Eine überschwängliche Party feierten Börsianer mit der Übernahme der Macht durch Shinzo Abé Ende 2012. Allein im vergangenen Jahr avancierte der Leitindex Nikkei 225 um 52 Prozent. Die neue Wirtschaftspolitik des Präsidenten, gepaart mit einem Öffnen der Geldschleusen der Notenbank, lockte Investoren scharenweise in den Fernen Osten. Allerdings flaute der Boom im laufenden Jahr ab, und der japanische Gradmesser steht seit Jahresbeginn sogar in den Miesen. Was war passiert?

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Japans Wirtschaft ist zuletzt dramatisch eingebrochen und stellt damit die Politik von Premier Abé in Frage. Sein Konzept, das auch gerne als «Abenomics» bezeichnet wird, das Land mit Geld zu überfluten und damit die Stimmung zu verbessern und die Ausgaben der Verbraucher zu erhöhen, droht zu scheitern. Aufgrund der deutlichen Anhebung der Mehrwertsteuer am 1. April von 5 auf 8 Prozent schrumpfte die japanische Wirtschaft so stark wie seit der Tsunami-Katastrophe im März 2011 nicht mehr. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) sank im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 6,8 Prozent. Im ersten Quartal stand noch ein Plus von 6,1 Prozent zu Buche. Vorzieheffekte blähten das BIP zu Jahresbeginn auf, liessen es danach aber abstürzen. So gingen die Verbraucherausgaben um 5 Prozent zurück, die Unternehmen investierten 2,5 Prozent weniger.

Erhöhung der Mehrwertsteuer belastet

Für zusätzliche Konjunkturhilfen sieht Japans Regierung derzeit aber keinen Grund. Bereits im laufenden Quartal geht Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda von einer Rückkehr zum Wachstum aus. Ökonomen sagen ein BIP-Plus von 3 bis 5 Prozent in der laufenden Periode voraus. «Sollte sich die Wirtschaft rasch wieder erholen, dürfte die Regierung die Mehrwertsteuer im Oktober 2015 wie geplant von 8 auf 10 Prozent anheben», sagt der Japan-Chefvolkswirt der Bank of America Merrill Lynch, Masayuki Kichikawa.

Nicht alle Experten teilen den Optimismus einer schnellen Rückkehr zum Wachstum. Der Vermögensverwalter Janus Capital befürchtet beispielsweise, dass der zu Jahrsanfang zu beobachtende Aufschwung nicht von Dauer sein wird. «Die Regierung ist optimistisch, dass sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte wieder erholen wird», sagt CIO Gibson Smith von Janus Capital und führt weiter aus: «Doch die Einzelheiten zu den von der Regierung angekündigten Strukturreformen sind bei vielen Investoren, ebenso wie bei den Unternehmen auf Skepsis gestossen.» Insbesondere eine erneute Anhebung der Mehrwertsteuer könnte sich belastend auswirken. «Alles in allem teilen wir die Einschätzung vieler japanischer Unternehmen, und wir beurteilen die wirtschaftlichen Aussichten des Landes als sehr gemischt», sagt Smith.

Partizipation oder Renditeoptimierung – für jede Meinung das passende Investment

Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt Japan derweil zu einem Abbau der Schulden und bezüglich weiterer Strukturreformen. Für das laufende Jahr traut der IWF Japan nur ein Wachstum von 1,6 Prozent zu, das 2015 sogar auf 1,1 Prozent sinken könnte.

Noch halten sich die Optimisten und die Pessimisten am Kapitalmarkt in etwa die Waage – dies gilt für den Nikkei 225 ebenso wie für den Yen. Während die japanischen Standardwerte seit Monaten um die 15’000er-Marke pendeln, hat sich das Währungspaar USD/JPY auf einen Durchschnittskurs von etwa 102 Yen je US-Dollar eingependelt. Anleger können mittels strukturierter Produkte je nach Risikoneigung unterschiedliche Meinungen bestens abdecken. Risikobewusste Bullen greifen zu Partizipationspapieren, konservativere Naturen sind hingegen in der Sparte Renditeoptimierung besser aufgehoben.

Der UBS-Japanese-Exporter-Basket setzt auf eine Aufwärtsbewegung der japanischen Aktien, genauer gesagt, von ausgesuchten Exporttiteln, die vom schwachen Yen profitieren. Insgesamt befinden sich sechs Unternehmen im Basket: Das Autoduo Honda Motor und Nissan Motor, der Mischkonzern Mitsubishi, der Elektromotorenhersteller Nidec sowie die Holdinggesellschaft Seven & i und der Elektronikriese Hitachi. Seit Emission vor 16 Monaten legte das Papier um mehr als 20 Prozent zu.

Bonus-Cap-Zertifikat auf den Nikkei 225 (ISIN CH0226294947)

Generell positiv gestimmte Anleger, die sich aber auf der Unterseite schützen möchten, können das Bonus-Cap-Zertifikat auf den Nikkei 225 von der Société Générale ins Auge fassen. Das Produkt verfügt über eine Bonuszahlung von 3 Prozent und – bei steigenden Kursen des Leitindex – über eine maximale Gewinnchance von 30 Prozent. Der Risikopuffer beträgt rund 25 Prozent.

Für die Japan-Bullen: Der ComStage-ETF spiegelt den Verlauf des Nikkei 255 eins zu eins wider – ohne Puffer und ohne Cap. Das Produkt notiert in Franken, die jährliche Gebühr für den Indexfonds beträgt 0,45 Prozent p.a.

Mit dem Inliner der Deutschen Bank können risikofreudige Anleger von einem Seitwärtskurs des Devisenpaares USD/JPY profitieren. Entscheidend ist, dass der Währungskurs bis zum Laufzeitende am 3.10.2014 nicht die Korridorgrenzen von 94 und 105 Yen touchiert. Bei einer Barriereverletzung verfällt der Schein wertlos, andernfalls zahlt die Emittentin 10 Euro pro Warrant zurück. Das wäre ein Plus von rund 50 Prozent.