Rauf, runter und dann wieder rauf – in den letzten Wochen war der Markt in Bewegung, und nachdem die Brexit-Angst einen Kursrutsch ausgelöst hatte, ist es auf Wochensicht erneut zu einer Gegenbewegung nach oben gekommen. Das automatisiert vom Researchhaus thescreener.com für stocksDIGITAL geführte Musterdepot und der SMI legten dabei im Gleichschritt zu. Die Outperformance des Portfolios gegenüber dem SMI bezogen auf den Jahresstart verharrt damit stabil bei 13,6 Prozentpunkten.

Während die Aktien von Schweiter, Valora und VP Bank unverändert aus der Woche kommen, hat es bei Bachem und Barry Callebaut  grössere Kursausschläge gegeben – und zwar nach oben.

Bachem – positive Analystenkommentare sorgen für Kurssteigerungen

Nach dem Motto «die Hausse nährt die Hausse» hat es die Aktie des Pharmaunternehmens in den letzten Tagen weiter nach oben gezogen. Auslöser waren aktuell positive Analystenkommentare zu den Wachstumsperspektiven des Konzerns aus Bubendorf.

In diesem Jahr beträgt das Kursplus von Bachem bereits mehr als 50 Prozent, und jetzt, nachdem die psychologische Marke von 75 Franken gefallen ist, nehmen Börsenbullen schon den dreistelligen Bereich ins Visier. Die Aktie notiert auf dem höchsten Level seit 2008, und damals hat es auch Kurse von über 100 Franken gegeben.

Barry Callebaut – starke Neunmonatszahlen

Während es bei Bachem noch keine operativen News gibt, beschleunigte sich der Kursauftrieb von Barry Callebaut nach der Vorlage der Neunmonatszahlen. Dabei konnte der Schokoladenkonzern nicht nur die Absatzmenge in den drei Quartalen um 4,2 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen ausbauen, sondern gleichzeitig auch den Umsatz um 7,8 Prozent auf 5,0 Milliarden Franken steigern. Bereinigt um negative Währungseffekte lag das Plus sogar bei 11,4 Prozent. Mit diesen Zahlen zeigt der Konzern aus Zürich, dass er offensichtlich seine Preise erhöhen konnte.

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Kurzfristig will das Unternehmen verstärkt auf die Margen achten und weniger profitable Bereich zurückfahren. Die mittelfristigen Ziele wurden mit der Vorlage der Zahlen bestätigt. Der Absatz soll in diesem und im nächsten Jahr jeweils zwischen 4 und 6 Prozent wachsen, und dabei soll das operative Ergebnis in Lokalwährungen überproportional steigen. Die Aktie konnte den Widerstand bei der 1200-Franken-Marke knacken und hat das Allzeithoch aus 2014 so gut wie erreicht. Da könnten ganz schnell neue Rekorde drin sein.

Alpiq – der Versorger ist neu im Depot

Etwas verhalten war zuletzt die Kursentwicklung bei Bossard. Die Aktie ist nun mit einem kleinen Verlust von -1,7 Prozent aus dem Depot genommen worden. An die Stelle des Spezialisten für mechanische und elektrotechnische Verbindungselemente rückt nun Alpiq. Die Aktie des Energieversorgers ist in den letzten Jahren infolge der in Deutschland ausgelösten Energiewende, des damit verbundenen Stromüberhangs in Europa und der Strompreise, die gefallen sind, massiv unter Druck geraten. Die Grosshandelspreise etwa liegen auf dem tiefsten Niveau seit zehn Jahren. Entsprechend schrumpften die Umsätze des Konzerns aus Olten. 2015 beispielsweise fielen die Erlöse um 16,7 Prozent auf 6,7 Milliarden Franken. Und es hat hohe Verluste gegeben. In den letzten zwei Jahren lag das Minus unter anderem auch wegen hoher Wertberichtigungen und Rückstellungen bei -902 und -830 Millionen Franken.

Immerhin keimt Hoffnung auf. Alpiq achtet verstärkt auf die Kosten und fokussiert sich zunehmend auf Energie-Services. In diesem Bereich tätigte das Unternehmen im vergangenen Jahr mehrere Akquisitionen wie jene des Bahntechnikspezialisten Balfour Beatty Rail Italy und des Smart-Building-Experten IReL AG. Bei Kursen, die um 50 Prozent unter dem Buchwert von etwa 130 Franken liegen, scheinen die Risiken inzwischen im Kurs drin zu sein, nicht aber die Chancen.