Geht es nach der Kursreaktion der Alcoa-Aktie, dann kann der Auftakt in die US-Quartalssaison als gelungen bezeichnet werden. Am Tag, nachdem der Aluminiumkonzern die Resultate der vergangenen drei Monate präsentiert hatte, legte das ehemalige Dow-Jones-Mitglied um 3,8 Prozent zu. Allerdings war das Zahlenwerk an sich alles andere als berauschend. Wegen fallender Metallpreise verbuchte Alcoa einen Umsatzrückgang von rund 7 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar. Unterm Strich stand ein Verlust von 178 Millionen Dollar. Selbst der, um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn lag mit knapp 100 Millionen Dollar um nahezu einen Fünftel unter dem Vorjahreswert. Allerdings hatten Analysten mit weniger gerechnet.  

Bei dieser Gemengelage könnte es in den kommenden Wochen bleiben. Zuletzt haben die Analysten ihre Erwartungen an die US-Grosskonzerne deutlich zurückgeschraubt. Ende Jahr gingen sie nach Angaben des Datendienstleisters Factset noch davon aus, dass die Mitglieder des S&P 500 für das erste Quartal ein Gewinnwachstum von mehr als 4 Prozent melden. Mittlerweile sieht der Konsens einen Rückgang um 1,2 Prozent. Damit würden die Ergebnisse des Leitindex das erste Mal seit dem dritten Quartal 2012 fallen.

US-Gewinnerwartung – ein Schub im zweiten Halbjahr

Die starke Abwärtsrevision ist vor allem auf den strengen Winter in den USA zurückzuführen. Diesbezüglich lieferte American Airlines bereits einen deutlichen Fingerzeig. Im ersten Quartal musste der US-Carrier 34'000 Flüge streichen, was mit rund 60 Millionen Dollar auf dem Betriebsgewinn lastete. Solange sich solche «Frostbeulen» im US-Unternehmenssektor in Grenzen halten, dürfte die Zahlenflut der guten Stimmung an der Wall Street kaum einen Abbruch tun.

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Vielmehr kommt es darauf an, dass die Manager mit ihren Prognosen die optimistischen Erwartungen an die kommenden Quartale untermauern. Laut Factset rechnet der Konsens bereits im zweiten Quartal mit einem Gewinnwachstum von 7,6 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte soll sich die Steigerungsrate sogar im zweistelligen Bereich bewegen.

Deutliches Gewinnwachstum im SMI erwartet

Derart detaillierte Prognosen liegen für den SMI nicht vor. Tendenziell schraubten die Analysten jedoch auch bei den heimischen Grosskonzernen ihre Schätzungen in den vergangenen Monaten zurück. Gleichwohl liegen die Erwartungen für das Gesamtjahr weiterhin hoch. Laut Bloomberg sieht der Konsens beim SMI ein Gewinnwachstum von 17 Prozent. Bei der anstehenden Berichtssaison erhalten die Experten nur bedingt Informationen für ihre Rechenmodelle.

Während manche Unternehmen, beispielsweise Swatch, traditionell gar keine Resultate für das erste Quartal veröffentlichen, zeigen andere nur die Umsätze. Das gilt auch für zwei der drei SMI-Schwergewichte: Am 15. April präsentieren Nestlé und Roche die Verkaufszahlen für das abgelaufene Vierteljahr. Neun Tage später meldet sich Novartis zu Wort. Der Pharmakonzern und zweitgrösste SMI-Titel legt immerhin auch die Gewinnentwicklung offen.