«Sell in May and go away» – diese alte Börsenweisheit, welche besagt, man soll im Mai aussteigen und in Urlaub fahren – nimmt der SMI in diesem Jahr schon um einige Wochen vorweg. Zwar bringt auch der Mai langfristig betrachtet Kursgewinne, doch jetzt zumindest zum Monatsstart präsentieren sich Standardwerte eher schwach. Per Wochenfrist rutscht die Performance des SMI YTD – seit dem Jahresanfang – von -8,4 auf -11,0 Prozent zurück.

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Diesem Abwärtsstrudel kann sich auch das automatisiert vom Researchhaus thescreener.com für stocksDIGITAL geführte Musterdepot nicht entziehen und ist seit dem Jahresstart von -0,2 auf -1,4 Prozent gefallen. Immerhin: Durch den weniger grossen Wertrückgang steigt die Outperformance des Depots gegenüber dem SMI seit dem Jahresbeginn von 8,2 auf 9,6 Prozentpunkte.

VZ Holding – die 300-Franken-Hürde war schon wieder erreicht

Entsprechend dem allgemein schwachen Börsenumfeld war die Zahl der Verlierer im Depot in den letzten Tagen in der Überzahl. Während Banque Cantonale und Ypsomed aus der Korrekturphase noch mit stabilen Kursen herausgekommen sind, rutschten Bobst, St. Galler Kantonalbank und Tamedia doch deutlich nach unten. Und auch Belimo hat in den letzten Tagen rote Kursvorzeichen gezeigt. Sensationell negative Meldungen liegen aber nicht vor, und bei St. Galler KB ist der Kursrückgang auch leicht erklärt. Seit der Generalversammlung mit anschliessender Dividendenzahlung von 15 Franken haben Anleger – ganz besonders im aktuellen Börsenumfeld – nach den vorausgegangenen starken Kursgewinnen Kasse gemacht.  

Immerhin zeigen sich Bachem, Intershop und vor allem VZ Holding in der aktuellen Marktschwäche erfreulich fest, und der VZ-Kurs hatte vor wenigen Tagen, wie von uns an dieser Stelle vor einer Woche prognostiziert, sogar schon wieder die wichtige psychologische Marke von 300 Franken erreicht.

Phoenix Mecano – starke Quartalszahlen

Nachdem Orior in den letzten Wochen und Monaten mehr oder weniger auf der Stelle getreten ist, ist die Aktie des Lebensmittelkonzerns nun mit einem kleinen Plus von 1,4 Prozent aus dem Depot genommen worden. Neu aufgerückt ist mit Phoenix Mecano ein Titel, der in den letzten zwei Wochen ganz kräftig zulegen konnte. So stieg die Aktie des Spezialisten für Gehäusetechnik und industrielle Komponenten seit der Präsentation der Quartalszahlen Ende April bereits um 15 Prozent. Die Geschäftszahlen für den Dreimonatszeitraum waren auch sehr erfreulich. So steigerte das Technologieunternehmen seinen Umsatz im ersten Quartal auf 146,8 Millionen Euro. Im Anstieg von 5 Prozent sind ein negativer Währungseffekt von -0,9 Prozent und ein Konsolidierungseffekt aus Akquisitionen von 1,1 Prozent enthalten. 

Das operative Ergebnis kletterte mit +12,7 Prozent deutlich überproportional auf 9,8 Millionen Euro, und die Marge stieg dabei von 6,2 auf 6,7 Prozent. Nach einem Gewinnrückgang vor Zinsen und Steuern von 29,5 auf 15,4 Millionen Euro, infolge von Restrukturierung und Standortschliessung im vergangenen Jahr, soll das operative Ergebnis im 2016 nun wieder deutlich steigen. Phoenix-Mecano-CEO Benedikt Goldkamp nennt hier eine Spanne von 34 bis 40 Millionen Euro, und der generelle Zielwert für die Marge liegt bei 8 bis 12 Prozent. Nach dem Sprung über den Abwärtstrend setzen Anleger nun auf einen rasanten Sturm der Aktie auf die 500-Franken-Marke und dann auf den nächsten Kursschub.