Bereits die erste Schätzung zum Konjunkturwachstum im Auftaktquartal lag mit 2,4 Prozent deutlich über den Prognosen von durchschnittlich 1,5 Prozent. Nun hat sich aber gezeigt, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) in Japan zu Jahresbeginn noch viel stärker gewachsen ist. Auf das Jahr hochgerechnet, meldet die Regierung in Tokio eine Expansion um 3,9 Prozent. Dies war der zweite Quartalsanstieg in Folge, und somit legt die fernöstliche Nation die wirtschaftliche Delle nach der Mehrwertsteuererhöhung vom vergangenen Jahr endgültig ad acta.

Es waren insbesondere die Investitionen, welche die japanische Wirtschaft angekurbelt haben. Speziell im Dienstleistungsbereich kletterten die Ausgaben steil empor. «Das sind ziemlich positive Daten, die zeigen, dass die Erholung Fahrt aufnimmt», kommentierte Takeshi Minami, Chefvolkswirt vom Norinchukin Forschungsinstitut, das jüngste Zahlenwerk.

… Konjunktur läuft, aber Konsumstimmung bleibt noch zurück

Noch ist aber nicht alles in trockenen Tüchern, denn der Konsum stockt weiterhin. Dies spiegelt sich auch in der Verbraucherstimmung wider. Diese hat sich im Mai trotz der besseren Konjunkturentwicklung erneut etwas verschlechtert. Der Index für das Konsumklima sank leicht von 41,5 auf 41,4 Punkte. «Was wir jetzt brauchen, ist eine positive Einstellung, Überzeugung und Zuversicht», sagt Haruhiko Kuroda, Chef der japanischen Zentralbank.

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Aufgrund der anhaltenden fragilen Lage rückte die Bank of Japan auch noch nicht von ihrem expansiven geldpolitischen Kurs ab. Das Programm zum Kauf von Wertpapieren liess Kuroda mit einem Volumen von 80 Billionen Yen pro Jahr – etwa 605 Milliarden Franken – unverändert.

Aktien in Hochstimmung

An der Börse kommt das gut an: Auf der einen Seite hellen sich die Konjunkturaussichten auf, auf der anderen Seite nimmt die Liquiditätsflut nicht ab. Der Yen wertet so weiter ab – gegenüber dem Dollar und dem Euro verbilligte sich die japanische Währung auf Monatssicht um mehr als 4 Prozent – und hält den Motor am Aktienmarkt am Laufen. Der Nikkei 225 schaffte es dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren wieder, die Marke von 20’000 Punkten zu übertreffen. Seit Silvester beträgt der Zuwachs 17 Prozent.

Trotz des Runs auf japanische Aktien ist der Markt noch nicht teuer. «Was das KGV betrifft, liegen die japanischen und europäischen Aktienmärkte in etwa gleichauf. Um Unterschiede bei der Sektorenzusammensetzung bereinigt, notieren japanische Aktien jedoch mit einem 12-prozentigen Abschlag», rechnet Patrick Moonen von NN Investment Partners vor. Auch hinsichtlich Spendierfreudigkeit zeigen sich die Unternehmen aus dem Pazifik-Staat von ihrer besten Seite. «2014 stieg das Dividendenvolumen mit 12 Billionen Yen auf einen neuen Rekordwert – das entspricht  einer Verdoppelung der 2009 getätigten Ausschüttungen», so Stratege Moonen.

Auf den Export getrimmte Investments

Die schwache Währung treibt vor allem die Exportwerte an. Anleger können sich mit speziell darauf ausgerichteten Zertifikaten mit nur einem Trade eine grössere Auswahl an derartigen Valoren ins Depot holen. Zum Beispiel stellt Leonteq einen Tracker auf den Solactive Japan Export ex Financial Index (ISIN CH0205168781) zur Verfügung, und Julius Bär wirft die zweite Tranche des Japanese Export Basket (ISIN CH0270191460) ins Rennen.

Am breitesten aufgestellt ist das Leonteq-Produkt mit 20 Unternehmen, der Korb von Julius Bär mit 15 Titeln darf aber immer noch getrost als gut diversifiziert angesehen werden. Positiv beim Tracker auf den Solactive Japan Export ex Financial Index ist, dass der Barometer halbjährlich überprüft wird. Der Tracker von Julius Bär ist hingegen starr. Dafür besitzt das Bär-Produkt eine Quanto-Funktion auf US-Dollar-Basis, schützt daher vor Kursveränderungen zwischen Yen und Dollar. Beide Produkte laufen im März 2015 aus.

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Den Gesamtmarkt in einem Paket

Wer direkt in den Nikkei 225 investieren möchte, ist mit dem ETF (ISIN LU0378453376) aus dem Hause ComStage gut beraten. Dieser spiegelt den Verlauf des japanischen Leitindex eins zu eins wider. Allerdings muss die Währungsrelation CHF/JPY im Auge behalten werden, denn das Produkt ist in Franken kotiert. Die jährliche Gebühr für den Indexfonds beträgt überschaubare 0,45 Prozent.

Für weniger risikobereite Anlegernaturen hat J.P. Morgan vor kurzem ein Bonus-Cap-Zertifikat auf den Nikkei 225 (ISIN NL0010855441) auf den Markt gebracht. Damit lässt sich gepuffert an weiter steigenden Notierungen teilnehmen. Das Teilschutzprodukt profitiert bis zum Cap bei 23'658.92 Punkten an einem Kursanstieg des Index. Die Barriere befindet sich bei 14'559.34 Index-Punkten, der Risikopuffer beträgt damit rund 30 Prozent. Die Laufzeit endet am 20. Februar 2017.

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