Es geht nach oben. Langsam, aber sicher, hangelt sich der SMI seit 2011 von einem Hoch zum nächsten. Die Kursgewinne der letzten vier Jahre von annähernd 100 Prozent mögen für mittel- bis langfristig orientierte Anleger verlockend sein, aber auch bei einem kurzen Zeithorizont bietet sich immer wieder die Chance auf schöne und vor allem schnelle Gewinne.

Nimmt man den SMI genauer unter die Lupe, fällt auf: Der Index kletterte zwar beständig nach oben, aber unter Schwankungen und Kursausschlägen. In fast schon schöner Regelmässigkeit gibt es im Chart eine ganze Reihe von Kurszacken. Insbesondere in den letzten zwei Jahren ist der Index schon mehrfach von der oberen Begrenzungslinie seines Aufwärtstrends meist schnell und heftig nach unten abgeprallt.

Nach oben nicht zu knacken – der Aufwärtstrend im SMI

Im April war es so, im März war es so und auch im Januar scheiterte der Index am Versuch, den Aufwärtstrendkanal nach oben zu durchbrechen. Insgesamt gab es allein in den letzten zwei Jahren seit Anfang 2013 mehr als zehn solcher Abpraller vom Trendkanal, mit Kursrückgängen meist im Bereich von 3 bis 5 Prozent, innert weniger Wochen. Aber es waren auch schon Korrekturen von 8 und 10 Prozent zu verzeichnen.

Die Kursrückschläge mögen fundamental zwar immer begründet gewesen sein – beispielsweise mit wiederkehrenden Sorgen um die Konjunktur im Euroraum, mit der Schuldenkrise bei den Griechen oder, wie im Januar, mit dem starken Franken –, doch Fakt ist: Der mittelfristige Aufwärtstrendkanal seit Mitte 2013 war jeweils die Obergrenze für den SMI.

Die Begrenzungslinie ist fast erreicht

Nachdem sich der SMI in den letzten zwei Wochen vom Kursrückschlag von April und Anfang Mai wieder erholt hat, ist jetzt erneut die obere Begrenzungslinie des Aufwärtstrends zum Greifen nah. Diese verläuft aktuell ziemlich genau bei 9500 Punkten. Nimmt man das Kursmuster der letzten zwei Jahre, steht die Chance sehr gut, dass es bei Erreichen dieser Schwelle erneut zum Rückschlag, zumindest wieder auf das Kursniveau um 9100 Punkte, kommen wird. Und das möglicherweise schon in den nächsten Wochen.

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Wer dieses Szenario spielen will, kann mit einem Put auf den SMI sogar doppelt verdienen und zwar mit einem Put-Optionsschein. Doppelt verdienen aus zwei Gründen: Zum einen steigt der Wert des Put bei fallenden Kursen des Basiswerts – hier des SMI. Zum anderen ist einer der wichtigen Parameter für die Berechnung des Preises eines Optionsscheins die Volatilität. Und die ist derzeit im Keller. Der VSMI, der die Volatilität und damit die Schwankungsintensität des SMI widerspiegelt, notiert derzeit bei 13,6 Prozent und damit so tief wie noch kein einziges Mal in diesem Jahr. Im Hoch im Januar, nach dem Aus beim Euro-Mindestkurs, schnellte der VSMI auf bis zu 31,0 Prozent nach oben. Der Durchschnittswert in diesem Jahr lag ohne diesen Extremwert in etwa zwischen 16 oder 17 Prozent.

25 Prozent Kursgewinn, nur bei Anstieg der Volatilität

Das Beispiel «Aus beim Euro-Mindestkurs» mit dem folgenden rasanten Kursverfall des SMI, fast «intraday» um 14 Prozent, und dem Hochschnellen des VSMI macht den Zusammenhang klar: Gibt es einen raschen Kursausschlag – nach unten oder auch nach oben –, steigt die Volatilität. Läuft der Markt hingegen längere Zeit mehr oder weniger stabil vor sich hin, fällt die Volatilität tendenziell zurück.  

Und das ist wichtig für den Put. Denn kommt es wie oben geschildert wirklich zu einem erneuten Abprallen des SMI von der oberen Begrenzungslinie des Aufwärtstrends, ist das kurzfristig mit einem deutlichen Anstieg der Volatilität verbunden. Je nach Ausmass des Kursverfalls steigt der VSMI dann vielleicht auf 18, vielleicht auch auf 20 und mehr Prozent. Bei kurzlaufenden Put-Warrants auf den SMI und einem Basispreis von 9200 Punkten (ISIN: CH0255664689, Basispreis 9200 Punkte, Laufzeit 20.8.15, Bezugsverhältnis 500:1, Hebel 14,8) bringt aber der Anstieg der Volatilität auf 18 oder 20 Prozent einen Kursanstieg, allein aufgrund der höheren Volatilität, von etwa 25 Prozent. Fällt der SMI dann kurzfristig bei einer Volatilität von zum Beispiel 20 Prozent auf 9000 Punkte zurück, wäre insgesamt in etwa die Verdopplung beim Put-Optionsschein zu erwarten. Bei einem 14,8er-Hebel des Put in diesem Beispiel wäre da eigentlich eher nur mit einem Kursanstieg um 60 bis 70 Prozent zu rechnen. Anleger verdienen damit am Kursverfall und an der gestiegenen Volatilität.