Das von der Researchfirma theScreener.com automatisiert geführte Musterdepot des Anlagenewsletters stocksDIGITAL legte in den vergangenen Tagen leicht zu. Noch stärker fiel der Zuwachs beim Vergleichsindex SMI auf, sodass dessen Jahresperformance für 2014 erstmals wieder hauchdünn vor jener des Musterdepots liegt (siehe Tabelle).

Abgekühlte Phantasie bei Nationale Suisse

Unter den zehn Titeln des Musterdepots standen in den zurückliegenden Tagen vor allem die Aktien des Basler Versicherers Nationale Suisse im Vordergrund. In einem Interview mit der «Basler Zeitung» erklärte CEO Hans Künzle, er wolle die Eigenständigkeit des Unternehmens bewahren. Diese sei Teil des Selbstverständnisses von Nationale Suisse.

Damit spricht er die Verschiebungen im Aktionariat an, welche Übernahmephantasien geschürt haben. So hat der Berner Versicherer Mobiliar im November 2013 seine Beteiligung an Nationale Suisse auf 19,2 Prozent aufgestockt, und im Dezember folgte die Mitbewerberin Helvetia mit der Erhöhung ihres Anteils auf 17,7 Prozent. 

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Künzle rief in Erinnerung, dass die Nationale Suisse keine Aktionäre mit einer Beteiligung von mehr als 20 Prozent wünscht. Genau das könnte allerdings geschehen, wenn mit der deutschen Versicherungsgenossenschaft Nürnberger ein weiterer Kernaktionär aussteigen und sein Aktienpaket von 6,5 Prozent verkaufen würde. Für den Ausstieg der Nürnberger gebe es zwar keine Anzeichen. Aber Künzle stellt klar: «Wenn die Helvetia oder die Mobiliar das Paket der Nürnberger erwerben würde, würden wir dies als feindlichen Akt betrachten.»

Änderungen in Italien und Belgien in Prüfung

Der Aktienkurs ist zwar von seinen Höchstständen bei 65 Franken auf rund 60 Franken zurückgefallen. Doch auf diesem Niveau steckt immer noch sehr viel Übernahmephantasie im Aktienpreis. Die Marktteilnehmer rechnen also weiterhin mit einer Übernahme von Nationale Suisse in absehbarer Zeit. Bei der Bank Vontobel etwa schliesst man nicht aus, dass der Versicherer innerhalb der kommenden zwölf Monate seine Eigenständigkeit verlieren könnte.

Künzle ist freilich nicht nur an der Aktionarsfront gefordert, sondern auch im operativen Geschäft. Die Geschäfte in Italien und Belgien laufen nicht wie gewünscht, gestand Künzle im Interview mit der «Basler Zeitung». Geprüft würden derzeit verschiedene Optionen. Bei der Präsentation der Geschäftszahlen am 26. März will sich Künzle dazu äussern.

Lesen Sie hier mehr zu den Selektionskriterien für das Musterdepot.