Des einen Freud, des anderen Leid. Als Volkswagen am 20. September einräumen musste, dass es zu Abgas-Manipulationen in den USA gekommen ist, gab es an den darauffolgenden Tagen an der Börse keine Gnade für die Aktie. Der Titel tauchte schnell um rund 40 Prozent ab. Wer nun glaubt, dass es bei so einem Schlamassel keine Gewinner gibt, der irrt. Der Preis für Palladium hat sich im selben Zeitraum in der Spitze nämlich um mehr als einen Zehntel verteuert.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Das Edelmetall wird unter anderem zur Herstellung von Katalysatoren von Benzinmotoren verwendet. «Unseres Erachtens werden wohl die Abgasnormen verschärft, was eine höhere Nachfrage sowohl für Palladium als auch für Platin nach sich ziehen sollte», zeigen sich die Analysten der Commerzbank in einer aktuellen Researchnote zuversichtlich. In das gleiche Horn bläst HSBC-Analyst James Steel, der ebenfalls mit einer Verschärfung der Umweltauflagen rechnet. Damit steige langfristig die Nachfrage nach diesem Edelmetall, so der Experte.

Platin – die Euphorie ist verflogen, …

Zwar konnte auch die Platin-Notierung nach dem Skandal kurz nach oben springen, aber anders als bei Palladium kam es nicht zur Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Nach dem Kursausschlag nach oben fiel der Preis je Feinunze unter 900 Dollar und markierte damit ein neues Sechseinhalb-Jahrestief. Die Befürchtung hat sich schnell durchgesetzt, dass das Metall, das vor allem bei Katalysatoren für Dieselfahrzeuge benötigt wird, durch den Abgasskandal nicht mehr so stark gefragt sein wird.

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Die Automobilindustrie als grösster Abnehmer stand 2014 gemäss Daten von Johnson Matthey für 44 Prozent der gesamten Platinnachfrage. «Ich denke, jeder sieht im Moment nur noch die negativen Nachrichten, und das ist die treibende Stimmung», sagt Citi-Analyst David Wilson. Durch den starken Kursverlust hat sich die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin auf über 220 US-Dollar je Feinunze ausgeweitet, der höchste Spread seit Beginn des Börsenhandels von Platin im Jahr 1987.

… Palladium hingegen hat ein starkes Momentum

Bei derart volatilen Phasen können sich mutige Anleger aber dennoch auch einmal an die Rohstoffmärkte wagen. Weitere Kursgewinne bei Palladium, das Metall hat aktuell ein starkes Momentum aufgebaut, lassen sich beispielsweise mit dem Faktor-Zertifikat (ISIN DE000CZ33UJ8) der Commerzbank hebeln. Das Produkt besitzt aufgrund seiner besonderen Bausweise einen konstanten Multiplikator von 4. Darüber hinaus hat die Volatilität, anders als beispielsweise bei Optionsscheinen, keinen Einfluss auf die Kursstellung des Produkts. Eine Barriere befindet sich ebenfalls nicht in der Struktur.

Wer allerdings glaubt, dass sich der Aufschwung als Eintagsfliege erweisen wird und auf den übergeordneten Abwärtstrend setzen möchte – die Feinunze verlor in den vergangenen zwölf Monaten rund 15 Prozent –, ist mit einem Short gut beraten. Dafür eignet sich zum einen das Pendant (ISIN DE000CM2GH66) zum Long-Faktor-Zertifikat der Commerzbank wie auch der noch wesentlich aggressivere Knock-out (ISIN CH0283786769) der Bank Vontobel. Der Stop-Loss-Level befindet sich dort bei 727,98 US-Dollar und damit exakt 10 Prozent vom aktuellen Kurs entfernt. Die Hebelwirkung beläuft sich auf das Siebenfache der Bewegung des Basiswertes.

Gold, Silber, Palladium – Anleger setzen auf Baskets

Sollte der Palladiumpreis im Zuge des VW-Diesel-Desasters seine langfristige Abwärtsbewegung beenden und auf dem aktuellen Niveau einen Boden ausbilden, würden sich mit Barrier Reverse Convertibles schöne Renditen abgreifen lassen. Das Problem: Bei allen an der SIX Structured Products kotierten BRCs sind inzwischen die Barrieren gerissen. Nur, wer sich traut auch noch andere Edelmetalle in sein Depot aufzunehmen, wird noch fündig. So hat Leonteq kürzlich einen Multi BRC (ISIN CH0281548880) auf Gold, Palladium und Silber emittiert. Eigentlich ein perfektes Trio, befinden sich doch die Preise für Gold und Silber bereits seit Wochen in einer Seitwärtsphase. Leonteq hat das frische Produkt mit einem überaus grosszügigen Puffer von 51 Prozent ausgestattet, der Coupon beläuft sich auf 7,0 Prozent p.a.

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Ein analoges Produkt (ISIN CH0292579262) hat die Bank Vontobel noch bis zum 16. Oktober in der Zeichnung. Als Basiswert dient allerdings nicht das genannte Edelmetall-Trio, sondern ein Quartett. Das Produkt läuft drei Jahre und garantiert eine Coupon-Zahlung von 5,0 Prozent p.a. Der Risikopuffer beträgt ebenso beachtliche 45 Prozent. Doch aufgepasst: In diesem Basiswertkorb befindet sich neben Gold, Palladium und Silber auch Platin – und dessen Preiskurve zeigt wie eingangs bereits aufgeführt derzeit steil nach unten. Während das Leonteq-Produkt auf US-Dollar lautet, wird das Zertifikat von Vontobel in Franken denominiert, besitzt also einen Quanto- und damit Währungs-Schutz.