In der US-Fast-Food-Branche tut sich was. Während die einen in einer Identitätskrise stecken und andere das Land verlassen, gibt es wiederum jene, die den Weg zurück auf den Wachstumspfad gefunden haben. Doch, der Reihe nach: Platzhirsch McDonald’s hat bereits seit Längerem Probleme bezüglich eines weiteren Ausbaus seines Geschäfts. Umsatz und Gewinn stagnieren seit Jahren. Auch im laufenden Jahr zeigt die Kurve nach unten. Der «Fritten-Brater» beklagt für den Monat Juli auf bestehender Fläche 2,5 Prozent weniger Erlöse im Vergleich zum Vorjahr. Laut Analysten ist es zum schwächsten Ergebnis seit mehr als zehn Jahren gekommen. Auf dem Heimatmarkt sind die Erlöse sogar um 3,2 Prozent gefallen. Erschwerend kommt hinzu, dass McDonald’s zum Spielball der Weltpolitik wird. In Russland wurden bereits mehrere Filialen geschlossen.

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Der Konzern reagiert mit verschiedenen Massnahmen auf die fehlende Geschäftsdynamik. So sollen beispielsweise Gourmet-Burger ins Sortiment kommen, und bald soll das Bestellen via App und Smartphone möglich sein. Die revolutionärste Idee ist jedoch die neue Kaffee-Strategie. In den USA bringt der Fastfood-Riese sein schwarzes Heissgetränk in die Supermarktregale. Im Angebot sind gemahlener Kaffee verschiedener Sorten sowie die margenstarken Kaffeekapseln. Damit fordert McDonald’s Konkurrent Starbucks heraus.

Starbucks kriegt die Kurve

Die Kaffeehauskette steckte selber noch vor nicht allzu langer Zeit in der Krise. Doch inzwischen ist Starbucks wieder auf Erfolgskurs. Der Konzern expandierte zuletzt erfolgreich in den Bereichen Tee und Saft, selbst eine Grossbäckerei gehört mittlerweile zum Firmenimperium. Zudem vertreibt Starbucks ihre Produkte ebenfalls in Supermärkten. Dort gibt es neben den bekannten Getränken auch eigene Kaffeemaschinen für die Benutzung der neuen Starbucks-Kaffeekapseln. Ein Bereich, den Rivale McDonald's Starbucks nun streitig machen möchte. Ob dies gelingen wird, wird sich zeigen.

Die Strategie von Starbucks trägt hingegen bereits Früchte. Quartal für Quartal legen Umsatz und Gewinn zu und führen immer wieder zu Prognoseanhebungen. Auch der jüngste Zwischenbericht lag deutlich über den Erwartungen. Um satte 23 Prozent verbesserte sich der Gewinn. Dennoch ist der Expansionsdrang von Starbucks längst nicht gestillt. Chef Howard Schultz plant, 2014/15 weltweit 1600 neue Filialen zu errichten. Im aktuellen Geschäftsjahr wurden bereits 1550 neue Läden in aller Welt eröffnet.

Burger King geht nach Kanada, und JIB wächst rasant

Auch Burger King zieht es ins Ausland, allerdings schleicht sich der Konzern dabei gleich mit «Sack und Pack» aus den USA heraus. Das Unternehmen möchte den Rivalen Tim Hortons aus Kanada übernehmen und in diesem Zuge gleich seinen Firmensitz in das für niedrigere Steuern bekannte Nachbarland verlegen. Mit der Übernahme des Donuts- und Kaffee-Spezialisten, der über 3500 Geschäfte in Kanada und über rund 850 in den USA zählt, möchte Burger King aber nicht nur Steuern sparen, sondern den Konkurrenten McDonald’s und Starbucks Paroli bieten. Bei einer Fusion der beiden Ketten sollen die bestehenden Marken weitergeführt werden.

Im Schatten der Big Player erfreut sich die Schnellrestaurantkette Jack in theBox (JIB) schon seit Jahren steigender Beliebtheit. Mit frischen Menüs, schnellem Service, frisch aufgepeppten Läden sowie einer neuen Markenstrategie der Tochter Qdoba für mexikanisches Essen ist die Firma auf Wachstumskurs. So verbesserte sich das operative Ergebnis in den vergangenen vier Jahren um mehr als 80 Prozent. Das gerade abgelaufene Quartal fügt sich mit einem Anstieg von 58 Prozent nahtlos in den Aufwärtstrend ein. Das starke operative Wachstum wird auch an der Börse belohnt. Die Aktie verteuerte sich binnen Jahresfrist um mehr als die Hälfte. Zum Vergleich: Konkurrent McDonald’s drehte im gleichen Zeitraum eine Nullrunde.

Analysten zeigen sich durchwegs optimistisch. Sie scheinen davon auszugehen, dass Burger King von der Fusion mit Tim Hortons profitieren wird. Der Deal könnte dem US-Konzern einen ordentlichen Wachstumsschub geben. Die Konsensschätzungen für die Gewinnentwicklung der kommenden Jahre liegen prozentual im zweistelligen Bereich. Allerdings ist der Titel trotz des positiven Trends mit einem 2015er-KGV von 28 schon ambitioniert bewertet.

Die JIB-Aktie kämpft derzeit mit einem Allzeithoch bei 62,90 Dollar. Doch es kann sein, dass es sich dabei nur um einen Zwischengipfel handelt. Beispielsweise setzten die Analysten von Jefferies ihr Kursziel zuletzt auf 71 Dollar herauf. Neben der anhaltend steilen Wachstumskurve von JIB sind auch die Aktienrückkäufe im Wert von mehr als 200 Millionen Dollar im zweiten Quartal ein gutes Zeichen.

Das schwache Wachstum lässt Anleger bereits seit Längerem an der Aktie zweifeln. Die Valoren des Branchenprimus drohen gerade nach unten auszubrechen. Solange sich keine Erfolge der neuen Strategie zeigen, fehlt dem Dow-Jones-Titel jegliche Attraktivität.

Die Expansion von Starbucks schreitet voran. Vor allem in Asien und Europa soll es in Zukunft mehr Shops mit dem grün-weissen Logo geben. Analysten gehen davon aus, dass die Strategie funktionieren wird und rechnen mit einer durchschnittlichen Ergebnissteigerung von jährlich knapp einem Fünftel bis 2016. Auf der Basis des erwarteten Gewinns für 2016 ergibt sich ein KGV von 21 – welches angesichts des starken Trends sowie der steigenden Profitabilität noch etwas Bewertungsspielraum nach oben lässt.