Bereits an den ersten Handelstagen im neuen Jahr sorgten die chinesischen Aktienmärkte für einen Paukenschlag. Nicht unwesentlich war hier auch der Rutsch beim Ölpreis, der hauptsächlich von der Angebotsseite getrieben war. Diese Tatsache spiegelt sich auch in der Sensitivität der Märkte wider. Auch, wenn die Verluste teilweise wieder aufgeholt werden konnten, stehen die Zeichen eher für eine unruhigere Marktphase. Zusätzlich ist auch sichtbar, dass die Entwicklungen zwischen verschiedenen Anlageklassen deutlicher voneinander abhängen, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Viele aktuelle Multi-Asset-Konzepte basieren darauf, dass die Risikosteuerung im Vordergrund steht. Es werden keine Aktienquoten als Bedingung gesetzt, sondern Risikomassstäbe, die über die Zeit konstant gehalten werden. Für das Barvermögen wird vermehrt nach cash-äquivalenten Anlagen gesucht, um die Ertragsseite etwas attraktiver zu gestalten. Hierzu bieten sich vor allem Anleihen-ETFs mit kurzen Durationsbändern an.

Senkung der Schwankungen bei verbesserten Renditechancen

Auf der Aktienseite kann es hilfreich sein, wenn man sich mit den Renditetreibern und der Risikodiversifikation beschäftigt. Die Gewichtung vieler Standardindizes wird nach der Marktkapitalisierung bestimmt. Durch den technischen Fortschritt und die breitere Datenbasis können Risikoprämien als Gewichtungsfaktor eingesetzt werden. Gerade wegen Diversifikationsaspekten kann dabei auf Multifaktorenprodukte zurückgegriffen werden, die mehrere Risikoprämien (wie Value, Size, Momentum und Quality) bei der Berechnung berücksichtigen.

Bei den volatilitätsorientierten Indizes (Min.-Vol.-Strategien) werden die Gewichtungen mittels der Kursschwankungen der Einzeltitel oder auch der Gesamtvolatilität unter Berücksichtigung der Korrelation berechnet. Zur Minimierung der Gesamtvolatilität werden statistische Modelle eingesetzt. In der Allokation kann so die Reduzierung der Performanceschwankung bei gleichbleibenden oder verbesserten Renditeaussichten erzielt werden.

Durch die Kombination von Multifaktorenprodukten mit der entsprechenden Min.-Vol.-Anlage kann eine gezielte Risikosteuerung in bestimmten Märkten vorgenommen werden. Die Allokation kann statisch erfolgen, ändert sich allerdings die Risikoeinstellung des Kunden oder ist das Risikobudget bereits ausgereizt, kann die Anlage in Min.-Vol.-Produkten erhöht werden.

Christian Gast, Leiter iShares Schweiz