War’s das schon? Diese Frage dürften sich in den vergangenen Tagen viele Marktteilnehmer gestellt haben. Denn innerhalb weniger Börsensitzungen konnte der SMI die jüngste Kursdelle aus seinem Chartbild wieder nahezu vollständig ausbügeln. Obwohl sich der Schweizer Leitindex wieder erholen konnte, zeigt die laufende Bilanzsaison Licht und Schatten.

13 SMI-Mitglieder haben inzwischen ihre Zahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Von einem positiven Überraschungsmarathon kann dabei nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Während nur vier Unternehmen die Erwartungen übertreffen konnten, lagen fünf Grosskonzerne unterhalb der Prognosen, vier Bilanzen fielen wie erwartet aus.

Höhepunkte

Ein Glanzlicht setzte Actelion. Europas grösstes Biotechunternehmen schaffte ein bemerkenswertes «Triple». Der Konzern konnte nicht nur die Erwartungen deutlich übertreffen, auch Dividende und Ausblick wurden nach oben geschraubt. Das gefiel Börsianern: Vier Banken setzten ihre Kursziele nach oben. Auf der Ergebnisseite ebenfalls positiv, stachen Swatch und Givaudan hervor. Während der Duft- und Aromenhersteller im dritten Quartal die Erwartungen noch verfehlte, lagen die Gesamtjahresergebnisse deutlich über dem Analystenkonsens.

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Belohnt wurden Aktionäre schon in den letzten zwölf Monaten mit Kursgewinnen um rund 25 Prozent – jetzt wird auch noch die Dividende um 30 Prozent erhöht. Die UBS konnte ebenfalls überzeugen, und auch hier dürfen sich die Aktionäre auf eine höhere Ausschüttung freuen. Einen Wermutstropfen stellt allerdings der Ausblick dar, der vergleichsweise gedämpft ausfiel.

Tiefpunkte

Zur Liste der Enttäuschungen. Credit Suisse, Julius Bär, Syngenta, Zurich Insurance und Nestlé konnten die Erwartungen der Finanzgemeinde nicht erfüllen. Und dass die Bäume im laufenden Jahr nicht in den Himmel wachsen werden, zeigten die Vorschauen der Unternehmen. Auch wenn die mittelfristigen Ziele in ihrer Summe bestätigt wurden, positive Ausreisser waren neben Actelion und Swatch nicht dabei.

Was sich hingegen sehen lassen kann, sind die Dividendenversprechen. Bereits die Hälfte der SMI-Mitglieder hat eine Erhöhung angekündigt, weitere drei stellen eine stabile Ausschüttung in Aussicht. Und noch ist die Zahlensaison in vollem Gange. Die heimischen Blue Chips haben also weiterhin die Chance, für einen versöhnlichen Abschluss zu sorgen. Nächste Woche wird spannend: Am 20. Februar kommen die Zahlen von Swiss Re an, drei Tage später jene von Transocean und am 26. Februar folgt Holcim. Kommen von den drei Indexmitgliedern gute Daten, könnte das dem SMI weiteren Auftrieb geben.