Kommt da ein Kursumschwung? Nach monatelanger Talfahrt der Preise für Industriemetalle – meist seit dem dritten Quartal 2014, teilweise bis in den Anfang von 2015 hinein – gibt es bei mehreren Metallen jetzt Kurssteigerungen: Zink notiert 5 Prozent über dem Jahresstart, Kupfer und Blei verbuchen sogar ein Kursplus seit Ende 2014 von rund 10 Prozent. Während Aluminium jetzt noch stagniert, zeigen lediglich die Charts von Nickel und Zinn im Moment noch weiter nach unten.

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Der Aufschwung könnte allerdings erst der Beginn einer bevorstehenden und breiten Kursrally bei Industriemetallen sein. So erwarten die Rohstoffanalysten bei BNP Paribas in den nächsten Quartalen bei allen wichtigen Industriemetallen steigende Notierungen. BNP-Metall-Stratege Stephen Briggs erwartet dabei Preissteigerungen bis Ende 2016 zwischen 15 und 80 Prozent.

Die Nachfrage nach Industriemetallen steigt

Einer der Gründe für den Preisanstieg geht auf das Konto des globalen Wirtschaftswachstums. Das Tempo soll sich beschleunigen. Mehr Wachstum bedeutet aber auch eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen, etwa durch rege Bautätigkeit oder verstärkte Automobilproduktion. Immerhin erwartet der Internationale Währungsfonds IWF für dieses Jahr ein globales Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. 2014 waren es 3,3 Prozent. Für nächstes Jahr rechnen die Experten der Organisation sogar mit einem weiteren Anstieg des Wachstumstempos auf 3,7 Prozent.

BNP-Analyst Briggs sieht deshalb einen weltweiten Anstieg der Nachfrage bei Industriemetallen in diesem und im nächsten Jahr von jeweils rund 4 Prozent. Steigende Nachfrage auf der einen, geringere Metallproduktion auf der anderen Seite – höhere Preise sind da nur die logische Konsequenz, denn bei einigen Metallen sollen die Versorgungsmöglichkeiten abnehmen.

Schliessung von Minen und Exportstopp verknappen das Angebot

So sieht Briggs beispielsweise bei Zink und Blei abnehmende Versorgungsmöglichkeiten infolge der Schliessung von Minen. Entsprechend erwartet der Experte für den Preis von Zink einen Anstieg je Tonne von rund 2200 auf 3100 Dollar Ende 2016 entsprechend einem Plus von 40 Prozent. Blei soll sich im gleichen Tempo verteuern, der Preis von rund 2000 auf 2800 Dollar je Tonne steigen. Bei Zinn geht der Metall-Stratege sogar von einem Anstieg um 70 Prozent von rund 16'000 auf 27'400 Dollar je Tonne aus. Beim vielbeachteten Kupferpreis hingegen erwartet Briggs bis Ende 2016 lediglich einen Anstieg um rund 15 Prozent von aktuell rund 6100 Dollar je Tonne auf 7075 Dollar.

Die stärkste Verschiebung zwischen Metallproduktion und Nachfrage sieht BNP bei Nickel. Während die Experten bei diesem Metall für 2015 und 2016 Steigerungen der Nachfrage jeweils im Bereich von 3 Prozent erwarten, soll die Produktion in diesen beiden Jahren jeweils um mehr als 2 Prozent zurückgehen. Neben dem Abbau von Produktionskapazitäten in den letzten Jahren ist auch das  Exportverbot Indonesiens für Nickelerz mitverantwortlich für diese Entwicklung. Analyst Briggs geht deshalb davon aus, dass der noch bestehende aktuelle Angebotsüberschuss bei Nickel schon in diesem Jahr beendet wird. Bei Nickel rechnet der Stratege so auch mit einem besonders kräftigen Preisanstieg um 80 Prozent bis Ende 2016 auf 22'000 Dollar.  

Anleger setzen auf Zinn und Nickel

Bei Zinn und Nickel rechnet Briggs ab dem zweiten Quartal mit Preissteigerungen, bei Blei und Zink soll es ab dem dritten Quartal merkliche Kursgewinne geben. Nickel notiert derzeit mit 12‘260 Dollar je Tonne auf dem tiefsten Stand seit 2009. Damals rutschte das Metall sogar auf bis 10‘000 je Tonne nach unten, schaffte von dort aber einen fulminanten Rebound mit der Kursverdreifachung bis Anfang 2011 auf 30‘000 Dollar die Tonne.

Anleger, die auf die Wiederauferstehung der Industriemetalle setzen wollen, greifen zum Index-Zertifikat auf die beiden Industriemetalle mit den besten Kursprognosen: Zinn und Nickel. Und damit auf einen Zinn-Future (ISIN: CH0245199473, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 1000:1) und auf einen Nickel-Future (ISIN: CH0018378890, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 10'000:1). Aber auch Aktien dürften von der Angebotsverknappung und von den höheren Metallpreisen profitieren. Da sollte die Aktie des Nickelproduzenten Norilsk Nickel (ISIN: US46626D1081) erste Wahl sein.