Für die asiatischen Schwellenländer sprechen mehrere Gründe. Dazu gehören die wirtschaftlichen Fundamentaldaten wie Wachstumsdynamik, Inflationstrends und Leistungsbilanz. Diese Daten sind in Asien generell stärker als in anderen Schwellenländermärkten. Das macht die Region widerstandsfähiger gegen eine mögliche Aufwertung des US-Dollars, die nach wie vor zu den grössten Risikofaktoren der Schwellenländermärkte zählt.

Neben den wirtschaftlichen Fundamentaldaten nährt der sich abzeichnende politische Wandel in vielen Ländern Asiens die Hoffnung auf Strukturreformen. Dies gilt besonders für Indien, wo kürzlich mit einer historischen Mehrwertsteuerreform ein grosser Erfolg erzielt wurde. Einige Staaten machen Fortschritte darin, ihre Produktivität zu steigern sowie den Privatkonsum und ausländische Investitionen anzukurbeln. In Indonesien könnten staatliche Impulse ‒ beispielsweise im Infrastruktursektor ‒ das Wachstum stärken.

Obwohl Unternehmen im gesamten Schwellenländer-Universum ihren Gewinnausblick nach oben korrigieren, werden in den asiatischen Schwellenländer derzeit die höchsten Renditen erzielt. Die Dividendenrenditen asiatischer Aktien liegen auf Augenhöhe mit denen in entwickelten Märkten. «Emerging Asia» bietet zwar nicht so hohe Aktienrenditen wie andere Schwellenländer, ist dafür aber weniger vom Rohstoffsektor abhängig. 

US-Dollar und Geldpolitik als Risiken

Die grössten Risikofaktoren für den Schwellenländer-Ausblick sind eine schnelle Aufwertung des US-Dollars und eine Beschneidung der weltweiten lockeren Geldpolitik. Mögliche Auslöser für eine Dollar-Rally wären unerwartet schnelle und grosse Zinsschritte der US Federal Reserve oder ein starker Einbruch der allgemeinen Risikoneigung. Von beidem ist aktuell nicht auszugehen. Es wird vor allem erwartet, dass die Fed bei ihrer Geldpolitik mit besonnenen Zinsschritten auf Nummer sicher geht.

China bleibt ein latenter Risikofaktor. Negative Überraschungen könnten hier neue Sorgen um eine mögliche Kettenreaktion in den Schwellenmärkten wachrufen.

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Fazit – starke asiatische Schwellenländer

Bei einem stetigen ‒ wenn auch langsamen ‒ globalen Wachstum, moderaten Zinsschritten der Fed und stabilen Rohstoffpreisen wird eine fortgesetzt positive Entwicklung der Schwellenmärkte erwartet. Innerhalb des EM-Universums stechen die asiatischen Schwellenländer hervor. Sie überzeugen durch gute Fundamentaldaten, dynamische Reformen und attraktive relative Bewertungen. Deshalb bieten sich für Anleger strategische Chancen in der Region, besonders in Indien, China und den ASEAN-Staaten. 

*Christian Gast, Leiter iShares Schweiz