So macht Börse Spass! Schon die Rebound-Kandidaten, die stocksDIGITAL vor einem Jahr aus dem Kurszettel herausgefiltert hatte, brachten schnell zweistellige Kursgewinne, und auch bei der letzten Auswahl von «zehn Aktien für den Ausbruch» vom Februar war kurzfristig viel Geld zu holen.

Seit der Besprechung als Rebound-Kandidat Ende Februar gab es eine Reihe von Titeln, konkret Also Holding, Adecco und Feintool, die bisher per Saldo nur auf der Stelle getreten sind. Kühne + Nagel bringt sogar ein Kursminus von 4,3 Prozent. Doch andererseits stehen dem gleich mehrere Aktien gegenüber, die wie erwartet kursmässig nach oben ausgebrochen sind. Zu nennen sind hier Bravofly Rumbo, die jetzt lastminute heisst und um 19,1 Prozent im Plus liegt, Forbo Holding, die um 13,9 Prozent geklettert ist und Flughafen Zürich, die mit 12,9 Prozent ähnlich stark gestiegen ist. Rechnet man beim Flughafen die Dividende von rund 2 Prozent hinzu, beträgt das Plus bereits rund 15 Prozent.

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Rebound-Kandidaten bringen eine klare Outperformance

Noch besser lief allerdings Comet Holding, die jetzt um 22,3 Prozent über dem Niveau von Ende Februar notiert. Insgesamt bringen die zehn Rebound-Kandidaten der Redaktion seit Ende Februar ohne Dividende ein Plus von 6,7 Prozent. Der SMI kletterte im selben Zeitraum nur um 2,8 Prozent.

Offensichtlich kann es sich also lohnen, die Charts auf dem Kurszettel genauer unter die Lupe zu nehmen. Spannend sind dabei insbesondere Aktien, bei denen eine charttechnische Hürde – etwa ein Widerstand, eine psychologische Marke wie 50, 100 oder 1000 Franken oder auch eine gleitende Durchschnittslinie wie die 38-, 100- oder auch die 200-Tage-Linie – erreicht worden ist. Aber auch ein Aktienkurs nur knapp über einer Unterstützung ist vielversprechend. Lässt sich da doch oft ein Rebound nach oben beobachten.

Über Widerstände und sich selbst erfüllende Erwartungen

Fällt beispielsweise so eine Marke, erkennen viele Börsianer darin ein Kaufsignal und steigen nach mehr oder weniger langer Beobachtungszeit erst jetzt ein. Oder aber bei Überwindung eines Widerstands: Nicht selten lauern Anleger an einer bestimmten Kursgrenze schon seit langem mit einer Verkaufsorder und warten nur darauf, dass sie dort ihre Aktien endlich loswerden. Sind diese Stückzahlen dann irgendwann aber abgebaut, wird der Weg frei für Steigerungen und oft für völlig neue Kurshöhen.

Sicher spielt nicht selten auch die sich selbst erfüllende Prophezeiung, die «self fulfilling prophecy», eine Rolle. Zeigt sich bei einer Aktie ein bestimmtes Kursmuster, dann spekulieren Anleger auf die Wiederholung dieses Charts. Je mehr Börsianer das so machen, umso wahrscheinlicher wird dann tatsächlich die Wiederholung des Kursverlaufs der Vergangenheit.

Zehn neue Kandidaten für den Ausbruch oder Rebound

Wie dem auch sei: Angesichts der schönen Outperformance gegenüber dem breiten Markt von rund vier Prozentpunkten in nur drei Monaten hat die Redaktion von stocksDIGITAL jetzt zehn neue Kandidaten für den Ausbruch identifiziert. Diesmal sind gleich mehrere Titel aus dem SMI vielversprechend für einen Rebound und damit für mehr oder weniger schnelle Kursgewinne.

Interessant ist derzeit beispielsweise Credit Suisse. Die Aktie der Bank hat die 38-Tage-Linie soeben übersprungen und ebenso die psychologisch wichtige 25-Franken-Marke. Da könnten jetzt schnell 30 Franken drin sein. Zudem hat der Wert auch noch die obere Begrenzungslinie des kurzfristigen Abwärtstrends erreicht. Fällt diese Begrenzung, könnte das eine neue Dynamik auslösen.

