Die Halbjahreszahlen von Kudelski waren auf den ersten Blick durchaus ordentlich. So stieg der Nettoumsatz um 5,2 Prozent auf 400 Millionen Franken. Zugleich hob das Management die Jahresprognose aufgrund der Conax-Übernahme an. Neu erwartet die Führungsriege von Kudelski einen Gesamtumsatz von 895 bis 915 Millionen Franken. Bisher war das Management von Erlösen in der Höhe von 865 bis 880 Millionen Franken ausgegangen. Die Ebit-Messlatte wurde auf 60 bis 70 Millionen Franken von bisher 55 bis 65 Millionen Franken erhöht.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

So weit, so gut. Aber bei genauerer Betrachtung hinterlässt die Anhebung der Jahresziele einen faden Beigeschmack. Die Analysten der Credit Suisse zum Beispiel erklären kritisierend, dies sei nur auf den ersten Blick eine Anhebung. «Wenn man berücksichtigt, dass der erwartete Beitrag der Conax in der Höhe von 65 bis 70 Millionen Franken (in den aufgeführten Zahlen) enthalten ist und dass voraussichtlich 10 bis 15 Millionen Franken von Nagra ID Securtiy ausgeklammert sind, ist die Prognose unseres Erachtens gesenkt worden», heisst es bei der Bank.

Das Kerngeschäft steht unter Druck

Dies bedeutet, dass sich das Kerngeschäft von Kudelski weiter unter einem starken Druck befindet und dass noch nicht von einer Trendwende gesprochen werden kann. Man muss davon ausgehen, dass sich am trüben Geschäftsumfeld in den kommenden Quartalen nichts ändern wird. Das traditionelle Geschäft mit Zugangsberechtigungen für TV-Zuschauer lässt derzeit kaum grössere Wachstumshoffnungen aufkeimen.

Die aufgelegten Wachstumsinitiativen wie IP-Lizenzierung und vor allem Cybersicherheit haben noch keine ausreichende Grösse erreicht, um Kudelski wieder nachhaltig nach vorne bringen zu können. Vielmehr belasten die notwendigen Investitionen in diese Sparten die Rentabilität des Konzerns.