor bei Manchester United

Mit Manchester United droht ein weiterer börsennotierter Club an dieser Hürde zu scheitern. Momentan rangiert das Team um Superstar Wayne Rooney in der Premiere League nur auf dem siebten Platz. Bleibt es dabei, wird der britische Traditionsverein in der kommenden Saison auf der europäischen Bühne fehlen. Da Manchester United zudem im Champions-League-Achtelfinal gegen die Bayern Aussenseiter ist, lässt sich der kurzfristige Aufwärtstrend an der Börse kaum mit der sportlichen Situation erklären.

Den Kurs befeuerte vielmehr die Meldung, wonach eine US-Investmentgesellschaft Manu-Aktien im Wert von 150 Millionen US-Dollar gekauft hat. Und dann gab es Mitte Februar noch gute Halbjahreszahlen: Der Verein konnte sechs neue Sponsorenverträge an Land ziehen und auch bei Fernsehgebühren kräftig zulegen. Die Umsätze im Sechsmonatszeitraum kletterten um 18,8 Prozent auf 221,4 Millionen Pfund. Der Gewinn halbierte sich jedoch auf 18,7 Millionen Pfund. Viel weniger als ein mittleres zweistelliges KGV dürfte da im Gesamtjahr kaum drin sein.