1. Home
  2. Invest
  3. Reflation und Zinsanstieg: Auf die neue Normalität einstellen

Zinsen
Reflation und Zinsanstieg: Auf die neue Normalität einstellen

In den USA haben sich die Verbraucherpreise so stark verteuert wie seit Jahren nicht mehr. keystone

Warum Anleger sich rechtzeitig auf die neue Normalität einstellen sollten und Dividendenaktien in einer Welt mit steigenden Zinsen und höherer Inflation gut abschneiden werden.

Von Alex Crooke*
am 28.02.2017

Viel ist von Zinsen die Rede, vor allem von der Aussicht auf Zinserhöhungen in den USA. Schon jetzt sind die Zinsen am langen Ende der Renditekurve um rund 2,5% gestiegen und über Erhöhungen am kurzen Ende der US-Zinskurve spekuliert.

Wie werden sich Dividendenaktien in diesem Umfeld entwickeln? 

Dividendenaktien werden stärker von Inflationstrends beeinflusst, und die Zeichen stehen die nächste Zeit auf beschleunigten Preisauftrieb. In den US steigen die Löhne wie auch die Erzeugerpreise. Die Verbraucherpreise haben sich so stark verteuert wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Dies kombiniert mit einem stabilen, globalen Wachstum sind gute Rahmenbedingungen für Aktien. 

Während der letzten acht Zinsstraffungszyklen haben sie sich gut entwickelt und in sieben dieser acht Zyklen an Wert gewonnen. Das zeigt: Höhere Zinsen bedeuten nicht per se schlechte Nachrichten für Aktien. 

Diese Faktoren sind auch für «Value»-Anlagen gute Nachrichten. «Growth»-Anlagen haben in den Jahren seit der Finanzkrise kräftig zugelegt, da es nur wenige Wachstumswerte gab und daher die Nachfrage sehr hoch war. In einem Wirtschaftswachstumumfeld sollten sich «Value»-Anlagen besser entwickeln. Letztere hatten in den 1990er und den Nullerjahren mit steigender Inflation und beschleunigtem Wachstum die Märkte hinter sich gelassen.  

Branchen, die man im Portfolio haben sollte

Hier dürfte es verglichen mit den letzten Konjunkturzyklen gewisse Veränderungen geben. Finanzaktien werden wohl dank steigender Zinsen und damit höherer Nettozinsmargen ansehnliche Kursgewinne verbuchen, daher werden diese wieder stärker gewichtet wie auch Industriewerte, für die wir in einem Umfeld mit steigenden Zinsen und stärkerem Wachstum mit guter Kursentwicklung rechnen. 

Einige defensive Sektoren, die letztes Jahre schwach tendierten, beinhalten unseres Erachtens gutes Wertpotenzial vor allem Pharmaaktien.Die Debatten um überhöhte Medikamentenpreise im US-Präsidentschaftswahlkampf machten diesen sehr zu schaffen, jetzt weisen diese ein sehr attraktives Wert und Wachstumspotenzial auf. 

Derzeit sind anleiheähnliche Aktien mit sehr hohen Dividendenrenditen, untergewichtet. In der Vergangenheit haben sie und insbesondere Versorgeraktien bei steigenden Zinsen nicht mit dem Markt Schritt gehalten. 

Vor allem für aktiv anlegende Fonds wird 2017 ein gutes Jahr werden, da einige börsengehandelte Fonds (ETFs) tendenziell Aktien kurz vor Dividendenkürzungen kaufen, was unter den gegebenen Umständen nicht sinnvoll erscheint. Ferner beobachten wir einen Rückgang der Korrelation zwischen Branchen und Aktien, was gut für aktive Anleger ist, da sich damit Chancen für Mehrertrag bieten. 

 

*Alex Crooke, Leiter Global Equity Income
 

 

 

 

Abonnieren Sie unseren stocksDIGITAL-Newsletter und erhalten Sie jede Woche die besten Invest-Tipps per E-Mail. Der StocksDIGITAL-Newsletter ist ein kostenloser Informationsdienst der Handelszeitung und wird jeden Freitag versendet: Hier geht es zur Anmeldung.

Anzeige