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Edelmetall
Schnelle Gewinne: Warum bei Gold noch mehr drin ist

Goldbarren: Werden derzeit wieder wertvoller. Keystone

Die Dollarschwäche und Charttechnik triebe den Goldpreis in den letzten Wochen nach oben. Politische Unsicherheiten könnten jetzt weitere Kurssteigerungen bringen.

Von Georg Pröbstl
am 31.08.2017

Das Timing war perfekt! Anfang August hatte die Redaktion von stocksDIGITAL Gold zum Kauf empfohlen. Wie erwartet ging es mit der Notierung des Edelmetalls schon wenige Wochen später über die psychologische Marke von 1300 Dollar. Da war ein schnelles Plus von rund fünf Prozent drin.

Viel mehr allerdings bringt der damals ebenfalls empfohlene Call (ISIN: CH0374256235, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1222,63 Dollar, Bezugsverhältnis 100:1) auf Gold. Der Kurs des Bull-Zertifikats hat sich in nur sechs Wochen schon verdoppelt.

Schwacher Dollar – gut für Gold…

Für die Steigerungen gab es vor allem zwei Gründe: Den schwachen Dollarkurs. Verliert nämlich die US-Devise im Vergleich zu anderen Wechselkursen, dann ist das gut für die Goldnachfrage. Denn wer physisches Gold etwa in Form von Schmuck, Münzen oder Barren kaufen will, muss in die jeweilige Landeswährung umgerechnet auch weniger bezahlen. Und in den letzten vier Wochen hat der Dollar etwa zu Franken oder Euro erneut um weitere ein bis zwei Prozent an Wert verloren.

Zudem könnte die aktuelle Dollarschwäche auch schon der erste Vorbote von konjunkturellen Bremsspuren in den Staaten sein. Donald Trump hat bisher wenige seiner Reformpläne – wie etwa der Steuerreform für Unternehmen – umgesetzt und auch das gigantische Infrastrukturprojekt ist noch lange nicht aufgegleist. Zwar zeigt sich die US-Wirtschaft derzeit von einer starken Seite. Vor wenigen Tagen etwa wurde ein unerwartet robuster Arbeitsmarkt gemeldet und auch das Wirtschaftswachstum der USA im zweiten Quartal wurde nun von vorläufigen 2,6 auf 3,0 Prozent nach oben revidiert.

… und Hurrikan Harvey kann bremsen

Doch ausbleibende Trumpsche Politikerfolge könnten dieser Euphorie bald den Schwung nehmen. Zudem halten es Ökonomen auch für möglich, vom Hurrikan Harvey, der zurzeit besonders in den US-Südstaaten Texas und Louisiana tobt, zumindest kurzfristig Gegenwind für die US-Konjunktur kommen könnte.

Die Rechnung ist dann einfach: Läuft die US-Wirtschaft schlechter, dann wird sehr wahrscheinlich auch nichts aus weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank. Das würde nicht nur den Dollar tendenziell weiter schwächen, sondern würde Gold als zweite „Weltleitwährung“ und vor allem als unverzinstes Asset noch attraktiver machen.

Gold ist nach oben ausgebrochen

Der zweite Grund für den jüngsten Goldschub war die Charttechnik. Wie erwartet konnte das gelbe Metall  vor einer Woche über den Widerstand bei rund 1290 Dollar und damit aus der Trading Range nach oben ausbrechen. Das sorgte für Käufe und Spekulationen von technisch orientierten Tradern und der Kurs ging dann auch ganz schnell durch die 1300er-Marke auf ein neues Jahreshoch von bis zu 1326 Dollar.

Technisch orientierte Anleger sehen nun als nächstes Ziel den Widerstand bei rund 1340 Dollar und greifen erneut zum Call auf Gold. Das eingangs genannte Produkt bietet mit einem aktuellen 15er-Hebel immer noch genug Durchschlagskraft um auch kleinere Kursgewinne beim Edelmetall von drei oder fünf Prozent schön zu steigern.

Die Politik sorgt für zusätzliche Kursphantasie

Damit aber nicht genug. Zu Dollarschwäche und Charttechnik kommt jetzt auch noch die Politik. Seit vielen Wochen haben sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un in den Haaren. Der Diktator aus Nordkorea schiesst aktuell eine Rakete über Japan in den Pazifik und der US-Präsident kontert in John Wayne-Marnier mit harschen Worten: „Reden ist keine Antwort“. Das Säbelrasseln könnte noch längere Zeit weitergehen und möglicherweise steht da am Ende sogar  noch ein militärischer Konflikt bevor. Der Goldpreis würde dann durch die Decke gehen.

Die Möglichkeiten für Börsianer haben sich nicht geändert: Anleger mit einem Zeithorizont von Monaten oder Quartalen setzen auf physisch unterlegtes Gold etwa mit dem grössten Gold ETF der Welt, den SPDR Gold Shares (ISIN: US78463V1070). Sogar dieses hebelfreie Papier bietet schöne Gewinnchancen. Denn manche Analysten halten schon für Anfang 2018 wieder Unzenpreise von 1400 Dollar für möglich. Das wären annähernd Preissteigerungen bei Gold von zehn Prozent. Wer spekulativ auf die Charttechnik oder weitere Eskalation zwischen Trump und Kim Jong U setzen will, der wählt den Call. Bei einem Unzenpreis von 1350 wären mit dem Zertifikat Kursgewinne von etwa 25 Prozent zu erwarten.

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