Transportaktien sind im Höhenflug. Auf jeden Fall in den USA. Der Dow-Jones-Transportation-Index notiert nur knapp unter dem Rekordniveau von Anfang April bei 7695 Punkten. In den letzten zwölf Monaten kletterten die 20 Indexmitglieder um 22 Prozent. Der Dow Jones schaffte nur 10 Prozent. Und während die grössten US-Transportunternehmen ihren Aktionären in den letzten fünf Jahren Kursgewinne von 160 Prozent brachten, konnte sich der Der Dow Jones nur verdoppeln. 

Zu den Treibern im Transportsektor zählen Logistikunternehmen wie United Parcel Service, kurz UPS, oder Fedex. Beide konnten Umsatz und Gewinn in den letzten Jahren kräftig ausbauen und beim Aktienkurs deutlich zulegen, wie etwa Fedex mit einem Plus von 130 Prozent seit April 2009. Noch besser lief es für die Aktionäre von  Eisenbahngesellschaften wie CSX oder Kansas City Southern. Die Notierungen der beiden Firmen verdrei- und verfünffachten sich in den letzten fünf Jahren. Der grössere Konkurrent, Norfolk Southern, schaffte im selben Zeitraum immerhin ein Plus von 150 Prozent.

Konjunkturaufschwung – Boom in der Transportbranche

Die Branche profitiert dabei vom Konjunkturaufschwung in den USA, über steigendes Transportaufkommen etwa bei Autos, bei Konsumgütern und Industrieprodukten oder bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Produkten aus dem Bergbau.

Der konjunkturbedingte Boom im Transportation-Index dürfte noch einige Zeit weiter laufen. So erwartet der Internationale Währungsfonds IWF für die USA in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent. 2015 sollen es sogar 3,0 Prozent werden. Viel Geld fliesst dabei auch in die Infrastruktur, etwa in den Ausbau des Schienennetzes. CSX beispielsweise investierte dafür im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Dollar.

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Eisenbahninfrastruktur – China legt neuen Fonds auf

Während US-Eisenbahnfirmen eher von einer guten US-Konjunktur profitieren, sind Verkehrstechnikkonzerne oft weltweit aktiv und wachsen mit den Investitionen in Infrastruktur rund um den Globus. Viel vor hat da beispielsweise China. Die chinesische Regierung hat erst in der vergangenen Woche ein Investitionsprogramm in die Eisenbahninfrastruktur beschlossen und will dort in den nächsten Jahren in einen neuen Fonds 200 bis 300 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 30 bis 40 Milliarden Franken – jährlich zusätzlich stecken. Wurde das Schinennetz im Reich der Mitte im vergangenen Jahr bereits um rund 5500 Kilometer erweitert, so sollen in diesem Jahr nun neue Strecken mit einer Länge von 6600 Kilometern hinzukommen. 

Neben Gleisen und damit Stahl werden für die Bestückung der Strecken neue Wagons und Züge benötigt, ebenso wie die Ausstattung für die Bahnübergänge wie etwa Lichtsignale oder Weichen und dafür beispielsweise Heizungen.

Infrastrukturausgaben – Verkehrstechnik profitiert

Während die Aktien der zwei grossen Player der Verkehrstechnikbranche – Alstom und Vossloh – seit längerem auf der Stelle treten oder gar Kursverluste ausweisen, profitiert die deutlich kleinere Schaltbau Holding seit Jahren unter anderem vom Eisenbahnboom in China. 2013 allerdings verzeichneten die Münchner aus China wegen Projektverzögerungen eine schwächere Nachfrage. Dennoch steigerte Schaltbau seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent auf 390,7 Millionen Euro auf ein Rekordniveau und schaffte beim Ergebnis einen Anstieg um 12,6 Prozent auf 3,48 Euro je Aktie.

Zwar konnte sich der Schaltbau-Kurs in den letzten fünf Jahren schon fast verfünffachen – doch von den Anfang April beschlossenen Infrastrukturplänen Chinas und möglicher, zusätzlicher Nachfrage nach Schaltbau-Produkten ist in der Notierung noch nichts zu sehen. Kommen jetzt aber wieder verstärkt Orders aus Fernost, könnte die aktuelle Umsatzplanung des Schaltbau-Managements, von rund 410 Millionen Euro in diesem Jahr, zu konservativ sein. Der Höhenflug der Aktie dürfte sich damit wohl fortsetzen.

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Der Verkehrstechnikkonzern wächst seit vielen Jahren bei Umsatz und Gewinn. Für dieses Jahr ist ein Gewinn von rund 3,50 Euro je Aktie avisiert. Kommt es zu überraschenden Extra-Bestellungen aus China, könnte sich diese Planung wie oft in den letzten Jahren als zu konservativ erweisen.

Mit dem ETF auf den Dow-Jones-Transportation-Average-Index (ISIN: US4642871929) können Anleger breit gestreut auf den weiteren Aufschwung der Transportaktien in den USA setzen. Aktuell notiert der Index am Widerstand bei 7600 Punkten. Klappt der Sprung über die Marke, könnte das dem Index neuen Schub verleihen. 

Die Eisenbahngesellschaft steigerte den Umsatz im vierten Quartal 2013 um 7 Prozent und schaffte beim Gewinn ein Plus von 26 Prozent auf 1,64 Dollar je Aktie. Mit einem 15er-KGV ist die Aktie noch nicht zu teuer.

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