Was ist los bei den Industriemetallen? Brachten Aluminium und Blei zwischen Oktober und August noch Kursgewinne von 10 Prozent und Nickel sogar ein Plus von rund 40 Prozent, so sind die Preise für fast alle Industriemetalle seit September im Rückwärtsgang.

Aluminium, Blei, Kupfer und Zinn haben jeweils 10 Prozent verloren, bei Nickel beträgt der Kursverlust sogar 20 Prozent. Lediglich Zink fällt aus der Reihe. Zwar rutschte auch hier die Notierung in der ersten Septemberhälfte um rund 10 Prozent nach unten, doch immerhin konnte das Metall in den letzten drei Wochen die Hälfte der Verluste wieder wettmachen.

Gedämpfte Konjunkturaussichten drücken auf die Preise

Für die Rückgänge auf breiter Metall-Front mitverantwortlich sind sicher die aktuell gedämpften Konjunkturprognosen für das Wachstum in Europa und auch global. Denn wächst die Wirtschaft langsamer, werden weniger Güter produziert, und entsprechend niedriger fällt die Nachfrage nach diesen Rohstoffen aus. Damit sollte auch der Preis tendenziell nach unten gehen. Wie an der Börse üblich, spielen Anleger die Zukunft und sind deshalb wegen der gedämpften Wirtschaftsperspektiven nicht mehr unbedingt bereit, Rekordpreise für Industriemetalle zu bezahlen.

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Neben der Konjunktur gibt es aber noch eine Reihe weiterer Einflussfaktoren, die auf den Preis der Metalle einwirken. Das können Zölle oder Steuern sein, die in einem Förderland erhoben werden, und es gibt Streiks, Minenunglücke oder sonstige Ereignisse, welche die Produktion negativ beeinflussen.

Nickel und Zinn: Da werden Kurssteigerungen von bis zu 40 Prozent erwartet

Wie geht es nun weiter? Die Rohstoffexperten der französischen Bank BNP Paribas sagen: Kupfer wird bis Ende des zweiten Quartals 2015 nicht vom Fleck kommen und in etwa bei 6450 Dollar je Tonne stagnieren. Aluminium wird um etwa 5 Prozent von aktuell 1950 auf 2050 Dollar je Tonne zulegen, Zink wird weitere 10 Prozent auf dann 2500 Dollar je Tonne steigen, und Zinn soll nach den Schätzungen der Rohstoffanalysten um etwa 30 Prozent von rund 20'200 auf dann 26'750 klettern. Einen prozentualen Anstieg von knapp 40 Prozent erwarten die BNP-Spezialisten für Nickel. Der Preis soll von derzeit rund 16'900 auf dann 23'500 Dollar je Tonne steigen.

Mit einem Index-Zertifikat auf den Zinn-Future (ISIN: CH0029075071, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 1000:1)und auf den Nickel-Future (ISIN: CH0018378890, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 10000:1) setzen Anleger auf einen Kursaufschwung der beiden Rohstoffe. Zinn wird sogar technisch zunehmend spannend. Die starke Unterstützung und psychologische Marke von 20'000 Dollar je Tonne ist nicht weit weg, möglicherweise kann der Metallpreis von diesem Kursbereich wie schon mehrfach in den letzten Jahren schnell zulegen. Auch Nickel notiert übrigens nahe bei seiner Unterstützungszone um 16'000 Dollar je Tonne. Auch Nickel konnte von dieser Marke in den letzten drei Jahren schon mehrmals innert weniger Wochen oder Monate um 10 bis 20 Prozent zulegen. Da die Industriemetalle in Dollar notieren, bietet die Spekulation hier sogar die Chance auf zusätzliche Kursgewinne bei weiter steigendem Greenback.

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