Die Finanzmarktkrise hat Mergers and Acquisitions (M&A) – die Firmenübernahmen und Fusionen – ausgebremst. Nach dem Rekordjahr 2007 gab es eine lange Flaute. Seit dem zweiten Halbjahr 2013 jedoch springen die Fusions- und Übernahmeaktivitäten wieder an. So erhöhte sich das  globale Transaktionsvolumen im vergangenen Jahr um 13 Prozent.

In diesem Jahr dreht sich das Fusionskarussell sogar noch schneller. Allein in den ersten vier Monaten wurde laut Bloomberg bereits über M&A-Deals im Wert von 1,3 Billionen Dollar verhandelt. Das entspricht dem höchsten Viermonatswert seit 2007 und bedeutet verglichen mit dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 42 Prozent.

Gutes Umfeld für Übernahmen

Auch in der Schweiz hat sich der Markt für Fusionen und Übernahmen spürbar belebt. Für die grösste Transaktion aus Schweizer Sicht war bisher Novartis verantwortlich. Der Basler Pharmakonzern kauft und verkauft Geschäftssparten für insgesamt mehr als 25 Milliarden Dollar. Insgesamt erwarten Experten in der Schweiz zunehmende Aktivitäten im Bereich der Fusionen und Übernahmen.

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Das Umfeld ist gut. Die Analysten von Credit Suisse nennen hier niedrige Finanzierungskosten, geringere Unwägbarkeiten um die Gesamtwirtschaft und ein verbessertes Vertrauen auf den Geschäftsleitungsebenen, das zu einer Beschleunigung der Fusions- und Übernahmeaktivität beiträgt. Zudem sind die Firmenbilanzen in den vergangenen Jahren aufpoliert worden, und viele Unternehmen verfügen über sehr hohe liquide Mittel.

US-Firmen kaufen im Ausland

Insbesondere in den USA. Nach Schätzungen von Barclays haben die, gemessen an der Marktkapitalisierung grössten US-Unternehmen fast eine Billion Dollar im Ausland geparkt. «Amerikanische Unternehmen akquirieren momentan gezielt im Ausland und nutzen dafür die dort liegenden Gelder. So können sie die höhere Besteuerung in den USA umgehen. Beispiele dafür sind die geplanten Übernahmen von Alstom durch General Electric oder von AstraZeneca durch Pfizer», weiss Michael Winkler, Chief Investment Officer bei der St. Galler Kantonalbank.

M&A treibt die Börsenkurse

Dass diese beiden Übernahmeziele aus Europa stammen, dürfte kein Zufall sein. Vielmehr lassen sich auf dem alten Kontinent derzeit noch interessante Kaufobjekte finden. Aus Anlegersicht sind steigende M&A-Volumen aber ein zweischneidiges Schwert. Kritisch wird es aber erst dann, wenn Euphorie herrscht und zu hohe Preise gezahlt werden. Das scheint momentan noch nicht der Fall zu sein, und in so einer Phase waren anziehende Fusions-Aktivitäten in der Vergangenheit vielmehr Vorboten für steigende Aktienkurse.

Aktionäre profitieren dabei nicht nur von Kurssteigerungen bei der Aktie des Zielobjekts infolge von Übernahmeprämien, sondern auch im Zusammenhang mit Bietern. In diesem Jahr stiegen die Kurse der Zielobjekte am ersten Tag nach der Offerte im Durchschnitt um 18 Prozent. Auch die Aktien der Bieter konnten durchschnittlich leicht zulegen.

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M&A-Zertifikate von UBS und Credit Suisse

Wer sich das als Investor zunutze machen möchte, der kann gezielt nach einzelnen Übernahmekandidaten Ausschau halten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit findet man in den Bereichen Telekom, Pharma und Rohstoffe entsprechende Übernahmeziele. Im Zuge eines weiter zunehmenden Optimismus bezüglich der konjunkturellen Erholung könnte das Übernahmefieber nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg aber auch auf zyklischere Sektoren überspringen. In der Schweiz bringen laut Credit Suise Unternehmen wie Novartis, Swatch, Basilea, Noble Biocare oder Transocean als lukrative Übernahmeziele einiges mit.

Doch die Wette auf nur ein oder zwei Pferde ist riskanter, als auf einen ganzen Korb an Fusionskandidaten zu setzen.  Deshalb macht es Sinn, die M&A-Welle mit einem passenden Zertifikat zu spielen. Investmentbanken haben inzwischen einige entsprechende Produkte im Bestand, und von den Schweizer Anbietern mischen die UBS und die Credit Suisse mit.

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Im Fokus stehen hier europäische Übernahmekandidaten.

Das Basket entählt internationale Übernahmeziele.