Totgesagte leben länger. Das trifft offensichtlich auch auf den Nikkei 225 zu. Nachdem Anleger wegen der zähen Deflation in Japan mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung und mit fallenden Preisen viele Jahre lang keinen Pfifferling auf japanische Aktien gegeben hatten und der Leitindex im Land vier Jahre lang nur seitwärts gelaufen war, drehte die Stimmung Anfang 2013: Der Nikkei kletterte innert zwölf Monaten bis zum Jahresende um 60 Prozent und erreichte damit das höchste Niveau seit 2007.

Seit Januar korrigierte der Index zwar um rund 10 Prozent – doch der Chart bleibt spannend. Bleiben doch zwei wichtige technische Marken – und damit die Chance auf kräftige und schnelle Kurssteigerungen – in greifbarer Nähe: Da ist zum einen die psychologische Marke von 15'000 Indexpunkten und zum anderen die obere Begrenzungslinie des langfristigen Abwärtstrends. Diese verläuft ebenfalls knapp über 15'000 Punkten.

16'000 Punkte könnten im Nikkei ganz schnell drin sein

Kommt es zum Sprung über die Marke, könnte das ganz schnell wie schon im vergangenen November und Dezember weitere Kurssteigerungen von rund 10 Prozent bis über 16'000 Indexzähler auslösen. Technisch betrachtet, sollte das Risiko nach unten hingegen im Moment durch die starke Unterstützung im Bereich von 14'000 Punkten eher begrenzt sein.

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Für den nötigen Impuls nach oben könnte die Bank of Japan schon im Juli sorgen. Zuletzt verzichtete die Notenbank zwar auf ein Wachstumspaket zur Stimulierung der flauen Wirtschaft, doch viele Experten rechnen nun für Juli mit einem Programm, falls die Daten zum Quartal im Juni schwach ausfallen sollten.

Einzelhändler mit Umsatzsprung im März

So viel zum Gesamtmarkt. Neben der spannenden Charttechnik im Nikkei finden Anleger in Nippon auch attraktive Einzeltitel. Beispielsweise hat das Zürcher Researchhaus Obermatt in einem Ranking für den Einzelhändler Takashimaya die besten Ergebnisse hinsichtlich der Value-Kriterien ermittelt (siehe Tabelle). Das Kaufhaus konnte seinen Umsatz nicht nur bereits zum Halbjahr per Ende Oktober 2013 um 3,7 Prozent auf 435 Milliarden Yen – rund 4 Milliarden Franken – steigern, sondern vor allem den Gewinn infolge unterproportional gestiegener Kosten um 15,3 Prozent auf 8 Milliarden Yen – entsprechend etwa 70 Millionen Franken – ausbauen.

Und aktuell im März profitierte der Konzern aus Osaka von der für April angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer in Japan von 5 auf 8 Prozent und von damit verbundenen vorgezogenen Käufen der Kunden. Nach der Steigerung der Verkäufe im Januar und Februar um 4,1 und 3,4 Prozent schaffte der Händler im März dadurch einen Umsatzanstieg um 32,3 Prozent. Die Zahlen zum zweiten Halbjahr dürften entsprechend stark ausfallen.

Takashimaya – nationale und internationale Expansion

Mittel- bis langfristig setzt Takashimaya aber nicht auf Steuereffekte, welche die Kauffreude der Bürger anschiebt, sondern auf Expansion. Bis 2016 ist die Eröffnung eines grossen Kaufhauses in Saigon in Vietnam geplant. In Japan selbst investiert das Unternehmen derzeit 15 Milliarden Yen – rund 150 Millionen Franken – in die Erweiterung von Verkaufsflächen. 2018 – kurz vor den Olympischen Spielen in Tokyo im 2020 – soll die grosse Eröffnung stattfinden. Da die Aktie von den 2013er-Hochs 25 Prozent verloren hat und derzeit konsolidiert, könnte in den nächsten Jahren ein kräftiger Schub bevorstehen.

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Zu den Top-Value-Titeln im Nikkei 225 zählt Obermatt übrigens auch die Aktie von Mitsubishi Motors. Nachdem sich die Notierung des Autobauers seit der Kursexplosion Mitte 2013 inzwischen annähernd halbiert hat, bekommen Anleger den Titel nun wieder zum günstigen 8er-KGV.

Yen-Schwäche wird möglicherweise Export antreiben

Dabei konnte der PKW-Hersteller im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 15 Prozent auf 2,1 Billionen Yen – rund 18 Milliarden Franken – ausbauen und den Gewinn auf rund 105 Billionen Yen – 90 Millionen Franken – fast verdreifachen. Nach der Autokrise im 2012 gibt der Konzern aus Tokyo auch in diesem Jahr weiter Gas. Das Management prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr 2014/15 ein Umsatzplus von 10 Prozent und einen Anstieg beim Gewinn um 5 Prozent. Da besteht sogar noch Potenzial nach oben. Denn seit November verlor der Yen etwa gegenüber Euro oder Dollar rund 5 Prozent an Wert. Das dürfte die Autoexporte der Japaner zusätzlich begünstigen.

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Hinsichtlich Sicherheit zählt übrigens Panasonic im Obermatt-Ranking zu den besten Titeln im Nikkei 225 und schneidet dabei besser ab als 96 Prozent aller Indexmitglieder. Die Aktie des Elektronikspezialisten zählt mit einem Kursplus von 46,1 Prozent in den letzten zwölf Monaten auch zu den Top-drei-Performern im Nikkei und schaffte im abgelaufenen Jahr den Turnaround – das erste Plus beim Ergebnis seit drei Jahren.

Panasonic und Tesla – möglicherweise Partnerschaft

Panasonic könnte künftig auch im Batteriebereich punkten. Medienberichten zufolge beabsichtigt das Unternehmen wahrscheinlich zusammen mit Tesla den Bau einer Batteriefabrik. Der Hersteller von Elektroautos hatte im Februar den Plan zur Errichtung einer riesigen Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus für rund 4 Milliarden Dollar in Partnerschaft mit anderen Unternehmen bekanntgegeben. Ein solcher Deal könnte Panasonic weiter beflügeln, zumal der Konzern schon jetzt Batterien an Tesla ausliefert.

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Anleger, die auf den Nikkei 225 setzen wollen, greifen zum Knock-out-Zertifikat (ISIN: CH0214863877, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out 13'047 Punkte) und hebeln so den möglichen Kursausbruch aus dem Abwärtstrendkanal und über die psychologische 15'000-Punkte-Marke.