Eine Katastrophenmeldung nach der anderen prasselte in den vergangenen Monaten ausgehend von China auf die Welt ein. Und es wird nicht besser, wie aktuelle Daten zeigen. Die Industrie im Reich der Mitte hat ihre Talfahrt beschleunigt. Das Sektor-Barometer sank im Januar um 0,3 auf 49,4 Zähler und liegt damit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Index erreichte damit das tiefste Niveau seit rund dreieinhalb Jahren und steigert damit die Sorge um die Weltwirtschaft.

Betroffen davon ist unter anderem der Maschinenbau. Bereits 2015 kam beispielsweise der deutsche Maschinenbau, der weltweit als führend angesehen wird, kaum mehr vom Fleck. Lediglich um ein Prozent zogen die Orders des Sektors im Nachbarland im vergangenen Jahr noch an. Der Branchenverband in Deutschland rechnet daher mit einer Stagnation in der Produktion im 2016.

Allerdings lassen sich nicht alle Maschinenbauer über einen Kamm scheren. «In der Branche gibt es ein gemischtes Bild», sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmannland. So zeigt sich beispielsweise bei der Automatisierungstechnik oder auch im Nahrungsmittel- und Verpackungsbereich eine überproportionale Nachfrage.

Krones – Weltmarktführer mit Potenzial

Ein Profiteur der ungebremsten Nachfrage ist Krones (ISIN DE0006335003). Der Weltmarktführer im Getränkeabfüll- und Verpackungsbereich sammelte in den ersten drei Quartalen 2015 um 4,3 Prozent mehr Aufträge ein als im Vorjahreszeitraum. Auf der Gewinnseite schlägt das Unternehmen ein noch deutlich schnelleres Tempo an. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 16,4 Prozent. Und ein Ende des Wachtums ist nicht in Sicht.

Trotz weltweiter Konjunktursorgen hat Krones ihre Ziele nach oben angepasst. 2015 soll die Rendite vor Steuern nicht bei 6,8, sondern bei 7,0 Prozent liegen. Das entspricht dem langfristigen Renditeziel des Konzerns. Der seit Anfang Januar amtierende Chef, Christoph Klenk, liebäugelt für die Zukunft nun sogar mit einer noch höheren Marge. Genaueres werden die Anleger wohl am 14. März erfahren, dann wird Krones ihre vorläufigen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren.

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Die starke operative Entwicklung schlägt sich auch im Aktienkurs nieder. Zwar verzeichnete der Titel bei den jüngsten Marktturbulenzen ebenfalls Rückschläge, doch liegt der Krones-Kurs mit einem Zwölf-Monats-Plus von 13 Prozent deutlich vor dem Gesamtmarkt.

Rational – profitabler Küchenspezialist auf Expansionskurs

Einen noch deutlich höheren Anstieg verzeichnete die ebenfalls in Bayern ansässige Rational (ISIN DE0007010803). Die Aktie kletterte in diesem Zeitraum um 41 Prozent und notiert als eine der wenigen seit dem Jahresbeginn im positiven Bereich. Der Ausrüster von Grossküchen schwimmt ebenso wie Krones bereits seit Jahren auf einer Erfolgswelle. Umsatz und Gewinn steigen seit 2009 steil empor. Um den Schub zu sichern, will Konzernchef Peter Stadelmann vor allem in die eigene Produktion und in den Vertrieb investieren.

Derzeit erzielt das Unternehmen die Hälfte der Erlöse auf dem alten Kontinent, 13 Prozent auf dem Heimatmarkt und 18 Prozent in Übersee. Vor allem in Amerika sieht Stadelmann gute Chancen, da dort noch in vielen Profiküchen mit Einzelgeräten gekocht wird und nicht mit grossen Kochautomaten, wie Rational sie fertigt. «Es wäre eine Idee, ein Gerät vor Ort zu bauen», sagt CEO Stadelmann.

Wie gefragt der Kombidämpfer von Rational ist, zeigt sich an der Profitabilität des Unternehmens. Die Vorsteuerrendite lag Ende September bei knapp 29 Prozent, und es könnte sein, dass sie im Gesamtjahr – das vierte Quartal gilt bei Rational als relativ wachstumsstark – noch weiter zulegen wird. Aufgrund der hohen Margen sowie der stetigen Rentabilitätsverbesserung wird dem Valor auch eine hohe Bewertung zugestanden. Das 2017er-KGV liegt aktuell bei 31. Die Aktie eignet sich aber ebenso wie Krones bestens als Depotbeimischung.

DMG – Squeeze-out-Kandidat

Als «Fels in der Brandung» erweist sich DMG Mori Seiki, früher Gildemeister (ISIN DE0005878003). Das liegt nicht nur daran, dass der Konzern zuletzt gute Geschäftszahlen vorlegte, als kurstreibend wirkt sich insbesondere die 2015 angekündigte Übernahme durch den gleichnamigen japanischen Partner aus. Von der ehemaligen Kaufofferte zu 30,55 Euro je Aktie hat sich der Kurs in der Spitze auf knapp 40 Euro – ohne nennenswerte Rücksetzer – «hochgeschlichen». Marktteilnehmer gehen davon aus, dass DMG Mori, die erst knapp über 50 Prozent der Anteile einsammeln konnte, mittelfristig ihren Anteil erhöhen wird und dass es am Ende vielleicht sogar zu einem Squeeze-out kommen wird. Eine aussichtsreiche Spekulation, zumal der Kurs zuletzt leicht zurückgekommen ist.