Der neue starke Mann beim Softwareriesen Microsoft, Satya Nadella, hat reichlich Vorschusslorbeeren an der Börse ernten können. Seit seiner Berufung zum Nachfolger von Steve Ballmer, Anfang Februar 2014, hat das Papier um satte 14 Prozent zulegen können. Sein lockeres und legeres Auftreten passt in die neue Welt des Silicon Valley. Seine kurzen, klaren und verständlichen Sätze gefallen auch der Wall Street.

Nun ist es aber an der Zeit, um die Kursgewinne in Bares umzumünzen, denn die Risiken, die Microsoft mit sich schleppt, werden derzeit vom Markt vollständig ignoriert. Die Übernahme des Nokia-Handygeschäftes durch den IT-Konzern dürfte auf der Zielgeraden sein. Der Deal scheint aber – je länger, je mehr – wenig erfolgversprechend zu sein.

Der Marktanteil stagniert

Der Softwarekonzern war in seinen Planungen stets von einem deutlichen Marktanteilsgewinn der Nokia-Smartphones ausgegangen. Nur: Davon war bisher wenig zu sehen gewesen. Zwar sind die Absatzzahlen in jüngster Zeit leicht gestiegen – aber Nokia lockt mit Kampfpreisen, was sich negativ in den Margen widerspiegeln wird.

Anzeige

Entsprechend dürfte der negative Effekt dieser Übernahme kurz- bis mittelfristig überwiegen und Microsoft belasten. Vor allem das Windows-Betriebssystem kommt bei den Handy-Kunden nach wie vor nicht an. In den USA liegt der Marktanteil bei 5,3 Prozent. Dass Nadella nun das abgeschlossene Microsoftuniversum aufbohren und für Drittparteien zugänglich machen will, pries der neue Chef jüngst als seine Vision an. Vielmehr ist es jedoch ein längst überfälliger Schritt, um den Konzern in die mobile Zukunft zu führen. Dabei dürfte Nadella vor allem Google im Visier haben – der Marktanteil des beliebten Android-OS liegt in den USA bei 55 Prozent. Tendenz weiter steigend.

Der Inhalt dieser Rubrik gibt die Meinung des Autors wieder und muss sich nicht mit den Ansichten der Redaktion decken.