Was für eine Serie! Im Wettbewerbsindex 2014 wurde die Schweiz vom Weltwirtschaftsforum WEF in Genf im Global Competitiveness Report nun zum sechsten Mal in Folge als das wettbewerbsfähigste Land der Welt ermittelt. Als Pluspunkte zählt das WEF unter anderem die Qualität der Hochschulen und die gute Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Staat im Bereich der Forschung auf. Weitere Assets der Schweiz sind danach eine gute Infrastruktur, funktionierende Finanzmärkte und die politische sowie wirtschaftliche Stabilität.

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Mit einem Punktestand von 5,7 rangiert die Schweiz vor Singapur mit 5,65 Punkten, gefolgt von den USA mit 5,54 Punkten, Finnland mit 5,5 und Deutschland mit 5,49 Punkten. Zu den Aufsteigern des aktuellen Rankings zählen neben den USA – die Staaten kamen von Platz fünf der wettbewerbsfähigsten Länder – Japan und Portugal. Während sich Nippon von Rang neun auf Rang sechs vorschieben konnte, schaffte Portugal einen gewaltigen Sprung bei der globalen Konkurrenzfähigkeit von Position 51 auf Platz 36 und erhielt dabei eine Bewertung von 4,54. Deutlich abgefallen sind hingegen Schweden – von Rang sechs auf Rang zehn – und Österreich von Platz 16 auf Platz 21.

Über die Wettbewerbsfähigkeit und den RSL

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes wie der Schweiz lässt sich an Rankings wie jenem der WEF ermitteln. Aber auch an der Börse gibt es eine Kennzahl dazu. Sie gibt über die Stärke von Aktien Auskunft: Die relative Stärke RSL. RSL steht für Relative Stärke nach Levy. Zur Berechnung des RSL wird ein gleitender Durchschnitt – das ist das arithmetische Mittel einer Vielzahl von Kursen – gebildet. Der aktuelle Kurs einer Aktie wird dann durch diesen gleitenden Durchschnitt geteilt.

Diese Kennzahl führt zur Folgerung, dass Aktien, die sich in der Vergangenheit gut entwickelt haben, auch in Zukunft positiv laufen werden. Das gilt für Werte von über 1,0. Ein solcher Wert bedeutet, dass die aktuelle Performance einer Aktie besser ist, als sie in der Vergangenheit gewesen war. Werte unter 1,0 signalisieren, dass die Aktie schlechter läuft als in früheren Zeiträumen. Der RSL gibt damit Auskunft über die Dynamik einer Kursbewegung, über das Momentum.

SMI – Actelion präsentiert sich mit der grössten relativen Stärke

Betrachtet man nun den SMI, präsentieren sich neun der 20 Indexmitglieder mit einem RSL von über 1,0. Mit einem Wert von 1,17 schneidet Actelion (CH0010532478) dabei am stärksten ab, gefolgt von Givaudan (CH0010645932), Julius Bär (CH0102484968) und Novartis (CH0012005267) mit jeweils 1,06. Damit ist bei diesen Titeln alles im grünen Bereich. Denn so hohe RSL-Werte lassen eine weitere Outperformance erwarten. So erzielte beispielsweise der US-Börsenexperte James O'Shaughnessy mit einer solchen Momentumstrategie von 1952 bis 1996 jährlich eine Outperformance gegenüber dem breiten US-Aktienmarkt von 3,5 Prozent. Möglicherweise ist diese Outperformance Folge einer alten Börsenweisheit: «The Trend is your Friend» – der Trend ist der Freund des Anlegers. Viele Börsianer beachten diese Vermutung und kaufen am liebsten Aktien, die schon seit einiger Zeit gut gelaufen sind. Dadurch erhält ein bestehender Aufschwung weiter Nahrung.

Im SPI weisen übrigens 95 der 209 Mitglieder einen RSL von über 1,0 auf. Den mit Abstand höchsten Wert finden Anleger beim Chemiekonzern Santhera (CH0027148649) mit 3,31. Rang zwei belegt das Softwareunternehmen Myriad Group (CH0019624805) mit 2,47, auf Platz drei folgt die Holding Ci Com (CH0001625810) mit einem RSL von 2,06. Deutlich dahinter, mit 1,53 und 1,46 schliesslich, sind die Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval (CH0002906938) und der Industriekonzern Conzzeta (CH0244017502) zu finden. Um Ausrutscher zu vermeiden, sollten Anleger, die auf den RSL setzen wollen, am besten ein kleines RSL-Depot mit den fünf bis zehn RSL-stärksten Werten aus SMI oder SPI zusammenstellen.