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MDAX – Ausbruch und neuer Höhenflug

ProSiebenSat1: Der mögliche Aufstieg in den DAX könnte die Aktie beflügeln. Keystone

Nach einer Konsolidierungsphase wird es im deutschen MDAX wieder spannend. Der Index der grossen Nebenwerte ist nach oben ausgebrochen und markiert ein neues Allzeithoch. Die Favoriten.

Von Wolfgang Hagl
am 15.01.2015

Während sich die 10'000-Punkte-Marke bei deutschen Blue Chips im DAX seit einiger Zeit als Schallmauer erweist, läuft der MDAX seit Jahren von einem Rekord zum nächsten. Mit dem Ausbruch über die horizontale Barriere bei 17'000 Punkten lieferte die Mid-Cap-Auswahl nun ein starkes technisches Signal.

Als ein Hauptgrund für den Höhenflug wird die Stärke des deutschen Mittelstands genannt. Dieser hat immense Bedeutung für das Nachbarland. Nach Angaben des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums arbeiten 60 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland im Mittelstand. Bei der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung bringt es das Segment auf einen Anteil von mehr als der Hälfte. Typisch für den Mittelstand ist die enorme Dichte an sogenannten «Hidden Champions». Dabei handelt es sich um kleinere und mittelgrosse Unternehmen, die in ihrer Nische den Weltmarkt dominieren. Rückenwind bringt natürlich auch die aktuelle Schwäche des Euro.

Starker Nischenplayer: Krones

Nischenplayer sind mehrere MDAX-Mitglieder, Beispiel Krones (ISIN DE0006335003): Das bayrische Familienunternehmen liefert Maschinen und komplette Anlagen in der Abfüll- und Verpackungstechnik. Neben der Getränke- und Nahrungsmittelindustrie beliefert der Konzern den Chemie-, Pharma- und Kosmetiksektor. Mit Erfolg: Seit 2009 steigerte Krones den Umsatz um rund 50 Prozent. Gleichzeitig baute das Unternehmen die Profitabilität enorm aus.

2014 soll die Vorsteuermarge bei 6,2 Prozent gelegen haben. Damit gibt sich das Management aber nicht zufrieden. Konzernchef und Grossaktionär Volker Kronseder peilt mittelfristig 7 Prozent an. Analysten trauen den Bayern weitere Steigerungen zu und raten mehrheitlich zum Kauf des Mid Caps.

Starkes Momentum: Jungheinrich

Noch positiver fällt der Konsens bei Jungheinrich (ISIN DE0006219934) aus. Der Gabelstaplerhersteller ist bereits seit Einführung des MDAX 1994 im Index enthalten. Die Aktie musste den Index Anfang 2003 verlassen, kehrte aber im vergangenen Dezember überraschend zurück. Auch operativ hat das Unternehmen einen guten Lauf und profitiert vom starken Momentum im Markt für Flurförderfahrzeuge.

Im dritten Quartal 2014 legten die Umsätze um 10 Prozent, der Gewinn sogar um 12 Prozent zu. Damit stehen die Chancen gut, dass Jungheinrich im März auch für das Gesamtjahr starke Zahlen melden wird. Das Management ist zuversichtlich: Allein im Dezember hat es Aktienkäufe durch Firmeninsider im Volumen von über 1,6 Millionen Euro gegeben.

Starke Marktstellung: ProSiebenSat1

Am 26. Februar präsentiert ProSiebenSat.1 (ISIN DE000PSM7770) die Bilanz für 2014. Schon jetzt lässt die Sendergruppe charttechnisch aufhorchen. Gerade ist die Aktie dabei, aus einer seit Mitte 2013 laufenden Seitwärtsbewegung auszubrechen. Auch fundamental kann das Unternehmen punkten. «Bei den Fernsehunternehmen sehen wir ProSieben dank der Investitionen im Digital-Geschäft in einem strukturell attraktiven Markt weiterhin am besten positioniert», schreibt Goldman Sachs in einer neuen Studie zur europäischen Medienbranche.

Neben der Aussicht auf weiteres Wachstum lockt die Aktie mit einer satten Dividendenrendite von 4,7 Prozent. Hinzu kommt die Chance auf einen Aufstieg in den DAX. Schon bei der nächsten Indexüberprüfung im März könnte ProSiebenSat.1 in den deutschen Leitindex einziehen. Das dürfte den Kurs weiter beflügeln.

Mit ETF den gesamten Index spielen

Übrigens: Anleger können sich den MDAX auch als Ganzes ins Portfolio holen. An der SIX ist unter anderem ein Exchange Traded Fund (ISIN LU1033693638) von Comstage auf das Mid-Cap-Barometer kotiert. Der ETF bildet den Index durch den Einsatz von Swaps passiv ab und kommt mit einer Gesamtkostenquote von 0,3 Prozent p.a. aus.

Allerdings ist der Index im Vergleich zum DAX nicht gerade ein Schnäppchen. Für 2015 liegt das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 16 rund 25 Prozent über der Bewertung des deutschen Leitindex. Qualität und Momentum haben eben ihren Preis.

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