Ob Fast Food gesund ist oder nicht, darüber kann man streiten. Auf jeden Fall sind Burger & Co. oft enorm kalorienhaltig und sollen mit ein Grund für die zunehmende Verfettung vieler Menschen weltweit sein. So kommt der Tripple Whopper von Burger King auf 1066 Kilokalorien und auf einen Fettanteil von 69 Gramm. Beim ebenfalls von Burger King angebotenen Big King XXL sind es 1005 Kilokalorien bei 66 Gramm Fett. Eine Menge «Holz», wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Kalorienverbrauch pro Tag im Alter von 25 bis unter 51 Jahre bei Männern auf 2900 Kalorien und bei Frauen auf 2300 Kalorien zu veranschlagen ist. Das heisst, isst eine Frau zwei Tripple Whopper an einem Tag, dann ist ihr Kalorienbedarf damit bereits gedeckt.

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Dieses Image hat den Branchenvertretern aber nicht geschadet, und viele von ihnen machen gute Geschäfte. So passt schnell verzehrtes Essen nun einmal zum vorherrschenden Lebensstil, und diese Art der Nahrung ist oft auch günstig zu haben. Wobei günstig in der Schweiz selbst bei Fast Food relativ ist. Laut dem sogenannten Big-Mac-Index betrug der durchschnittliche Preis für einen Big Mac im Januar 2016 in der Schweiz 6,44 Dollar, während es beispielsweise in Deutschland nur 3,86 Dollar waren.

Fast Food: Eine Erfolgsstory an der Börse

Das günstigere Angebot in Deutschland führt zusammen mit der Franken-Stärke auch in diesem Segment zu Konsum-Tourismus von der Schweiz nach Deutschland, was im Vorjahr auch McDonald's Schweiz zusetzte. Trotzdem strömten 2015 täglich rund 275'000 Gäste in die etwa 160 Restaurants im Land und brachten einen Umsatz von 701,9 Millionen Franken. 2005 waren es hingegen nur 532,9 Millionen Franken. Mit diesen Zahlen erzielt McDonald's immerhin auch einen Anteil von etwas mehr als 3 Prozent an der Schweizer Gesamtgastronomie.

Appetit auf Fast Food haben auch viele Anleger. Deutlich wird das an den Erfolgsgeschichten verschiedener Fast-Food-Anbieter, deren Aktienkurse sich über die Jahrzehnte hinweg oft vervielfacht haben. Auch kurzfristig gesehen läuft die Branche gut. So weist ein Junk-Foods-Basket des Online-Brokers Motif für die vergangenen zwölf Monate ein Plus von rund 12 Prozent aus, während der S&P 500 Index gleichzeitig nur leicht zulegte.

Skalierbares Geschäftsmodell

Dieser Aktienkorb setzt sich aus US-Branchenvertretern zusammen und damit aus Fast-Food-Ketten aus jenem Land, das sich zu einem Meister bei der Schaffung von weltweit agierenden Restaurantketten oder Soft-Drink-Produkten entwickelt hat. Charme aus Sicht von Investoren haben solche Unternehmen nicht zuletzt deshalb, weil es mit dem passenden Konzept und einem fähigen Management vergleichsweise einfach ist, mit einem solchen Geschäftsmodell national, aber auch international, auf Wachstumskurs zu gehen. Weltweit bekannte US-Konzerne wie McDonald's, Burger King, Wendy's, Starbucks, Coca-Cola oder PepsiCo legen Zeugnis davon ab, was alles möglich ist. Frei von Sorgen ist aber auch dieser Sektor nicht. Aufpassen muss das Management unter anderem, dass Geschäftsmodell und Image nicht verstauben. Eine Herausforderung, auch im Kampf um Marktanteile, stellt zudem der weltweite Trend zu gesunder Ernährung dar. Clevere Fast-Food-Unternehmen stellen sich aber auch darauf ein und machen sich neue Trends sogar zunutze. So bietet etwa McDonald's in der Schweiz Starkoch-Burger-Kreationen oder lange gegarte, gezupfte Schweinefleisch-Burger an.

