1. Home
  2. Invest
  3. PSP, Swiss Prime & Co. – warum Immobilienaktien die besseren Aktien sind

Aktien
PSP, Swiss Prime & Co. – warum Immobilienaktien die besseren Aktien sind

Swiss Prime Site: Trotz Outperformance gibt es bei dieser Immobilienaktie noch hohe Dividenden. Keystone

Immobilienaktien werden von Börsianern kaum beachtet. Anleger sollten sich die Titel jedoch ansehen. Gewinne sind höher, Risiken geringer als bei anderen Aktien. Sogar der Renditespread ist gestiegen.

Von Georg Pröbstl
am 19.02.2015

Immobilienaktien? In der Vergangenheit war das für viele Anleger kein grosses Thema. Die Branche schien ihnen zu langweilig zu sein, da wollten selbst trotz steigender Immobilienpreise und Mieten nicht allzu viele Börsianer investieren. Die Handelsvolumina weisen darauf hin. Während beispielsweise das durchschnittliche Handelsvolumen bei Swiss Prime Site in den letzten 250 Handelstagen bei 10,8 Millionen Franken gelegen hat, hat es der Chemiekonzern Clariant auf ein tägliches Handelsvolumen von durchschnittlich 31,9 Millionen Franken und damit auf das Dreifache gebracht. Dabei bringen es beide Titel an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von jeweils rund 5,5 Milliarden Franken in etwa auf das gleiche Börsengewicht.  

Bei einem fast genauso hohen Börsenwert von 4,5 Milliarden Franken sind von PSP Swiss Property in den letzten 250 Tagen sogar nur Aktien mit einem durchschnittlichen Volumen von 7,5 Millionen Franken am Tag gehandelt worden. Sogar von Georg Fischer – mit einem Marktwert von 2,5 Milliarden Franken nur halb so gross wie Swiss Prime Site – sind in den letzten zwölf Monaten mit 11,4 Millionen Franken am Tag mehr Aktien umgesetzt worden. Die gleich schwere Allreal Holding kommt hingegen nur auf ein durchschnittliches 250-Tages-Handelsvolumen von 1,9 Millionen Franken.

Immobilienaktien – stabiler Anker in Krisenzeiten ...

So viel zum Image. Dass Immobilienaktien das oben beschriebene Image haben, ist aber eigentlich dumm! Gerade in letzter Zeit haben sich Immobilienaktien mehrfach als grandios erwiesen. Ihre Kurse haben sich mehrfach krisenfest gezeigt. In der Finanzmarktkrise von 2008 und 2009 sind die Notierungen vieler Immobilienaktien weniger stark gefallen als im SMI. In der Euro-Schuldenkrise ist es ebenfalls zu viel geringeren Verlusten gekommen, und jetzt, nach dem Aus des Euro-Mindestkurses, schaffen Immobilienwerte sogar eine klare Outperformance gegenüber dem Schweizer Aktienmarkt.

Während der SMI nach der Erholungsrally der letzten Wochen nur noch um rund 3 Prozent unter dem Niveau notiert, das er vor dem SNB-Schock gehabt hat, liegen die grossen Schweizer Immobiliengesellschaften allesamt im Plus. Mit Kursgewinnen von 20,5 Prozent in den letzten vier Wochen ist dabei Mobimo Spitzenreiter, gefolgt von Swiss Prime mit einem Kursplus von 13,3 Prozent und von PSP Swiss Property mit einem Kursanstieg um 12,6 Prozent.

... und trotz geringer Volatilität eine klare Outperformance

Damit ergibt sich in nur vier Wochen eine Outperformance der genannten Titel gegenüber dem SMI von rund 15 bis 25 Prozentpunkten. Und bei der Volatilität liegen die beiden grossen Titel PSP Swiss Property und Swiss Prime mit jeweils rund 16 Prozent gleichauf mit dem SMI. Für Einzelwerte ist jedoch eine Volatilität auf dem Niveau des breiten Marktes ungewöhnlich niedrig. Mobimo hingegen zeigt hier sogar einen Wert im Bereich nur von 8 Prozent.

Betrachtet man zudem die langfristige Performance der Immobilienaktien in den letzten fünf Jahren, wird das Bild noch deutlicher: Alle sechs grossen Immobilienwerte – neben den bisher genannten vier auch Bfw Liegenschaften und Intershop – haben seit Anfang 2010 zum Teil einen deutlich höheren Gewinn gebracht als Schweizer Blue Chips. Während der SMIC mit Dividende in diesem Zeitraum ein Plus von 55 Prozent gebracht hat, schaffte Swiss Prime mit Dividende rund 65 Prozent, bei PSP Swiss Property waren es etwa 80 Prozent und bei Mobimo rund 90 Prozent Gewinn.

Der Renditespread zugunsten von Immobilienerträgen ist gewachsen

Und wie sieht die Zukunft aus? Betrachtet man beispielsweise die Rendite von Wohnliegenschaften im Vergleich zur Rendite von Bundesobligationen seit 2008, wird deutlich: In diesen sechs Jahren hat sich der Renditespread zugunsten der Mieterträge massiv erhöht. Beispielsweise haben die Spitzenrenditen für Wohnungen in Zürich und Genf Anfang 2008 nach Angaben des Immobilienberaters Wüst & Partner bei jeweils rund 4 Prozent gelegen. Schweizerische Bundesobligationen brachten damals etwa 3,5 Prozent. Ende 2014 lag die Spitzenrendite in diesen beiden Städten noch im Bereich von 2,5 Prozent. Zehnjährige Bundesobligationen rentieren inzwischen jedoch schon im negativen Bereich. Aus einem Spread zugunsten der Wohnliegenschaften von etwa 0,5 Prozentpunkten Anfang 2008 ist ein Renditevorteil der Mieterträge von mehr als 2,5 Prozentpunkten geworden. Damit sollten Immobilien bei Investoren eigentlich noch stärker im Fokus stehen als vor sechs Jahren.

Dann ist da der Spread der Dividenden zu Obligationen. Die grossen Immobilienhäuser bieten seit Jahren Dividendenrenditen im Bereich von 4 oder 5 Prozent. Der Renditespread notierte Anfang 2008 gegenüber Staatsbonds mit etwa 1,0 Prozent zugunsten der Dividenden, jetzt beträgt der Renditeunterschied eher 4,0 Prozent. Relativ betrachtet sind die Dividenden der Immobilientitel damit heute wesentlich attraktiver als vor sechs Jahren. Geringere Kursrisiken, höhere Renditen – Immobilienaktien könnten damit im Vergleich zum SMI auch weiterhin die bessere Aktienanlage sein.

Anzeige