Wenn Anleger in diesen Zeiten ihr Wertpapierdepot betrachten, stellen sie oft erstaunt erhebliche Kursschwankungen fest. Nervosität oder Verunsicherung herrscht bei traditionellen Aktien oder bei festverzinslichen Anlagen. Es gibt jedoch Strategien, die eine attraktive Wertentwicklung mit einer Stabilisierung des gesamten Depots verbinden.

Oft werden diese Strategien unter dem Oberbegriff «alternative Anlagen» zusammengefasst. Das sind Anlagen, die eine andere Herangehensweise an Aktien oder Renten erlauben, es werden gezielt auch Derivate eingesetzt und oft werden die Schwächen traditioneller Strategien ausgeglichen. Ein Beispiel dafür sind sogenannte Long/Short-Aktienstrategien, bei denen nach einer klaren Philosophie die besten Aktien in ihrem Spektrum erworben werden – ähnlich wie bei einem normalen Aktienfonds.

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Schwache Aktien werden «short» verkauft

Gleichzeitig werden aber auch sehr schwache Aktien – Titel, von denen keine hohe Rendite zu erwarten ist – identifiziert. Diese Aktien werden mit der gleichen Strategie verkauft, damit sie später zu einem niedrigeren Preis zurückgekauft werden können. Wenn sie den Kauf vermeintlich herausragender Aktien und den Verkauf vermeintlich schlechter Werte kombinieren, können Anleger von der Differenz zwischen sehr guten und schlechten Aktien profitieren. Vorteil eines solchen Vorgehens ist zum einen eine gewisse Unabhängigkeit von den Märkten und deren Schwankungen. Ausserdem liefert eine solche Strategie eine konstante Rendite – ebenfalls marktunabhängig.

Derartige Strategien gibt es nicht nur auf Aktien. Ähnliche Ansätze werden auch im festverzinslichen Bereich sowie bei Währungen verfolgt. Das Prinzip bleibt dabei immer gleich: Gute Werte werden gekauft, schlechte verkauft (um sie später günstiger wieder zu kaufen). Die Differenz ist die erwirtschaftete marktunabhängige Rendite der Anlage. Laufende Renditen von 5 bis 9 Prozent pro Jahr sind dabei keine Seltenheit.

Auf Fusionen und Übernahmen setzen

Alternative Anlagestrategien gehen aber auch deutlich andere Wege. So setzen einzelne Strategien auf Aktien von Unternehmen, die sich in Fusionsgesprächen oder Übernahmeprozessen befinden (etwa Merger-Arbitrage- und Special-Situations-Strategien). Oder sie fokussieren sich beispielsweise auf die Entwicklung zwischen Währungen und Wirtschaftsräumen (Global-Macro-Strategien). Es gibt inzwischen eine Fülle unterschiedlichster Ansätze im Bereich alternativer Anlagen, die in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt und spezifiziert worden sind.

André Bantli, Head Funds BlackRock Schweiz