Palfinger ist ein Wachstumswert. In den letzten fünf Jahren konnte der Anbieter von Hebekränen, Winden oder Staplern für Nutzfahrzeuge und Schiffe oder Häfen den Umsatz nicht nur auf 1,2 Milliarden Euro verdoppeln, sondern den Gewinn dabei sogar auf 1,73 Euro je Aktie annähernd verdreifachen.

Kein Wunder, dass Anleger viele Jahre bereit waren für die Steigerungen auch gut zu bezahlen. Die Aktie des Konzerns aus Bergheim im österreichischen Bundesland Salzburg wurde beispielsweise zwischen 2010 und 2015 in der Regel, zumindest immer wieder zwischenzeitlich, mit KGVs zwischen 15 und 20, gelegentlich sogar mit 25er-Gewinnbewertung, an der Börse Wien gehandelt. Nun allerdings ist Palfinger vergleichsweise spottbillig. 

So gibt es den Titel derzeit auf Basis eines geschätzten Gewinns je Aktie für 2016 von 2,0 Euro für ein unterdurchschnittlich tiefes 13er-KGV. Auf Basis des erwarteten 2017er-Gewinns liegt die Bewertung sogar nur bei einem 11er-Gewinnmultiple. Dabei dürften die Steigerungen beim Kranspezialisten sogar weitergehen.

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Internationale Expansion und Zukäufe

In den letzten Jahren schaffte Palfinger Umsatz- und Gewinnschübe vor allem durch die internationale Expansion und Zukäufe. So stieg der Anteil der Umsätze, den die Salzburger ausserhalb der Europäischen Union erzielen, zwischen 2010 und 2015 von 38,1 auf 52,4 Prozent. Hinsichtlich Übernahmen konnte das Palfinger-Management mit dem Kauf des Spezialisten für Rettungsausrüstung für Schiffe Herkules Harding vor kurzem im zweiten Quartal den grössten Zukauf der Firmengeschichte melden. Die neue Tochter bringt nicht nur einen Umsatz von 140 Millionen Euro in den Palfinger-Konzern, sondern die Österreicher können damit auch ihr Angebot weiter diversifizieren.

Hatte Palfinger das Marine-Geschäft erst 2010 aufgegleist, so erzielt der Konzern nach der Herkules-Akquisition mit mehr als 300 Millionen Euro bereits über 20 Prozent der Umsätze in der vergleichsweise jungen Sparte. Das aktuelle Geschäft läuft vielversprechend. Trotz der Schwierigkeiten in der gesamten Öl- und Gasindustrie mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Marinebereich konnte der Maschinenbauer den Umsatz in den ersten sechs Monaten um 9,8 Prozent auf 665,6 Millionen Euro steigern. Wegen eines günstigeren Produktmix stieg die operative Marge dabei von 8,8 auf 9,8 Prozent und brachte ein überdurchschnittliches Plus beim Gewinn von 15,2 Prozent. Das Ergebnis kletterte im Semester so von 0,92 auf 1,06 Euro je Aktie.

Starke Wachstumsziele

Nun ist zwar aktuell (möglicherweise aber auch nur vorerst) eine weitere geplante Übernahme, und zwar die der norwegischen TTS Group, wegen einer zu geringen Annahmequote gescheitert. Das vor kurzem noch avisierte Ziel von Palfinger-Chef Herbert Ortner mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro in 2017 dürfte damit nur schwer erreichbar sein.

Bei einem potentiellen Umsatzbeitrag von TTS von etwa 340 Millionen Euro könnten aber auch ohne diesen Zukauf rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz in 2017 drin sein. Da das 1,8-Milliarden-Ziel aber bereits 2012 ausgegeben wurde, könnte sich Manager Ortner zur Zielerreichung möglicherweise schon zeitnah ein anderes Unternehmen der Branche schnappen.

Palfinger AG
ISIN:
AT0000758305
Gewinn je Aktie 2017e: 2,3 €
KGV 2017e: 11,5
Dividende 2016e: 0,6 €/2,3%
EK je Aktie: 13,12 €
EK-Quote: 41,8%
KBV: 2,0
Kurs/Ziel/Stopp: 26,55/39,50/18,60 €

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* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Seit dem Jahresbeginn erreicht das Musterdepot eine Performance von +13 Prozent, während der DAX stagniert. Seit dem Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +259 Prozent (DAX: +63 Prozent).