Die Dominanz ist überragend: Neun der zehn teuersten Marken der Welt kommen aus den USA. Ganz an der Spitze ist Apple mit einem Wert der Marke von 104,7 Milliarden Dollar. 2013 belegte der Computer- und Smartphonehersteller ebenfalls Platz eins, die Marke schätzten die Experten der Unternehmensberatung Brand Finance damals allerdings nur auf einen Wert von 87,3 Milliarden Dollar. Die Plätze zwei bis vier belegen wie schon vor einem Jahr Samsung, Google und Microsoft mit Markenwerten von 78,8 Milliarden, 68,6 und 62,8 Milliarden Dollar.

Erst auf Platz 40 dieser internationalen Rangliste steht mit Nestlé und einem Markenwert von 20,3 Milliarden Dollar das erste Schweizer Unternehmen. Allerdings müsste man hier genau genommen noch den Marktwert von Nescafé hinzurechnen. Dieser liegt nach Angaben von Brand Finance bei 5,8 Milliarden Dollar – Nestlé käme dann auf 26,1 Milliarden Dollar Markenwert und auf Rang 23 und damit auf denselben Level wie McDonald's.

Finanzdienstleister zählen zu den teuersten Schweizer Marken

Mit Bewertungen von jeweils rund 10 Milliarden Dollar folgt die UBS auf Rang 111, die Credit Suisse belegt Platz 117. Swiss Re konnte sich von Platz 232 auf Platz 170 hocharbeiten und den Markenwert von 4,8 auf 7,3 Milliarden Dollar ausbauen. Erstaunlicherweise belegt übrigens die hinsichtlich Marktstellung und Börsenwert grössere Munich Re im Ranking von Brand Finance lediglich Platz 223 der teuersten Marken weltweit.

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Mit Zurich und einem Markenwert von 6,8 Milliarden Dollar liegt ein weiterer Schweizer Finanztitel weit vorne im Ranking. Konkret kletterte der Versicherer von Rang 183 auf Rang 180. Darauf folgen GlencoreXstrate mit 6,0 Milliarden Dollar Markenwert auf Rang 209 und ABB auf Platz 248 mit einem Markenwert von 5,3 Milliarden Dollar. Die nicht börsennotierten Rolex und Omega belegen mit Markenwerten von 5,0 und 4,1 Milliarden Dollar übrigens Rang 265 und 335. Laut Ranking von Brand Finance ist die Marke Holcim 4,0 Milliarden Dollar wert – Platz 362, mit 3,9 Milliarden Dollar dicht dahinter folgt Personaldienstleister Adecco auf Rang 365. Roche belegt mit einem Markenwert von 3,5 Milliarden Dollar Platz 431, Novartis ist kaum abgeschlagen mit 3,4 Milliarden Dollar auf Rang 441.

Teure Marken sind besser als der SMI

Was aber signifikant und für Börsianer viel interessanter ist: Die genannten kotierten Schweizer Marken schafften in den letzten ein bis zwei Jahren eine deutlich bessere Performance als der SMI. Während der Schweizer Leitindex in den letzten zwölf Monaten ein Plus von 10,1 Prozent brachte und in den letzten 24 Monaten eine Steigerung von 47,5 Prozent ausgewiesen hat, schafften die teuersten kotierten Marken der Schweiz im Durchschnitt Kursgewinne von 13,4 und 49,8 Prozent. Lässt man die rohstofflastige GlencoreXstrata weg, steigt die Performance der Top-Marken sogar auf 14,5 und 53,9 Prozent in 12 und 24 Monaten.

Und auch die Zahl der Firmen mit negativer Performance ist bei den Top-Marken geringer als im SMI. Lediglich die Credit Suisse liegt hier auf Jahressicht im Minus. Das sind nur rund 8 Prozent der Top-Marken, im SMI sind es gleich vier Titel, entsprechend 25 Prozent der Indexmitglieder. Anleger schliessen daraus: Es könnte sich lohnen, bei der Aktienwahl auf teure und damit starke Marken zu achten. Immerhin setzen sich Firmen mit starker Marke im Konkurrenzkampf leichter durch und überstehen Krisen oft auch besser als No-Names. Und ein Aufstieg in der Marken-Rangliste spiegelt ja letztendlich nur die Nachfrage und das Interesse an den jeweiligen Produkten oder ein gutes Image des Unternehmens wider. Das Geschäft dürfte damit gut laufen – Kurssteigerungen sind also keine Überraschung.

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Top-Marken – die Favoriten der Anleger

Holcim rutschte vom Markenwert gegenüber 2013 zwar sechs Plätze nach unten, doch nach der geplanten Fusion mit der französischen Lafarge dürfte der Markenwert des Bauspezialisten im Ranking von Brand Finance 2015 wieder nach oben klettern. Das verspricht mehr Beachtung durch Medien und Investoren sowie weitere Kursgewinne.

Die Bank verbesserte sich im Marken-Ranking im vergangenen Jahr um 30 Plätze. Entspricht dies auch der Wahrnehmung durch Kunden, sollte sich das bei der Bank in zunehmend besseren Geschäftsdaten niederschlagen.

Der Rückversicherer verbesserte seine Position unter den Schweizer Marken am stärksten, um 62 Plätze. Neben der damit verbundenen gesteigerten Beachtung der Marke dürfte auch die hohe Dividende das Interesse von internationalen Investoren noch mehr auf das SMI-Mitglied lenken.

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