Auch Geberit ist vielversprechend. Der Kurs des Sanitärspezialisten hat die 38-Tage-Linie bei rund 345 Franken fast erreicht. Seit Oktober konnte die Aktie diese Linie bereits dreimal von unten nach oben durchbrechen und dann schnell meist innert vier bis acht Wochen um 10 bis 15 Prozent zulegen.

Neue Kursimpulse könnten auch bei Julius Bär bevorstehen. Die Aktie notiert auf Allzeithoch am Widerstand um 52 Franken. Anleger setzen auf den Fall dieses Rekords und dann auf neue Kurshöhen.

Bei Nestlé scheint ebenfalls ein Rebound bevorzustehen. Die Aktie des Nahrungsmittelherstellers notiert nur knapp unter der 200-Tage-Linie und der unteren Begrenzung des kurzfristigen Aufwärtstrends. Da das Kurspotenzial hier vorerst auf etwa 5 Prozent begrenzt zu sein scheint, bietet sich die Spekulation mit einem Call an. Damit lassen sich beim SMI-Mitglied auch schon kleine Steigerungen schön hebeln (ISIN: CH0282160024, Laufzeit 18.12.15, Hebel 6,1, Basis und Knock-out jeweils 60.00 Franken).

Bei SGS bietet sich im Moment auch eine spannende Chart-Konstellation. Die Aktie des Experten für Tests und Kontrollen ist zwar in einem klaren Abwärtstrend und in diesem Jahr schon mehrfach von der 38-Tage-Linie wieder nach unten abgeprallt, doch nach den Kursverlusten von rund 10 Prozent seit dem Jahresanfang ist die starke Unterstützung bei 1800 Franken erreicht worden. Börsianer setzen darauf, dass der Titel von hier aus seine Erholung starten und schnell über die 38-Tage-Marke springen kann. Diese verläuft bei rund 1850 Franken.

Vielversprechend ist auch UBS. Die Bank hat die 20-Franken-Marke Mitte Mai zum ersten Mal seit 2008 wieder übersprungen. Da bestehen jetzt gute Chancen, dass diese Hürde zur wichtigen Unterstützung wird und dass sich von hier wieder deutlich höhere Kursregionen vorerst zumindest bis in den Bereich von 25 Franken erschliessen lassen.

Charttechnische Spannung besteht auch bei Zurich Insurance. Nachdem die Aktie knapp unter die 300-Franken-Schwelle gefallen ist und jetzt auf der 200-Tage-Linie notiert, setzen Anleger auch beim Versicherungskonzern aus Zürich auf eine rasche Kurserholung. Da auch hier keine gewaltigen Kurssteigerungen zu erwarten sind, greifen Börsianer ebenfalls zum Call und hebeln damit schon kleine erwartete Gewinne von 5 Prozent mächtig nach oben (ISIN: CH0256305407, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 260.18 Franken, Hebel 7,3).

Ausserhalb des SMI sollten sich Anleger unbedingt Arzyta ansehen. Die Aktie des Anbieters von Backwaren und Fertigprodukten kam Anfang Juni infolge einer Gewinnwarnung deutlich unter die Räder. Immerhin hatte das Management die Gewinnprognose je Aktie von rund 4,5 auf 4,0 Euro gesenkt. Der Kurseinbruch um 15 Prozent innert weniger Tage scheint da jedoch etwas übertrieben zu sein, zumal die Aktie bei Erreichen der aktuellen Prognose für ein moderates 12er-KGV zu haben ist. Anleger setzen darauf, dass der Titel von der psychologischen Marke und Unterstützung bei 50 Franken schnell zum Rebound durchstartet.

Auch die Aktie von Burckhardt Compression hat eine wichtige psychologische Marke und einen Widerstand erreicht – konkret bei 450 Franken. Möglicherweise bringt schon die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2013/14 am kommenden Dienstag genug Schub in Richtung Allzeithoch von 480 Franken.

Zuletzt noch Charles Vögele. Die Aktie des Bekleidungshauses notiert wieder an der Unterstützung von 12 Franken. Börsianer spekulieren darauf, dass sich der Titel von diesem Niveau, wie schon mehrfach in den letzten zwölf Monaten, wieder in den Kursbereich zwischen 13 und 14 Franken aufschwingen kann.