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Inflation
Mexikos Wirtschaft wird nicht implodieren

Mexiko sieht nicht gut aus: Die Währung ist schlicht zu günstig. Keystone

Die mexikanische Wirtschaft schwächt sich ab, die Inflation steigt und die Unsicherheit ist hoch. Der mexikanische Peso ist in diesem Umfeld stark unter die Räder gekommen – zu stark.

Von Matthias Jenzer*
am 16.02.2017

Derzeit schwächt sich die mexikanische Wirtschaft an vielen wichtigen Fronten ab und der Inflationsdruck steigt kontinuierlich. Zu ganz normalen zyklischen Gründen gesellte sich über die vergangenen Monate auch eine wahrlich panische Angst vor US-Präsident Donald Trump.

Trump’s euphorische Tweets zum anstehenden Mauerbau und etwaigem Handelskrieg fühlten sich an wie die Vorboten eines zerstörerischen Orkans. Die Konsumstimmung und die Investitionslaune der Mexikaner brach ein. Jüngste Erkenntnisse lassen aber darauf schliessen, dass der Orkan vor Mexiko abdreht und in Mexiko nur als garstige Brise zu spüren sein wird.

Peso erwartet gigantischen Orkan

Der mexikanische Peso wurde während der vergangenen zwei Jahre wahrlich zerpflückt. Stand der Peso vor zwei Jahren noch auf 13 zum USD, so finden wir ihn heute um die 20 wieder – ein Minus von satten 54 Prozent. Gängige Bewertungsmodelle zeigen auf, dass der Peso heute so günstig ist wie nach der desaströsen «Tequila-Krise» im Jahre 1994.

Die Tweet-Frequenz des Donald Trump im Hinblick auf Mexiko ist jüngst stark zurückgegangen – langsam scheint sich Vernunft breit zu machen. Die USA und Mexiko werden wohl eine einigermassen verträgliche Lösung in ihrem Nachbarsstreit finden – daher eher Tendenz Brise als mexikanischer Orkan.

Aufwertungspotential im Peso

Auf dem derzeitigen Niveau «erwartet» der mexikanische Peso eine wirtschaftliche Implosion. Die mexikanische Wirtschaft wird auf absehbare Zeit schwach bleiben – aber sie wird nicht implodieren. Die Währungsreserven bleiben hoch und stabil. Die Zentralbank macht einen hervorragenden Job und auch die Politik – kaum zu glauben – verhält sich wirtschaftlich angemessen.

Sobald der Markt die Orkanvorhersagen auf die Seite schiebt und Richtung Brise tendiert, wird sich der mexikanische Peso stark erholen – 10-20 Prozent Währungsgewinn über die kommenden 6-12 Monate liegen durchaus drin. Und fürs Warten und ausharren in dieser volatilen Zeit zahlen Peso-Festgeldanlagen noch über 5 Prozent Zinsen drauf. Also: Kaufen, Augen zu, Tee trinken.

*Matthias Jenzer, CIO bei Quilvest

 

 

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