Börsianer müssen hingegen auf andere Dinge achten. Dazu zählt insbesondere die im Durchschnitt hohe Bewertung der börsennotierten Sektor-Vertreter. So befindet sich unter den US-Anbietern kaum ein Wert mit KGVs von unter 20. Die hohe Bewertung zeigt aber auch, wie sehr Fast-Food-Aktien von Anlegern wegen ihrer Robustheit und Skalierbarkeit des Geschäfts geschätzt werden.  

McDonald's – Expansion in China

Während Value-Investoren im Sektor weniger fündig werden, kommen Momentum-Anhänger auf ihre Kosten. Wer auf relative Kursstärke und Kursschwung setzt, der kommt derzeit nicht um McDonald's (ISIN: US5801351017) herum. Der weltweit grössten Fast-Food-Kette ist es auch dank eines in den USA eingeführten Ganztags-Frühstücks gelungen, ein Comeback zu feiern. Im ersten Quartal 2016 stieg der Gewinn um 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar, und der Umsatz auf vergleichbarer Fläche kletterte um 6,2 Prozent.

Das war besser als erwartet und untermauert den Rekordkurs, auf den der Titel nach einem fast zweijährigen Seitwärtstrend wieder eingeschwenkt ist. Die Bewertung ist mit einem geschätzten 23er-KGV für 2016 zwar nicht gerade moderat, aber wenn beispielsweise die geplante Eröffnung von mehr als 1000 neuen Restaurants in China Früchte tragen sollte, könnte es sein, dass die Aktie durchaus weiter laufen wird. Charttechnisch spricht der intakte langfristige Aufwärtstrend für den Titel.

Vielversprechende Gewinnperspektiven bei Wendy's, …

Noch nicht wieder auf Rekordkurs ist hingegen Wendy's. Mit einem internen Umbauprogramm, das unter anderem Renovierungen und neue Produkte beinhaltet, arbeitet Wendy's Co. (ISIN: US95058W1009) aber fleissig daran, an alte Hochs anzuschliessen. Wie Verbesserung bei Umsatz und Marge bei den bestehenden Restaurants in den USA im vierten Quartal 2015 zeigen, ist man dabei auf einem guten Weg.

Jetzt kommt es aber darauf an, dass die Gesellschaft, die sich als weltweite Nummer drei unter den Hamburger-Ketten sieht und mit rund 6500 Restaurants in 29 Ländern aktiv ist, weitere gute Quartalsergebnisse liefert. Analysten halten in den kommenden fünf Jahren ein Gewinnplus von rund 15 Prozent p.a. für möglich.  Dem steht ein für 2016 geschätztes KGV von rund 30 gegenüber.

… und auch Restaurant Brands International soll deutlich zulegen

Ähnlich wie bei Wendy's halten die Analysten bei Restaurant Brands International Inc. (ISIN: CA76090H1038) in den nächsten fünf Jahren Ergebniszuwächse von gut 15 Prozent pro Jahr für möglich. In den vergangenen Wochen hat sich der Kurs kräftig erholt, unter dem Strich ist die Notiz seit März 2015 aber nicht wirklich vorangekommen.

Seit dem Ende 2014 erfolgten Zusammenschluss von Burger King mit der kanadischen Kaffeehaus-Kette Tim Hortons und der damit verbundenen Umfirmierung in Restaurant Brands International sowie mit der Sitzverlagerung nach Kanada wird der Titel an der Börse derzeit noch vernachlässigt. Das hat vermutlich auch mit Zweifeln darüber zu tun, wie gut die geplante weltweite Expansion der in Kanada sehr beliebten Marke Tim Hortons gelingen kann. Geht die Rechnung mit Hilfe des Know-hows von Burger King auf, könnte mittelfristig aber Zug in die Notierung kommen. Mit mehr als 19'000 Restaurants in fast 100 Ländern hat der Konzern theoretisch das Format zum Fast-Food-Powerhouse.