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Nachhaltige Anlagen – mehr als blosse Erträge

Umwelt: Wichtiges Thema bei nachhaltigen Anlagen. keystone

Nachhaltige Anlagen sind eine sehr effiziente Möglichkeit, um mittels Investments positive gesellschaftliche Veränderungen zu fördern, ohne dabei auf eine lukrative Rendite zu verzichten.

Von Giovanni Leonardo*
am 29.09.2016

Nachhaltige Anlagen zielen über die übliche risikobereinigte Marktrendite hinaus auf einen positiven Impact ab. Neben rein finanziellen Kriterien werden daher auch soziale und ökologische Faktoren berücksichtigt. Besonders beliebt ist diese Anlageform bei Millennials.

Die sogenannten ESG-Faktoren1, d.h. ökologische, soziale und Governance-Faktoren, spielen in der Vermögensverwaltung eine immer wichtigere Rolle. Inzwischen haben 90% der grössten Fondsmanager der Welt die «Principles for Responsible Investment» (PRI) unterzeichnet. Laut diesen Grundsätzen müssen sie sich öffentlich zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien bekennen.2

Millennials: Auf der Suche nach neuen, nachhaltigen Ertragsquellen

Anleger haben hohe Erwartungen und fordern von der Vermögensverwaltung mehr als das Generieren reiner finanzieller Erträge.

Wichtig sind ihnen auch andere Faktoren wie etwa eine faire Entlohnung und akzeptable Arbeitsbedingungen von Angestellten, die Achtung der Menschenrechten und der Umwelt sowie eine umfassende Transparenz der Anlageprodukte.

Transparenz, Verantwortung und Nachhaltigkeit sind ebenso wichtig wie Rendite

Transparenz, Verantwortung und Nachhaltigkeit kommt eine ebenso grosse Beachtung zu wie die Anlagerendite. Dies erfordert einen langfristigen Ansatz, der über reine Zahlenbetrachtungen hinausgeht. Vermögensverwalter müssen sich mit den Unternehmen und der Art und Weise ihrer Gewinnerwirtschaftung auseinander setzen.

Im Zentrum jeder verantwortungsbewussten Anlagephilosophie steht das Ziel, das Kapital langfristig zu schützen und zu vermehren. Dazu ist naturgemäss eine Nachhaltigkeitsanalyse der Unternehmen notwendig. Bei einem langfristigen Anlageansatz müssen ESG-Trends mit ihren Auswirkungen identifiziert, analysiert und bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden.

Ratings könnten auf einer Analyse der folgenden Faktoren basieren:

  • Umwelt: Aktiver Beitrag zur Reduktion des Klimawandels bzw. Anpassung daran, Umweltrisiken, Umweltverschmutzung, erneuerbare Energien, Ressourcenverbrauch sowie eine generelle ökologische Führungsrolle
  • Gesellschaft: Tierschutz, Kinder- und Sklavenarbeit, Beziehungen zum Gemeinwesen, Arbeitspraktiken sowie unlautere Kredite
  • Governance: Existenz von zwei Aktiengattungen, Vergütung von Führungskräften, Mehrheitsvotum, Trennung von Managementfunktionen sowie Offenlegung und Transparenz

Die Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageansatz hat vielschichtige Auswirkungen. Die Anlagen können sich überdurchschnittlich stark entwickeln, da die ausgewählten Instrumente auf die Lösung ökologischer und gesellschaftlicher Problemen ausgerichtet sind. Darüber hinaus können diese Investitionen helfen, den grössten Nachhaltigkeitsdefiziten unseres Planeten aktiv entgegen zu steuern.

1) «Environmental, Social and Corporate Governance»
2) 91 der 100 grössten von P&I geführten aktiven Vermögensverwalter sind auf der PRI-Webseite als Unterzeichner aufgeführt.

*Giovanni Leonardo, Head Investment Management bei Schroder & Co Bank AG

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