Klammheimlich schleichen sich die Preise für die Edelmetalle im laufenden Jahr nach oben. Unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit legte der Wert von Gold und Silber mittlerweile um mehr als ein Zehntel zu. Dem Goldkurs gelang dabei die Rückkehr in den 1300-Dollar-Bereich, und Silber befindet sich wieder über dem Widerstandsbereich von 20/21 Dollar. Ist das der Startschuss für das Comeback der Edelmetalle?

Gründe für den jüngsten Anstieg finden sich genug: Aufgrund aufkeimender Sorgen um den Zustand der US-Konjunktur sowie die Turbulenzen in den Schwellenländern steuerten Anleger zuletzt den sicheren Hafen Gold an. Neues Vertrauen in die Anlageklasse keimte aber auch mit der Meldung auf, dass der renommierte Hedgefonds Paulson & Co seine Beteiligung am Gold-ETF SPDR Gold Trust im vierten Quartal aufrechterhalten hat. Zudem engagierte sich Investoren-Legende George Soros im Goldsektor und kaufte Anteile am Branchenprimus Barrick Gold.

Viel aufzuholen

Rückblick: 2013 kam es zum grössten Goldpreiseinbruch seit 32 Jahren. Die Feinunze verlor insgesamt 28 Prozent an Wert. Nach Angaben des Branchenverbands World Gold Council (WGC) schrumpfte die Nachfrage um 15 Prozent. Während es bei den physisch besicherten Goldfonds, den Exchange Traded Funds (ETF), zu starken Verkäufen kam, legte die reale Nachfrage allerdings zu. Die Menge der veräusserten Barren oder Münzen erreichte 2013 sogar eine neue Bestmarke. Besonders eifrig nutzten die Chinesen die günstigen Goldpreise für Schnäppchenkäufe.

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Um tatsächlich eine Trendwende einzuläuten, ist es also entscheidend, dass institutionelle Investoren ihr Geld wieder in Gold-ETF stecken. Und das könnte ein Selbstläufer werden, denn je weiter das Edelmetall steigt, desto höher wird der Performancedruck auf die Profis. Auch die charttechnischen Ampeln haben mit dem Überwinden der 200-Tage-Durchschnittslinie, die knapp oberhalb von 1300 Dollar verläuft, auf Grün umgeschaltet.

Besser noch abwarten

Noch ist der alte Glanz beim Gold nicht wiederhergestellt. Denn auch unter den Profi-Investoren sind noch Bären zu finden. So steht die renommierte Investmentgesellschaft PIMCO weiter auf der Verkäuferseite und hat ihren Anteil am SPDR Gold Trust zuletzt das fünfte Quartal in Folge reduziert. Auch die technische Analyse stellt noch keinen Freifahrtsschein nach oben aus. Bis auf 1400 Dollar warten jede Menge Widerstände auf das Edelmetall. Erst wenn diese geknackt sind, würde sich das Chartbild tatsächlich aufhellen. Daher sollten Anleger auf der Suche nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt noch abwarten.