Was heisst «reguliert»? Wenn es mit «zum Vertrieb in der Schweiz zugelassen» gleichgesetzt wird, so greift dies zu kurz. Denn spätestens mit der EU-Richtlinie für Alternative Investment Fund Managers und mit der Schweizer Umsetzung im Kollektivanlagengesetz liegt der Fokus der Regulierung beim Asset Management und nicht mehr beim Fondsdomizil.

Trotzdem können die in den bekannten Offshore-Domizilen aufgesetzten Fonds in der Schweiz nicht registriert werden. Solange diese «nicht zugelassenen» Fonds für qualifizierte Anleger mit beschränktem Aufwand zugänglich sind, ist aber die heutige Grenzziehung zwischen regulierten und unregulierten Fonds beziehungsweise zwischen On- und Offshore-Produkten durchaus sinnvoll.

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Regulierte Produkte, zunehmend in allen Bereichen

Im Privatkundenbereich werden auch in den Vermögensverwaltungsmandaten zunehmend regulierte Produkte eingesetzt. Dies vor allem auch deshalb, weil für diese Fonds die Steuerwerte für die wichtigsten Vertriebsländer berechnet und geliefert werden können. In gewissen Ländern unterliegen Offshore-Produkte steuerlich und administrativ prohibitiven Auflagen, die oft nicht im Interesse des Anlegers sind.

Auch bei den institutionellen Investoren verstärken Steueraspekte, Kapitalanforderungen, Reputationsüberlegungen und Due-Diligence-Aufwand die Tendenz zu Onshore-Produkten. Obwohl ein primärer Treiber für die Erreichung neuer Rekordmarken die Marktentwicklung sein dürfte, hat die Innovationskraft – wie zum Beispiel in den Bereichen Hedge Funds, Exchange Traded Funds oder Immobilien – die Ausflüsse aus einzelnen Fondskategorien immer wieder mehr als kompensiert. Dies zeigt, dass die regulierten Kollektivanlagen in der Schweiz eine Erfolgsgeschichte darstellen.

Markus Fuchs, Geschäftsführer Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA