Mal ist Bill Gates die Nummer eins, mal Carlos Slim. Aber unabhängig von der Rangfolge – seit Jahren liefern sich Microsoft-Gründer Gates und der mexikanische Telefon-Tycoon Slim ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Platz als reichster Mensch der Welt. In der Forbes-Liste rangiert Slim aktuell mit einem geschätzten Vermögen von 82,3 Milliarden Dollar knapp vor Gates mit 80,9 Milliarden Dollar. Aber wie viel Vermögen der eine oder andere von den beiden besitzt, hängt stark von der Kursentwicklung ihrer Aktien ab.

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Bei Slim betrifft dies vor allem den mexikanischen Telefonkonzern América Móvil – der Marktführer in Lateinamerika. In den letzten drei Monaten kletterte die Aktie um 30 Prozent. Aber nicht nur América Móvil ist im Aufwärtstrend. Der gesamte Aktienmarkt Mexikos läuft und läuft. In den letzten drei Monaten gab es im Leitindex IPC Steigerungen um 10 Prozent, in den letzten drei Jahren ein Plus von 30 Prozent.

Reformen und ausländische Investitionen beflügeln

Der Aufschwung spiegelt die Entwicklung im Land wider. Das Wirtschaftswachstum lag 2013 bei für Schwellenländer vergleichsweise niedrigen 1,1 Prozent, und in diesem Jahr werden es wohl schon 2,7 Prozent sein. Mittelfristig erwarten Ökonomen noch höhere Steigerungen von 4 bis 5 Prozent. Denn in Mexiko sind einige Reformen am Start. Die Regierung will die Ausgaben erhöhen, Infrastrukturprojekte anschieben und die Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft für Investitionen von Ausländern verbessern. Denn im Land gibt es trotz einiger Liberalisierungsschritte immer noch eine Reihe von Oligopolen und Monopolen, die den Wettbewerb behindern. Erst im August wurde die Öffnung des Energiesektors durch den mexikanischen Senat gebilligt.

Wachstumstreibend sind auch Investitionen von internationalen Autoherstellern wie VW, Daimler Benz und BMW und von ihren Zulieferern mit dem Aufbau von Produktionsstätten im Land. Einen Aufschwung verbuchen auch andere Industriezweige wie Luft- und Raumfahrt, Pharma, Medizin, Bergbau und Elektroindustrie. Da Mexiko rund 80 Prozent seiner Exporte über das nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA abwickelt, ist das Land stark von der konjunkturellen Entwicklung der USA abhängig. Und in den Staaten läuft es im Vergleich zu anderen Industrienationen  vergleichsweise gut. 1,7 Prozent soll das Wachstumsplus im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in diesem Jahr betragen.        

Neue Partnerschaften

Neben NAFTA hat Mexiko zunehmend auch den pazifischen Raum im Visier. So hat sich das Land den Verhandlungen der transpazifischen Partnerschaft angeschlossen und zusammen mit Kolumbien, Peru und Chile die Pazifikallianz gegründet. Daneben stehen derzeit aber auch Verhandlungen mit der EU hinsichtlich Handelshemmnissen und Ursprungsregeln auf der Agenda. Sicher solide ist Mexiko. Zumindest im Staatshaushalt. So liegt der Verschuldungsstand lediglich bei 35 Prozent vom Bruttoinlandprodukt, und das Haushaltsdefizit soll in diesem Jahr bei 2,4 Prozent liegen.

Von den Liberalisierungsschritten, Reformen und Infrastrukturprojekten, aber natürlich auch vom vergleichsweise hohen Wirtschaftswachstum wird möglicherweise der Baustoffkonzern Cemex profitieren. Vielversprechend ist auch der Minenkonzern Grupo Mexico. Derweil mischt Carlo Slim mittels seiner América Móvil auch auf dem internationalen Telekommarkt mit. Die Mexikaner übernahmen beispielsweise im vergangenen Juli die Mehrheit am österreichischen Telefonanbieter Telekom Austria. Wer den gesamten Markt spielen will, greift zum Index-Zertifikat auf den IPC (ISIN: NL0000162527, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1).