Verbesserte Lebensbedingungen und medizinischer Fortschritt machen es möglich: Die Menschen in den Industrienationen werden immer älter. Ein Neugeborenes in Nordamerika hat heute im Durchschnitt eine Lebenserwartung von knapp 80 Jahren. 1960 waren es rund zehn Jahre weniger. Für die Gesellschaft bringt die zunehmende Lebenserwartung immense Herausforderungen mit sich. Alterskrankheiten und wachsender Pflegebedarf gelten als Hauptursachen für die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen. Seit Jahren nimmt deren Anteil am Bruttoinlandprodukt der OECD-Staaten beständig zu. Die Organisation geht davon aus, dass sich die Quote bis 2060 auf 14 Prozent mehr als verdoppeln wird.

Der skizzierte demografische Wandel ruft die Bank Vontobel auf den Plan. Bis zum 4. Juli bietet sie ein Tracker-Zertifikat zur Zeichnung an, welches in ausgewählte Unternehmen der Gesundheitsindustrie investiert. Der Basiswert stammt aus der Feder der Indexschmiede Solactive. Im «Health-Care-Facilities-Performance-Index» sind die, gemessen an der Marktkapitalisierung, grössten Krankenhausbetreiber und spezialisierten Pflegehäuser aus den Industrienationen zu finden. In Frage kommen Unternehmen, deren Börsenwert sich mindestens auf eine Milliarde Euro beläuft. Ausserdem muss das tägliche Handelsvolumen bei einer Million Euro oder mehr liegen und die jeweilige Aktie uneingeschränkt handelbar sein.

Bank Vontobel: Basket mit 15 Gesundheitstiteln

Über diese Hürden schafften es 15 Gesellschaften in die Startaufstellung. Dabei geben die USA mit einem Anteil von 60 Prozent den Ton an. In den Staaten setzt der Index auf «Obama Care». Die von Präsident Barack Obama gegen sämtliche möglichen Widerstände eingeführte Gesundheitsreform soll medizinische Leistungen auch für weniger wohlhabende Menschen erschwinglich machen. Geht es nach dem Aktienkurs, zählt Universal Health Services zu den Profiteuren der Initiative. Praktisch zeitgleich mit der Verabschiedung des Gesetzes gelang dem Indexmitglied die Flucht aus einer jahrelangen Seitwärtsbewegung. Universal Health Services ist der viertgrösste gewinnorientierte Klinikbetreiber in den USA. Mit HCA Holdings, Community Health Systems und Tenet enthält der Index auch die drei Marktführer.

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Neben den US-Vertretern sind Gesundheitsfirmen aus Australien, Neuseeland, Deutschland und Frankreich in der Auswahl zu finden. Einmal jährlich nimmt Solactive eine Anpassung des Index vor. Allfällige Dividenden der enthaltenen Unternehmen fliessen in die Berechnung ein. Vor diesem Hintergrund ist die von der Bank Vontobel veranschlagte Managementgebühr von 1 Prozent p.a. akzeptabel. Weniger schön ist der Ausgabeaufschlag von 1,50 Prozent auf den anfänglichen Indexwert. Ungeachtet dessen bietet das Produkt eine gute Möglichkeit, langfristig in einen interessanten Trend zu investieren. Da die Aktien des Sektors mitunter sehr gut gelaufen sind, müssen Anleger trotz der positiven Aussichten mit Rückschlägen rechnen, falls sich die allgemeine Börsenstimmung eintrübt.

Goldman Sachs verfolgt einen noch breiteren Ansatz

Mit dem demografischen Wandel befasst sich auch ein relativ neues Produkt von Goldman Sachs. Vor zwei Monaten brachte die US-Grossbank ein Tracker-Zertifikat auf den «Global-Demographic-Trend-Index» an den Markt. Die ebenfalls von Solactive konzipierte Benchmark fasst das Thema deutlich weiter. Die 25 Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Teilbereichen des Gesundheitswesens. Dazu zählen beispielsweise Seniorenheime, Pharma- respektive Generikaunternehmen, Hersteller von Diagnosegeräten, IT-Dienstleister, Pflegespezialisten und Klinikzulieferer. In der Auswahl ist auch der heimische Hörgerätehersteller Sonova zu finden.

Nach einem behäbigen Start drehte das Tracker-Zertifikat zuletzt nach oben. Dabei profitierte es von einer Übernahme. Der US-Medizintechnikkonzern Medtronic legte eine knapp 43 Milliarden US-Dollar schwere Offerte für das Indexmitglied Covidien, einen Produzenten von chirurgischen Instrumenten, vor. Obwohl Goldman Sachs bei diesem Partizipationsprodukt auf eine Gebühr verzichtet, kommen Anleger in den Genuss der Dividenden. Allerdings ist der Index statisch und die Laufzeit endet nach drei Jahren.

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Sarasin: Noch mehr Healthcare

Bereits im Juli 2015 ist ein Sarasin-Produkt fällig. Für die Zusammensetzung des «Sustainable Demography Health Basket» zeichnen die Portfoliomanager der Emittentin verantwortlich. Momentan sind in diesem Korb 15 Unternehmen zu finden. Dazu zählt neben Sonova auch der heimische Pharmakonzern Roche. Gut zwei Drittel der Basketmitglieder sind auf dem alten Kontinent beheimatet. Gleichwohl hinkt das Zertifikat seit der Emission dem breiten europäischen Aktienmarkt in den Produktwährungen Franken und Euro hinterher. Lediglich auf Dollar-Basis gelang eine leichte Outperformance. Kurzum: Ein Investment in diesen Tracker drängt sich nicht auf, zumal das Zertifikat bereits ein fortgeschrittenes Alter erreicht hat.

Investments zum demografischen Wandel

Tracker-Zertifikat auf den «Health-Care-Facilities-Index» (ISIN CH0241727368)

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In der Handelswährung Schweizer Franken sowie in Euro und US-Dollar bringt Vontobel das Partizipationsprodukt an den Markt. Dabei ist das Währungsrisiko jeweils nicht abgesichert. Die Zeichnungsfrist für das Open-End-Zertifikat läuft noch bis zum 4. Juli.

Im April hat Goldman Sachs diesen Tracker an der SIX kotiert. Der zugrunde liegende Index ist vergleichsweise breit aufgestellt. Es fallen keine laufenden Gebühren an, allerdings ist die Laufzeit auf drei Jahre begrenzt und der Basiswert statisch. Handelswährung ist Schweizer Franken.

Vor knapp einem Jahr griff J. Safra Sarasin den demografischen Wandel als Investmentthema auf. Die Privatbank bietet eine Partizipation an ihrem aktiv verwalteten Basket wahlweise in Franken, Euro oder US-Dollar an. Manko: Die Laufzeit endet bereits im Juli 2015.

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