Im Umfeld des allgemeinen Zinstiefs bezahlen viele Banken für Geld auf dem Vorsorgekonto der dritten Säule nur noch etwa 0,5 oder gelegentlich auch 0,75 Prozent Zins im Jahr. Viele fragen sich deshalb: Lohnt sich das überhaupt noch oder soll man auf die Einzahlung in die Säule 3a verzichten, bis die Zinsen wieder steigen? Gegen diese Abstinenz sprechen zwei Gründe.

Erstens würde dadurch der Steuervorteil verloren gehen. Was nämlich oft vergessen wird: In der dritten Säule gilt der Steuerabzug jeweils nur für ein Jahr. Eine verpasste Einzahlung können Sie somit nicht mehr nachholen. Und zweitens können Sie anstelle des Kontos in einen Vorsorgefonds investieren. So lässt sich die Rendite erheblich steigern – besonders in der aktuellen Tiefzinsphase. Eine Fondslösung macht dann am meisten Sinn, wenn das Geld langfristig angelegt wird. Was gerade bei der Vorsorge häufig zutrifft.

Wertsteigerung + Steuerersparnis = hoher Gewinn

Ein Beispiel: Ein Sparer, der seit 2006 jedes Jahr 6000 Franken in den Mi-Fonds (CH) 40 V einbezahlt hat, verbucht bis heute einen Gewinn von 25‘900 Franken. Knapp die Hälfte davon (11‘600 Franken) beruhen auf der Wertsteigerung des Fonds. Die übrigen 14‘300 Franken entsprechen der gesamten Steuerersparnis über zehn Jahre. Dieser Gewinn entspricht einer ansehnlichen Jahresrendite von 3,7 Prozent.

Zu beachten ist dabei, dass die Steuerersparnis natürlich je nach Wohnort und Zivilstand variieren kann. Beim Beispiel handelt es sich um ein Paar ohne Kinder, wohnhaft in Bern, mit einem gemeinsamen Einkommen von 100‘000 Franken. Wohnt das gleiche Paar beispielsweise in Basel oder Neuchâtel, fällt der Steuerabzug um insgesamt 2000 respektive 3000 Franken höher aus, womit die Jahresrendite der Säule 3a auf bis zu 4 Prozent ansteigt. Eine Übersicht mit den Steuervorteilen pro Kanton finden Sie hier.

Zusätzlicher Steuervorteil aus den Erträgen

Wie sieht es nun aus mit den Risiken? Bei den Vorsorgegeldern toleriert der Gesetzgeber keine übermässigen Wertschwankungen. Bei Fonds der dritten Säule darf der Aktienanteil deshalb nicht über 50 Prozent liegen. Im Beispiel des Mi-Fonds (CH) 40 V beträgt er 40 Prozent. Wie die Grafik zeigt, hat der Fonds aus diesem Grund die erlittene Werteinbusse während der Finanzkrise 2008 relativ schnell wieder aufgeholt.

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Der Steuervorteil der Vorsorgefonds beschränkt sich übrigens nicht nur auf die Einzahlung. Denn im Gegensatz zu den herkömmlichen Anlagefonds sind sämtliche Gewinnausschüttungen ebenfalls steuerfrei. Diese Ersparnis erreicht pro Jahr mehrere hundert Franken und ist in der Beispielrechnung nicht berücksichtigt. Überdies könnte das Paar, sofern beide als Angestellte arbeiten, die jährliche Einzahlung auf bis zu 13‘536 Franken erhöhen, womit der Steuerabzug nochmals stark zunehmen würde.

Trotz Zinsflaute: Mit einer klugen Strategie lohnt sich die dritte Säule also immer noch. 20 Tipps zu Vorsorgefonds der Säule 3a finden Sie hier unter dem Titel «Machen Sie mehr aus Ihrer Vorsorge».

Albert Steck ist Verantwortlicher für die Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank