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Rendite mit Neuzugängen: Hier lohnt sich der Einstieg

Der IPO-Markt läuft mit diesen Neuzugängen so gut wie lange nicht. Keystone

Der Aktienmarkt boomt und viele neue
 Unternehmen streben an die Börse. Wo lohnt es sich für ­Anleger, zuzugreifen?

Von Carla Palm
am 14.11.2012

Mit Galenica Santé erhielt die Schweizer Börse im April einen attraktiven Neuzugang. Das Platzierungsvolumen von knapp 2 Milliarden Franken sprengte alle Erwartungen. Börsianer bejubelten «das grösste IPO in der Schweiz und sogar in Europa» in diesem Jahr. Tatsächlich lies­sen sich die Anleger wohl weniger von den Dimensionen des eher spröden ­Retail- und Logistikriesen hinreissen.

Vielmehr interessierte die gefestigte Positionierung des Unternehmens im attraktiven Schweizer Gesundheitsmarkt und eine mögliche Dividendenrendite von 4 Prozent. Pensionskassen und Gesundheitsfonds aus dem Ausland griffen grosszügig zu. Die Aktionäre der alten Galenica, die nach der Abspaltung von Galenica Santé jetzt Vifor Pharma heisst, hatten hingegen das Nachsehen. Die Titel des reinen Pharmaunternehmens entwickelten sich weniger erfreulich.

Dieses Beispiel zeigt: Der Markt für Initial Public Offerings (IPO) läuft so gut wie schon lange nicht mehr. Allerdings gilt auch, dass die Unternehmen, die sich an der Börse anbieten, strategisch sehr unterschiedlich ausgerichtet sind.

Credit Suisse Rückzug unbedeutend für IPO-Markt

«Der Markt ist weiterhin aufnahmefähig für Neuzugänge in Form von klassischen Dividendentiteln, aber auch risikoreichere Wachstumsaktien dürften auf Interesse stossen», sagt Andreas Neumann, Leiter Equity Capital Markets der Zürcher Kantonalbank. In diesem Jahr rechnet er mit «rund drei weiteren echten IPO» in der Schweiz.

Dass die Bewertungen an den Börsen im Moment relativ hoch sind, störe nicht. Im Gegenteil: «Für Investoren, die am IPO-Markt aktiv sind, ist das dennoch ein gutes Zeichen.» Selbst das widerrufene IPO der Schweiz-Einheit der Credit ­ Suisse habe keinen negativen Einfluss auf den Schweizer IPO-Markt.

Von Anfang an dabei sein

Als heisse Börsenkandidatin gilt die Novartis-Augenheilmittelsparte Alcon, für die die Basler schon seit längerem eine Lösung suchen. Etwas rascher dürfte die Abspaltung der Forschungseinheit Idorsia der von Johnson & Johnson übernommenen Actelion über die Bühne gehen. Der Handelsbeginn könnte noch im zweiten Quartal 2017 erfolgen. Ebenfalls über ein Spin-off an der Börse denkt das Mangement von Alpiq nach (für den Bereich Energiedienstleistungen) und auch die Lenker von Swatch Group (für die Batterietochter Belenos). Im Fahrwasser von Galenica Santé werden dem Apothekenhändler Zur Rose ebenfalls Börsen­ambitionen zugetraut.

Das bietet Chancen für Anleger. Gemäss einer Auswertung der ZKB lohnt es sich, von Anfang an dabei zu sein. Das zeigen neben Galenica Santé besonders die Aktien des Vakuumspezialisten VAT. Sie werden seit gut zwölf Monaten an der Börse gehandelt. Emittiert zu einem Preis von 45 Franken, notieren sie auf aktuell rund 132 Franken (siehe Tabelle unten). Rendite konnten Anleger auch mit Cembra Money Bank (+114 Prozent) und Leonteq (+117 Prozent) erzielen, sofern sie seit dem Tag der Erstkotierung dabei waren.

Verbesserung im Vergleich zu 2016

Der IPO-Trend zeigt sich europaweit. Im ersten Quartal (bis 15. Mai) gab es mehr Börsengänge als im Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn zählt die ZKB in Europa 91 IPO mit einem Volumen von 11,3 Milliarden Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es nur 73 Neuzugänge im Wert von 8,7 Milliarden Euro. «Der Jahresbeginn 2017 war im Gegensatz zu 2016 nicht von Unsicherheiten geprägt, was die Aktivität beflügelte», so die ZKB-Analysten.

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