Nach wochenlangem Höhenflug ist es in den vergangenen Tagen zu einer kräftigen Korrektur im Depot gekommen. Das vom Researchhaus thescreener.com automatisiert für stocksDIGITAL geführte Musterdepot rauschte dabei zusammen mit dem allgemein sehr schwachen Aktienmarkt in den Keller.

Die Performance des Depots YTD – «year to date», seit dem Jahresanfang – verschlechterte sich dadurch um 5,2 Prozentpunkte, und das Kursplus seit Januar von 6,1 Prozent ist so auf nur noch 0,9 Prozent zusammengeschmolzen. Allerdings hat es den SMI noch stärker erwischt. Der schweizerische Leitindex fiel nämlich um 6,6 Prozentpunkte und liegt in diesem Jahr schon um 13,4 Prozent im Minus. Die YTD-Outperformance des Depots gegenüber dem Index hat sich dadurch von 12,9 auf 14,3 Prozentpunkte weiter verbessert.

Bachem – Chance auf einen Rebound

Im Umfeld der Brexit-Unsicherheit haben Anleger nun auch Gewinne mitgenommen, wo Gewinne drauf sind. Besonders stark hat es da beispielsweise den Highflyer der letzten Wochen, die Aktie von Bachem, erwischt. Der Kurs des Pharmaunternehmens ist ohne Meldung eingebrochen und notiert jetzt wieder an der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends. Klammert man weitere mögliche Turbulenzen im Vorfeld der Abstimmung der Briten über Verbleib oder Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft aus, dann bestehen jetzt gute Chancen auf einen erneuten Rebound des Titels von dieser Linie. Denn in diesem Jahr konnte die Aktie von dort schon mehrfach wieder nach oben abheben.

Anzeige

Gewinn nahmen Anleger auch bei den Portfolio-Mitgliedern Barry Callebaut, Belimo, Bossard, Phoenix Mecano, Schweiter und Ypsomed mit. Nach einem Kursrückgang bei Schweiter um fast 10 Prozent befindet sich die Aktie des Maschinenbauers in einer ähnlichen charttechnischen Konstellation wie Bachem – nämlich an der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends. Auch hier kann es schon bald zu einer technischen Gegenbewegung nach oben kommen.

Orior und VP Bank: Zwei Neueinsteiger

Während Kuoni wegen der Übernahmeofferte zu 370 Franken der einzige Titel im Depot ist, der sich in den letzten Tagen kursmässig stabil halten konnte, sind Valiant und VZ Holding mit einem kleinen Verlust von -5,7 Prozent und einem leichten Gewinn von 0,9 Prozent aus dem Depot genommen worden. An die Stelle der beiden Titel sind Orior und VP Bank gekommen. Die Aktie von VP Bank notiert immerhin trotz der aktuellen allgemeinen Börsenturbulenzen auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Operativ läuft es wegen der Integration der Centrum Bank aber auch rund beim Geldhaus aus Vaduz. So steigerte das Finanzinstitut alle wichtigen Kennzahlen im vergangenen Jahr recht deutlich. Die Betrag bei Kundendepots stieg um 15,1 Prozent auf 24,2 Milliarden Franken, es gab Nettoneugeld von 6,0 Milliarden Franken und der Bruttoerfolg ist um 37,7 Prozent auf 306,6 Millionen Franken gestiegen. Und das erste Halbjahr entwickelt sich laut Firmenangaben sehr positiv. Möglicherweise wird der Kurs nun rasch in Richtung 100 Franken stürmen.

Kursmässig in einer guten Verfassung zeigt sich auch der zweite Depotneuzugang: Orior. Die Aktie des Lebensmittelproduzenten läuft seit Jahren in einem Aufwärtstrend und hat sich sogar jetzt, in der allgemeinen Brexit-Unsicherheit, stabil gehalten. Möglicherweise wird es bei der Präsentation der Halbjahreszahlen am 23. August zu einer positiven Überraschung kommen und eine neue Kursdynamik wird sich entwickeln.